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Auf der IFA in Berlin macht Ugreen ernst: Der Hersteller hat seine Netzwerkspeicher-Reihe nach oben verlängert und zwei Modelle vorgestellt, die nicht mehr nur nach Familienarchiv aussehen. NASync DXP6800 Ultra und DXP8800 Ultra heißen die Neuen — und die Zahlen dahinter sind erwachsen.
DIE HARTEN FAKTEN
Das kleinere Modell, das DXP6800 Ultra, bringt sechs Einschübe mit und fasst bis zu 208 Terabyte. Als Antrieb dient ein Intel Core 5 120U. Dazu kommen zwei 10-Gigabit-Netzwerkanschlüsse und zwei Thunderbolt-4-Ports.
Das DXP8800 Ultra legt auf allen Ebenen nach: acht Einschübe, bis zu 272 Terabyte und ein schnellerer Core 7 150U. Ugreen nennt als Zielanwendungen ausdrücklich Container und virtuelle Maschinen — also genau das, wofür Homelabber ihr NAS gern zweckentfremden.
Die Preise:
- DXP6800 Ultra: 1.449,99 US-Dollar
- DXP8800 Ultra: 1.779,99 US-Dollar
Ohne Festplatten. Das ist der Punkt, den man beim Rechnen gern übersieht: Wer acht Schächte füllen will, gibt für die Laufwerke leicht mehr aus als für das Gehäuse drumherum.
WAS Thunderbolt 4 hier soll
Zwei 10-Gigabit-Anschlüsse in einem NAS dieser Klasse sind inzwischen erwartbar. Interessanter sind die Thunderbolt-4-Ports. Damit hängst du einen Rechner direkt an den Speicher, ohne den Umweg über das Netzwerk — was vor allem beim Videoschnitt zählt, wo Rohmaterial in Echtzeit vom Speicher gelesen wird.
Genau darauf zielt Ugreen: Die Ultra-Modelle sind als lokales Rechenzentrum für kleine Studios gedacht, nicht als Familien-Fotoarchiv. Die Positionierung ist ein Angriff auf ein Segment, in dem lange Synology und QNAP allein unterwegs waren.
Für wen lohnt sich das — und für wen nicht
Sei ehrlich zu dir selbst, bevor du auf „Kaufen“ drückst. Ein NAS dieser Klasse rechnet sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
- Du bewegst regelmäßig große Dateien über das Netz und stößt dabei an die Gigabit-Grenze.
- Du lässt Container oder virtuelle Maschinen dauerhaft auf dem NAS laufen.
- Du brauchst viel Kapazität in einem Gerät, weil ein Schwarm kleiner Kisten unpraktisch wird.
Wenn dein NAS dagegen hauptsächlich Sicherungen entgegennimmt und abends einen Film ausliefert, ist die Ultra-Klasse rausgeworfenes Geld. Für diesen Zweck reicht ein Vier-Bay-Gerät der Mittelklasse locker — der UGREEN NASync DXP4800 Pro* zum Beispiel deckt Sicherung, Medienserver und ein paar Container problemlos ab und kostet einen Bruchteil.
EXTRA-TIPP: Erst das Netz, dann das NAS
Ein Fehler, den viele machen: Sie kaufen ein NAS mit 10-Gigabit-Anschlüssen und hängen es an einen Gigabit-Switch. Das Ergebnis ist ein sehr teurer Speicher, der genauso schnell ist wie der alte.
Wenn du wirklich Tempo willst, brauchst du die ganze Kette: Switch mit passenden Anschlüssen, Netzwerkkarte im Arbeitsrechner, ordentliche Verkabelung. Rechne das mit ein, bevor du das Gerät bestellst — sonst verschiebt sich der Engpass nur.
FAZIT: erwachsene Hardware, erwachsener Preis
Ugreen ist mit den Ultra-Modellen dort angekommen, wo NAS-Geräte Werkzeuge sind und keine Wohnzimmergeräte mehr. Die Ausstattung stimmt, die Preise sind für die gebotene Hardware in Ordnung — nur eben nichts für den Nebenbei-Kauf. Wer weiß, wofür er acht Einschübe braucht, bekommt hier ein starkes Angebot. Wer es nicht weiß, spart besser.