Der in Rust geschriebene Linux-Desktop von System76 wird erwachsen — und hübsch. Mit COSMIC 1.3 hält der lang ersehnte Frosted-Glass-Effekt Einzug, dazu gibt es endlich vernünftige GPU-Überwachung und jede Menge Feinschliff unter der Haube.
DAS HIGHLIGHT: Milchglas nach deinem Geschmack
Der neue Frosted-Glass-Effekt lässt Oberflächen durchscheinend und „angehaucht“ wirken. Das Beste daran: Du entscheidest selbst, wo er greift — für Fenster, Panels, Applets oder die Systemoberfläche, in jeder Kombination. Wer es schlicht mag, lässt ihn aus; wer Eye-Candy will, dreht auf.
ENDLICH: GPU-Monitoring für alle drei Lager
COSMIC 1.3 bringt tiefere Hardware-Überwachung für Grafikkarten von AMD, Intel und Nvidia. Der Launcher zeigt außerdem im Kontextmenü standardmäßig die dedizierte GPU an — praktisch für alle, die gezielt Programme auf der starken Karte starten wollen.
UNTER DER HAUBE: Sauberer, stabiler, Wayland-treuer
Auch technisch tut sich einiges. COSMIC 1.3 verbessert die Wayland-Konformität und unterstützt das Protokoll cosmic-keymap-unstable-v1. Der Compositor cosmic-comp bekam eine ordentliche Runde Fehlerkorrekturen: gefixte Rundungsfehler in der Lupe, Schluss mit Textur-Fehlern auf Multi-GPU-Systemen und ein Ende der lästigen Hersteller-Logos beim Andocken externer Bildschirme.
EXTRA: AVIF-Wallpaper und neuer Netzwerk-Unterbau
Zwei Neuerungen für Details-Fans: COSMIC unterstützt jetzt AVIF-Wallpaper (über libdav1d) und tauscht in den Einstellungen den bisherigen NetworkManager-Unterbau gegen das Rust-basierte nmrs-Backend. Beides klingt unspektakulär, macht das System aber moderner und wartbarer.
SO KOMMST DU RAN
COSMIC läuft nativ auf Pop!_OS 24.04 LTS und ist bereits für Arch Linux, Fedora 41+ und NixOS 25.05+ paketiert. Ein Update über die Paketquelle deiner Distribution genügt. Wer den jungen Rust-Desktop noch nicht ausprobiert hat, findet mit 1.3 einen guten Einstiegspunkt.
FAZIT: Vom Rohbau zum Wohlfühl-Desktop
COSMIC 1.3 ist kein Riesen-Update mit einer einzigen Killer-Funktion — sondern die Summe vieler gut sitzender Verbesserungen. Optik, GPU-Überblick und Stabilität ziehen gemeinsam an. Der Rust-Desktop fühlt sich damit weniger nach Beta und mehr nach Alltagstauglich an.