Auf der IFA in Berlin ist die Smart-Home-Halle in diesem Jahr gut gefüllt — und Aqara sorgt dort für die vielleicht praktischste Ankündigung: fünf neue Leuchten, alle mit Matter, wahlweise über Thread oder Zigbee. Klingt unspektakulär? Ist es nicht. Denn genau an dieser Stelle hakt es im vernetzten Zuhause bis heute am häufigsten.
DAS ist neu
Die Reihe deckt bewusst mehrere Einsatzorte ab:
- Floor Lamp T1 — Stehleuchte fürs Wohnzimmer
- LED Downlight T2 — Einbauleuchte für die Decke
- LED Strip T2 — Lichtband für indirekte Beleuchtung
- Outdoor String Lights H1 — Lichterkette für draußen
- Permanent Outdoor Lights H1 — fest montierte Außenbeleuchtung
Alle fünf sprechen Matter und binden sich damit in Apple Home, Amazon Alexa, Google Home, Samsung SmartThings, Home Assistant und Homey ein. Für den Funkweg hast du die Wahl zwischen Thread und Zigbee.
WARUM diese Wahlfreiheit so viel wert ist
Wer sein Zuhause über Jahre aufgebaut hat, kennt das Problem: Man hat eine Zigbee-Zentrale, ein paar Geräte hängen daran, und dann kommt ein neues Produkt, das nur Thread kann — oder umgekehrt. Am Ende laufen zwei Funknetze parallel, und irgendwas geht immer nicht.
Der Unterschied in aller Kürze:
- Zigbee läuft über eine Steuerzentrale, ist seit Jahren etabliert und im Bestand weit verbreitet.
- Thread gibt jedem Gerät eine eigene IP-Adresse und arbeitet direkt mit Matter zusammen. Dafür brauchst du einen Grenzrouter im Haus — den bringen viele Lautsprecher und Hubs inzwischen mit.
Dass Aqara beide Wege anbietet, nimmt dir die Grundsatzentscheidung ab. Du kaufst die Leuchte, die dir gefällt, und bindest sie so ein, wie es zu deinem Aufbau passt.
Und noch etwas: Aqara Builder
Neben der Hardware hat Aqara eine Plattform namens Aqara Builder angekündigt — eine Gemeinschaftsseite, auf der Nutzer, Entwickler, Installateure und Integratoren ihre Projekte und Automatisierungsideen teilen sollen.
Ob daraus etwas Lebendiges wird oder eine weitere halbtote Herstellerseite, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Der Bedarf ist jedenfalls da: Die guten Automatisierungsideen liegen bislang verstreut in Foren, Blogs und Videos — eine zentrale Sammlung wäre nützlich.
PASSEND dazu: Home Assistant ist auch da
Wenn du auf Home Assistant setzt, trifft sich das gut. Die Open Home Foundation ist mit einem eigenen Stand in der Smart-Home-Halle auf der IFA vertreten, die noch bis zum 8. September läuft.
Und die aktuelle Version 2026.9 bringt genau das mit, was du beim Aufbau eines Thread-Netzes gebrauchen kannst: eine Netzwerkkarte für Matter-Geräte. Sie zeigt dir, welches Gerät über Thread und welches über WLAN angebunden ist, dazu Gerätetyp und Signalstärke je Verbindung. Wer schon einmal geraten hat, warum eine Lampe am Ende des Flurs zickt, weiß, wie viel eine solche Übersicht wert ist.
EXTRA-TIPP: Erst den Grenzrouter, dann die Lampen
Wenn du neu mit Thread anfängst, dreh die Reihenfolge nicht um. Kaufe nicht zuerst fünf Leuchten und suche dann verzweifelt nach einem Grenzrouter. Prüfe stattdessen als Erstes, ob du schon einen hast — viele Lautsprecher, Fernsehboxen und Hubs der letzten Generationen bringen die Funktion mit, ohne dass es groß auf der Verpackung steht.
Erst wenn diese Grundlage steht, kaufst du die Leuchten. Sonst hast du hübsche Hardware, die sich nicht einbinden lässt — und das ist der sicherste Weg, sich das vernetzte Zuhause zu verleiden.
FAZIT: unaufgeregt und genau richtig
Fünf Leuchten sind keine Revolution. Aber es ist genau die Art von Nachschub, die ein vernetztes Zuhause braucht: offene Standards, beide Funkwege, keine Bindung an eine Hersteller-App. Wenn du Home Assistant nutzt, kannst du diese Geräte ohne Umwege einbinden — und mit der neuen Matter-Karte aus 2026.9 siehst du danach sogar, wie sie miteinander reden.