#Hardware · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

NAS-WUCHT! Ugreen packt 272 Terabyte und Thunderbolt 4 in zwei neue Ultra-Modelle

NAS-WUCHT! Ugreen packt 272 Terabyte und Thunderbolt 4 in zwei neue Ultra-Modelle

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Auf der IFA in Berlin macht Ugreen ernst: Der Hersteller hat seine Netzwerkspeicher-Reihe nach oben verlängert und zwei Modelle vorgestellt, die nicht mehr nur nach Familienarchiv aussehen. NASync DXP6800 Ultra und DXP8800 Ultra heißen die Neuen — und die Zahlen dahinter sind erwachsen.

DIE HARTEN FAKTEN

Das kleinere Modell, das DXP6800 Ultra, bringt sechs Einschübe mit und fasst bis zu 208 Terabyte. Als Antrieb dient ein Intel Core 5 120U. Dazu kommen zwei 10-Gigabit-Netzwerkanschlüsse und zwei Thunderbolt-4-Ports.

Das DXP8800 Ultra legt auf allen Ebenen nach: acht Einschübe, bis zu 272 Terabyte und ein schnellerer Core 7 150U. Ugreen nennt als Zielanwendungen ausdrücklich Container und virtuelle Maschinen — also genau das, wofür Homelabber ihr NAS gern zweckentfremden.

Die Preise:

  • DXP6800 Ultra: 1.449,99 US-Dollar
  • DXP8800 Ultra: 1.779,99 US-Dollar

Ohne Festplatten. Das ist der Punkt, den man beim Rechnen gern übersieht: Wer acht Schächte füllen will, gibt für die Laufwerke leicht mehr aus als für das Gehäuse drumherum.

WAS Thunderbolt 4 hier soll

Zwei 10-Gigabit-Anschlüsse in einem NAS dieser Klasse sind inzwischen erwartbar. Interessanter sind die Thunderbolt-4-Ports. Damit hängst du einen Rechner direkt an den Speicher, ohne den Umweg über das Netzwerk — was vor allem beim Videoschnitt zählt, wo Rohmaterial in Echtzeit vom Speicher gelesen wird.

Genau darauf zielt Ugreen: Die Ultra-Modelle sind als lokales Rechenzentrum für kleine Studios gedacht, nicht als Familien-Fotoarchiv. Die Positionierung ist ein Angriff auf ein Segment, in dem lange Synology und QNAP allein unterwegs waren.

Für wen lohnt sich das — und für wen nicht

Sei ehrlich zu dir selbst, bevor du auf „Kaufen“ drückst. Ein NAS dieser Klasse rechnet sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du bewegst regelmäßig große Dateien über das Netz und stößt dabei an die Gigabit-Grenze.
  • Du lässt Container oder virtuelle Maschinen dauerhaft auf dem NAS laufen.
  • Du brauchst viel Kapazität in einem Gerät, weil ein Schwarm kleiner Kisten unpraktisch wird.

Wenn dein NAS dagegen hauptsächlich Sicherungen entgegennimmt und abends einen Film ausliefert, ist die Ultra-Klasse rausgeworfenes Geld. Für diesen Zweck reicht ein Vier-Bay-Gerät der Mittelklasse locker — der UGREEN NASync DXP4800 Pro* zum Beispiel deckt Sicherung, Medienserver und ein paar Container problemlos ab und kostet einen Bruchteil.

EXTRA-TIPP: Erst das Netz, dann das NAS

Ein Fehler, den viele machen: Sie kaufen ein NAS mit 10-Gigabit-Anschlüssen und hängen es an einen Gigabit-Switch. Das Ergebnis ist ein sehr teurer Speicher, der genauso schnell ist wie der alte.

Wenn du wirklich Tempo willst, brauchst du die ganze Kette: Switch mit passenden Anschlüssen, Netzwerkkarte im Arbeitsrechner, ordentliche Verkabelung. Rechne das mit ein, bevor du das Gerät bestellst — sonst verschiebt sich der Engpass nur.

FAZIT: erwachsene Hardware, erwachsener Preis

Ugreen ist mit den Ultra-Modellen dort angekommen, wo NAS-Geräte Werkzeuge sind und keine Wohnzimmergeräte mehr. Die Ausstattung stimmt, die Preise sind für die gebotene Hardware in Ordnung — nur eben nichts für den Nebenbei-Kauf. Wer weiß, wofür er acht Einschübe braucht, bekommt hier ein starkes Angebot. Wer es nicht weiß, spart besser.

Häufige Fragen

Wann sind die Geräte verfügbar?
Ugreen hat die beiden Modelle zur IFA 2026 in Berlin offiziell gestartet und Preise genannt — der Verkauf läuft über den eigenen Shop und über Amazon. Wie schnell die Geräte in Deutschland breit lieferbar sind, hängt erfahrungsgemäß von der Charge ab; bei früheren NASync-Modellen dauerte es einige Wochen bis zur guten Verfügbarkeit.
Was kosten die neuen Ultra-Modelle?
Das sechsschächtige DXP6800 Ultra steht mit 1.449,99 US-Dollar in der Liste, das achtschächtige DXP8800 Ultra mit 1.779,99 US-Dollar. Festplatten sind in beiden Fällen nicht dabei — die musst du dazurechnen. Bei acht Einschüben kommt da schnell mehr zusammen als für das Gerät selbst.
Lohnt sich das gegenüber dem Vorgänger?
Das hängt an deinem Engpass. Wenn dir bei der Pro-Serie die Netzwerkanbindung oder die Rechenleistung ausgeht, bringen dir zwei 10-Gigabit-Anschlüsse und die stärkeren Core-Prozessoren spürbar mehr. Reicht dir dagegen ein Gigabit-Netz und liegt dein NAS überwiegend im Leerlauf, ist der Aufpreis schwer zu begründen.
Welche Anwendungsfälle deckt die Serie ab?
Ugreen zielt auf kleine Studios und wachsende Betriebe: Videoschnitt direkt vom Speicher, gemeinsames Arbeiten an großen Dateien, zentrale Datenhaltung, dazu Container und virtuelle Maschinen auf dem stärkeren Modell. Für ein reines Foto- und Backup-Ziel im Haushalt ist die Serie deutlich überdimensioniert.

Quellen

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