#Home Automation · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ZAHLEN AUF DEN TISCH! 8.616 Home-Assistant-Nutzer haben ausgepackt — und die Daten gibt es für alle

ZAHLEN AUF DEN TISCH! 8.616 Home-Assistant-Nutzer haben ausgepackt — und die Daten gibt es für alle

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Wer wissen will, wie ein typisches Smart Home wirklich aussieht, ist bisher auf Herstellerangaben und Forenbauchgefühl angewiesen. Das ändert sich gerade: Die Open Home Foundation hat den anonymisierten Datensatz ihrer großen Home-Assistant-Umfrage veröffentlicht — 8.616 Antworten, frei zugänglich für alle.

WAS DRINSTEHT

Die auffälligsten Befunde zeichnen ein erstaunlich klares Bild der Community:

  • Die große Mehrheit ist technikneugierig — nicht zwingend Profi, aber bereit, sich einzuarbeiten.
  • Ein Großteil nutzt Home Assistant seit drei Jahren oder länger. Das ist eine bemerkenswert treue Nutzerbasis.
  • Der durchschnittliche Haushalt umfasst 2,8 Personen.
  • Die typische Installation umfasst 11 bis 100 Geräte.

Diese letzte Zahl ist die interessanteste. Sie liegt deutlich über dem, was man mit ein paar smarten Lampen erreicht — und deutlich unter dem, was die spektakulären Setups aus Reddit-Threads suggerieren. Das echte Home Assistant ist offenbar weder Spielerei noch Vollausbau, sondern etwas dazwischen, das über Jahre gewachsen ist.

Neben den harten Zahlen ging es auch um Motive: Warum nutzen Menschen ein selbstgehostetes Smart-Home-System? Die Werte Wahlfreiheit und Privatsphäre kamen dabei besonders deutlich zum Vorschein — genau die beiden Punkte, mit denen sich das Projekt seit Jahren von Cloud-Plattformen abgrenzt.

DER EIGENTLICH BEMERKENSWERTE TEIL

Wichtiger als jede Einzelzahl ist die Entscheidung, den Rohdatensatz herauszugeben. Die Stiftung erklärt in ihrem Beitrag, was die Umfrage abgedeckt hat, warum und wie sie die Daten veröffentlicht, was die Daten nicht sind — nämlich personenbeziehbar — und wie sie die Erkenntnisse in die Produktentwicklung einfließen lässt.

Das ist ungewöhnlich. Die meisten Hersteller veröffentlichen aus solchen Umfragen eine hübsche Infografik mit den drei Zahlen, die gut aussehen. Hier kann jeder die Auswertung selbst nachrechnen — oder eigene Fragen an die Daten stellen, an die das Projektteam nicht gedacht hat.

Das ist im Übrigen dieselbe Haltung, die das Projekt technisch auszeichnet: nachvollziehbar statt behauptet.

WAS DU DAMIT ANFANGEN KANNST

Für die Praxis gibt es drei nützliche Anwendungen:

  • Dich einordnen. Wenn du mit 25 Geräten das Gefühl hast, hinterherzuhinken: bist du nicht. Du liegst mitten im Feld.
  • Hardware planen. Installationen mit 11 bis 100 Entitäten laufen problemlos auf sparsamer Hardware. Ein Raspberry Pi 5* mit SSD statt SD-Karte deckt genau diesen Bereich souverän ab — das ist keine Notlösung, sondern für die meisten Haushalte die richtige Größe.
  • Argumente sammeln. Wenn du im Bekanntenkreis erklärst, warum du kein Cloud-System nutzt: Der Datensatz zeigt, dass Privatsphäre und Wahlfreiheit nicht die Marotte einzelner sind, sondern das gemeinsame Motiv einer großen Nutzergruppe.

EINE EHRLICHE EINSCHRÄNKUNG

Die Umfrage ist keine repräsentative Bevölkerungsstichprobe. Teilgenommen haben Menschen, die Home Assistant bereits nutzen und motiviert genug waren, einen Fragebogen auszufüllen — eine klassische Selbstauswahl. Wer gerade frustriert aufgegeben hat, ist in den Daten kaum vertreten.

Das entwertet die Zahlen nicht, aber es begrenzt sie: Sie beschreiben die aktive Community, nicht „das Smart Home in Deutschland“. Die Stiftung geht damit offen um und lädt ausdrücklich zu weiterer Forschung mit den Daten ein.

FAZIT

Keine Sensation, sondern etwas Selteneres: eine belastbare, offene Datenbasis in einem Bereich, in dem sonst vor allem Marketingzahlen kursieren. Wenn du gerade planst, ob und wie du dein Zuhause automatisierst, ist das ein deutlich besserer Ausgangspunkt als jedes Produktvideo.

Häufige Fragen

Wer hat die Umfrage durchgeführt?
Die Open Home Foundation, die gemeinnützige Stiftung hinter Home Assistant und ESPHome. Sie befragte 8.616 Nutzerinnen und Nutzer zu ihrem Smart Home und hat die anonymisierten Ergebnisse anschließend frei zugänglich gemacht.
Was ist das typische Home-Assistant-Setup?
Laut Datensatz umfasst eine typische Installation 11 bis 100 Geräte in einem Haushalt mit durchschnittlich 2,8 Personen. Ein großer Teil der Befragten nutzt das System bereits seit drei Jahren oder länger und beschreibt sich selbst als technikneugierig.
Sind die Daten personenbezogen?
Nein. Die Stiftung hat den Datensatz anonymisiert veröffentlicht und erklärt in ihrem Beitrag ausdrücklich, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Genau diese Aufbereitung war Voraussetzung für die Veröffentlichung.
Sind die Ergebnisse repräsentativ?
Nur eingeschränkt. Teilgenommen haben ausschließlich bestehende Home-Assistant-Nutzer, die freiwillig geantwortet haben. Das beschreibt die aktive Community gut, lässt sich aber nicht auf alle Smart-Home-Haushalte übertragen.

Quellen

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