#Hosting · 9 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

Erste Website live: Hosting-Konto, Domain & WordPress in KeyHelp

Erste Website live: Hosting-Konto, Domain & WordPress in KeyHelp

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Dein Server steht, ist abgesichert und liefert sogar schon deine DNS-Zone aus — jetzt kommt der schöne Teil: die erste echte Website. In KeyHelp läuft das in drei Etappen: Du legst ein Hosting-Konto an, weist ihm deine Domain zu und richtest dann WordPress ein. Am Ende ist deine Seite verschlüsselt über https:// erreichbar.

Falls du die Serie noch nicht durch hast: Teil 1: KeyHelp installieren, Teil 2: absichern & Backups, Teil 3: eigene Nameserver und Teil 4: SSH absichern.

Voraussetzungen

  • Ein laufendes KeyHelp auf deinem Server (siehe Teil 1) — z. B. auf einem Hetzner Cloud Server*.
  • Eine Domain, die schon auf deinen Server zeigt (eingerichtet in Teil 3). Ohne funktionierende DNS-Auflösung gibt es später kein Let’s-Encrypt-Zertifikat.
  • Zugang zum KeyHelp-Adminbereich im Browser.

Als Platzhalter steht deinkunde für den Benutzernamen des Hosting-Kontos und deinedomain.de für deine Domain.

Schritt 1: Ein Hosting-Konto anlegen

Im Adminbereich öffnest du Allgemein → Benutzerverwaltung und wechselst auf den Reiter Kundenkonten. Hier landen alle Webspaces. Klick oben rechts auf Kunde hinzufügen.

Das Formular ist in mehrere Reiter unterteilt. Keine Sorge — für den Start sind nur wenige Felder wichtig, der Rest sind sinnvolle Voreinstellungen.

Reiter „Allgemein“

Hier legst du die Kerndaten fest:

  • Benutzername: der Login-Name des Kontos (z. B. deinkunde). Kurz und ohne Sonderzeichen.
  • E-Mail-Adresse: für Systemnachrichten an dieses Konto.
  • Passwort: ein starkes Passwort — am bequemsten über Passwortvorschlag → Generieren. Notier es dir, du brauchst es gleich für den Login ins Kundenkonto.
  • System-Domain erstellen: lass das auf Ja.

Reiter „Kontaktdaten“

Name, Firma, Adresse und Co. Für einen echten Kunden füllst du das aus; für deinen eigenen Webspace kannst du es leer lassen oder kurz ausfüllen. Pflichtfelder gibt es hier keine.

Reiter „Ressourcen“

Hier legst du die Grenzen des Kontos fest: Speicherplatz, Traffic, Anzahl Domains, Datenbanken, E-Mail-Konten, FTP-Benutzer und mehr. Für deinen eigenen Server kannst du großzügig sein oder bei den meisten Werten das Häkchen Unbegrenzt setzen. Wichtig für WordPress: mindestens eine Datenbank und etwas Speicherplatz.

Reiter „Berechtigungen“

Was darf das Konto? Für eine normale WordPress-Seite brauchst du vor allem FTP, PHP, Datei-Manager und Control Panel-Zugriff. Den Rest kannst du nach Bedarf dazuschalten.

Reiter „PHP“ und „PHP-FPM“

Diese beiden Reiter steuern, wie PHP für das Konto läuft — Arbeitsspeicher, Laufzeiten, Upload-Größen. Die Voreinstellungen passen für WordPress. Nur falls du später größere Medien hochlädst, lohnt ein Blick auf upload_max_filesize und memory_limit.

Reiter „Erweiterte Einstellungen“

Praktisch für später: Hier kannst du ein Konto sperren oder ein Datum setzen, zu dem es automatisch gesperrt oder gelöscht wird. Für den Start lässt du alles leer.

Ein Klick auf Speichern — fertig ist dein Hosting-Konto. Es taucht jetzt in der Kundenliste auf.

Schritt 2: Deine Domain dem Konto zuweisen

Jetzt bekommt das Konto deine echte Domain. Öffne Domains → Domains und klick oben rechts auf Domain hinzufügen.

Zuerst wählst du den Besitzer — das eben angelegte Hosting-Konto deinkunde — und klickst auf Weiter. Ohne Besitzer geht es bewusst nicht weiter.

Im Reiter Allgemein trägst du den vollständigen Domainnamen deinedomain.de ein, lässt den Domain-Typ auf Hauptdomain und das Ziel auf Lokales Verzeichnis. Das passende Web-Verzeichnis schlägt KeyHelp automatisch vor.

Wechsel in den Reiter Sicherheit und wähle das kostenlose Let’s-Encrypt-Zertifikat (statt „Kein Zertifikat“). Um Ausstellung, Erneuerung und die Weiterleitung auf https:// kümmert sich KeyHelp danach von selbst — sobald die Domain auf den Server zeigt.

Die übrigen Reiter (E-Mail, Interpreter/PHP-Version, Apache, Erweitert) kannst du auf den Voreinstellungen lassen. Ein Klick auf Speichern — deine Domain ist dem Konto zugewiesen.

Schritt 3: WordPress installieren

3a: Eine Datenbank anlegen

WordPress speichert alle Inhalte in einer Datenbank — die legst du zuerst an. Melde dich im Kundenkonto an (aus der Kundenliste mit „Anmelden als“, oder direkt mit den Zugangsdaten aus Schritt 1) und öffne Ressourcen → Datenbanken. Klick auf Datenbank hinzufügen: Name und Benutzer füllt KeyHelp automatisch, du vergibst nur ein Passwort (oder lässt eins generieren).

