#Netzwerk & Sicherheit · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

PRÄMIEN-BEBEN! GitHub halbiert JETZT die Bug-Bounties — Top-Belohnungen nur noch im VIP-Club

PRÄMIEN-BEBEN! GitHub halbiert JETZT die Bug-Bounties — Top-Belohnungen nur noch im VIP-Club

Fehler finden und dafür kassieren — das war jahrelang der Deal zwischen GitHub und der Security-Community. Ab dieser Woche gilt ein neuer, deutlich magererer Tarif: Die Microsoft-Tochter halbiert die Prämien ihres öffentlichen Bug-Bounty-Programms mindestens — auf jeder Schweregrad-Stufe. Und die richtig dicken Schecks gibt es künftig nur noch in einem geschlossenen VIP-Club.

DIE NEUEN ZAHLEN: Von über 30.000 auf pauschal 10.000 Dollar

Der Kahlschlag im Detail: Für kritische Schwachstellen zahlte GitHub bislang zwischen 20.000 und mehr als 30.000 US-Dollar — künftig gibt es pauschal 10.000 Dollar. Funde mit hohem Schweregrad bringen noch 5.000 Dollar, mittlere 2.000 Dollar und niedrige gerade einmal 250 Dollar. Wer schon einmal wochenlang an einer komplexen Exploit-Kette gearbeitet hat, kann sich ausrechnen, was das für den Stundenlohn bedeutet.

Parallel baut GitHub einen permanenten Invite-only-VIP-Tier auf: Dort winken für kritische Funde weiterhin 30.000 Dollar und mehr, dazu schnellere Antworten und direkter Draht zum Security-Engineering-Team. Eingeladen wird, wer sich über die Jahre einen belastbaren Track Record erarbeitet hat.

DER GRUND: KI-Müll flutet die Triage-Teams

GitHub macht aus dem Motiv keinen Hehl: Das Programm ertrinkt in Low-Effort-Reports und KI-generierten Einreichungen. Seit jeder mit einem Chatbot in Minuten einen professionell klingenden „Vulnerability Report“ erzeugen kann, stapeln sich in den Triage-Queues Meldungen, die bei näherem Hinsehen heiße Luft sind — und echte Funde bleiben länger liegen. Die Prämien-Kürzung soll den Anreiz für Massen-Einreichungen senken, der VIP-Tier die bewährten Forscher bei der Stange halten.

Das Problem ist nicht GitHub-exklusiv: Auch andere Programme und Open-Source-Projekte klagen seit Monaten über KI-Spam im Bug-Bounty-Briefkasten — der Kurationsaufwand explodiert, während der Erkenntnisgewinn stagniert.

WICHTIG FÜR FORSCHER: Alte Reports behalten alte Konditionen

Ein fairer Zug immerhin: Alle vor dem 27. Juli eingereichten Reports — auch die, die noch unbearbeitet in der Warteschlange liegen — werden nach den alten Prämien-Sätzen vergütet. Wer seinen Fund also rechtzeitig gemeldet hat, muss nicht um sein Geld bangen.

FAZIT: Zwei-Klassen-Gesellschaft mit Ansage

Man kann GitHubs Schritt nachvollziehen — Triage-Kapazität ist endlich, und KI-Spam ist ein reales Problem. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack: Das offene Bounty-Modell, das Newcomern den Einstieg in die Security-Forschung ermöglichte, wird spürbar entwertet. Wer heute anfängt, findet gekürzte Prämien und eine VIP-Tür vor, die sich erst nach Jahren öffnet. Ob andere große Programme nachziehen, dürfte die spannendste Frage der nächsten Monate sein — für die Sicherheit des Ökosystems steht dabei einiges auf dem Spiel.

Häufige Fragen

Warum kürzt GitHub die Bug-Bounty-Prämien?
GitHub begründet den Umbau mit einer Flut aus Low-Effort- und KI-generierten Schwachstellen-Reports, die die Triage-Teams überlasten. Niedrigere öffentliche Prämien sollen den Anreiz für Massen-Einreichungen senken. Gleichzeitig will das Unternehmen bewährten Forschern über den neuen VIP-Tier schnellere Rückmeldungen, höhere Belohnungen und engeren Kontakt zum Security-Team bieten.
Wie viel zahlt GitHub jetzt noch für Sicherheitslücken?
Im öffentlichen Programm gibt es seit dem 27. Juli pauschal 10.000 US-Dollar für kritische Funde, 5.000 Dollar für hohen, 2.000 Dollar für mittleren und 250 Dollar für niedrigen Schweregrad. Im Invite-only-VIP-Tier liegen die Prämien für kritische Schwachstellen weiterhin bei 30.000 Dollar oder mehr.
Wie komme ich in den VIP-Tier?
Der VIP-Tier ist ausschließlich auf Einladung zugänglich. GitHub lädt Forscher ein, die über längere Zeit hochwertige, valide Reports eingereicht und sich damit einen nachweisbaren Track Record aufgebaut haben. Einen formalen Bewerbungsprozess gibt es nicht — der Weg führt über kontinuierliche, saubere Arbeit im öffentlichen Programm.
Was passiert mit Reports, die vor dem Stichtag eingereicht wurden?
Alle Reports, die vor dem 27. Juli 2026 eingereicht wurden, behalten die alten Prämien-Konditionen — ausdrücklich auch solche, die noch unbeantwortet in GitHubs Triage-Warteschlange liegen. Für sie gelten also weiterhin die bisherigen Sätze von bis zu 30.000 Dollar und mehr bei kritischen Funden.
Ist das schlecht für die Sicherheit von Open Source?
Das ist umstritten. Kritiker fürchten, dass geringere Anreize im offenen Programm dazu führen, dass Funde seltener gemeldet oder an zahlungskräftigere Abnehmer verkauft werden. Befürworter halten dagegen, dass weniger KI-Spam die Bearbeitung echter Schwachstellen beschleunigt. Wie sich der Umbau auswirkt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen — auch daran, ob andere Plattformen nachziehen.

Quellen: The Hacker News · The Register

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