Notier dir Datenbankname, Benutzer und Passwort — die drei Werte brauchst du gleich im WordPress-Assistenten.

3b: Die WordPress-Dateien hochladen

Lade WordPress von de.wordpress.org als ZIP-Paket herunter.

Öffne im Kundenbereich den Datei-Manager, wechsle in das Web-Verzeichnis deiner Domain (der Ordner www/deinedomain.de) und lade die ZIP-Datei über Hochladen dort hinein.

Pack das Archiv direkt auf dem Server aus: Klick beim ZIP auf das Menü und wähle Archiv entpacken.

Danach liegt ein Ordner wordpress im Verzeichnis — die ZIP-Datei kannst du anschließend löschen.

3c: Den Installations-Assistenten durchklicken

Jetzt rufst du https://deinedomain.de im Browser auf — WordPress begrüßt dich mit seinem Setup-Assistenten. Trag die Datenbankdaten aus 3a ein (als Datenbank-Host genügt in der Regel localhost).

Danach vergibst du Seitentitel sowie Admin-Benutzer, Passwort und E-Mail fürs WordPress-Backend. Tipp: Nimm als Benutzernamen nicht „admin“ — das macht Angreifern das Raten unnötig leicht. Ein Klick auf WordPress installieren — fertig.

Schritt 4: Seite aufrufen und absichern

Ruf https://deinedomain.de im Browser auf — deine frische WordPress-Seite sollte erscheinen, mit grünem Schloss in der Adressleiste. Ins Backend kommst du über https://deinedomain.de/wp-admin mit den Admin-Zugangsdaten aus dem Installer.

Zwei Handgriffe direkt zum Start:

  • Aktualisieren: WordPress, Theme und Plugins im Backend auf den neuesten Stand bringen.
  • Unnötiges entfernen: Beispiel-Beitrag, Beispiel-Seite und nicht genutzte Plugins löschen.

Test & Troubleshooting

  • Seite nicht erreichbar: Zeigt die Domain wirklich schon auf den Server? Mit einem DNS-Checker prüfen (siehe Teil 3) — sonst fehlt auch das SSL-Zertifikat.
  • „Datenbank-Verbindungsfehler“: Stimmen die Datenbank-Zugangsdaten? Beim App-Installer passiert das selten; bei manueller Installation die wp-config.php prüfen.
  • Kein grünes Schloss: Let’s Encrypt braucht eine auflösende Domain. Nach der DNS-Propagation stellt KeyHelp das Zertifikat automatisch nach.
  • WordPress fragt nach FTP-Daten bei Updates: Dann fehlen dem Konto Schreibrechte/PHP-FPM-Konfiguration — in KeyHelp ist das normalerweise korrekt vorkonfiguriert.

Wie es jetzt weitergeht

Glückwunsch — deine erste eigene Website läuft, verschlüsselt und auf deinem eigenen Server. Damit ist die Kette komplett: vom nackten Server bis zur fertigen Seite. Sinnvolle nächste Schritte:

  • Backups prüfen: dass deine neue Seite mitgesichert wird — siehe Teil 2.
  • E-Mail einrichten: ein Postfach info@deinedomain.de anlegen (eigenes Tutorial folgt).
  • Der komplette Fahrplan: alle Anleitungen im Hub Server & Hosting Tutorials.

Häufige Fragen

Warum muss ich ein „Kundenkonto“ anlegen, obwohl die Seite mir selbst gehört?
Weil KeyHelp Websites grundsätzlich über Kundenkonten organisiert — auch deine eigene. Der Admin verwaltet den Server, das Kundenkonto hält Webspace, Domain und WordPress. Das trennt Technik und Inhalt sauber und macht es einfach, später weitere Seiten oder echte Kunden hinzuzufügen.
Brauche ich für WordPress vorher eine Datenbank?
In der kostenlosen KeyHelp-Version ja: Du legst die Datenbank selbst an (Schritt 3a) und gibst ihre Zugangsdaten beim WordPress-Setup ein. Nur der 1-Klick-App-Installer der kostenpflichtigen Pro-Version würde die Datenbank automatisch erstellen.
Was ist die System-Domain?
Eine technische Adresse nach dem Schema deinkunde.deinserver.de, die KeyHelp automatisch anlegt. Damit erreichst du den Webspace schon zum Testen, bevor deine echte Domain umgezogen ist. Im Live-Betrieb läuft deine Seite dann unter deiner eigenen Domain.
Muss ich beim Konto SSH aktivieren?
Für eine normale Website nein. SSH gibt dem Konto einen Shell-Zugang, der nicht auf das Heimatverzeichnis beschränkt ist — das brauchst du selten. Wenn doch, sichere den Zugang wie in Teil 4 beschrieben mit Schlüssel-Login ab.
Bekomme ich automatisch HTTPS?
Ja, über das kostenlose Let’s-Encrypt-Zertifikat, das du beim Anlegen der Domain aktivierst. Voraussetzung ist nur, dass die Domain bereits auf deinen Server auflöst — dann stellt KeyHelp das Zertifikat automatisch aus und erneuert es selbstständig.

Quellen: KeyHelp, KeyHelp Wiki, WordPress installieren (Doku)

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