#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

CasaOS auf dem Raspberry Pi 5: Heimserver mit App-Store in 10 Minuten installieren

CasaOS verwandelt deinen Raspberry Pi 5 in einen Heimserver mit App-Store: ein Befehl, 5 Minuten Installation, über 350 Apps. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Screenshots.

CasaOS auf dem Raspberry Pi 5: Heimserver mit App-Store in 10 Minuten installieren

Du willst Nextcloud, Jellyfin oder Pi-hole auf deinem Raspberry Pi betreiben, ohne dich durch Docker-Compose-Dateien zu wühlen? Genau dafür gibt es CasaOS: eine kostenlose Open-Source-Oberfläche, die deinen Raspberry Pi in einen Heimserver mit App-Store verwandelt. In diesem Tutorial installieren wir CasaOS Schritt für Schritt auf einem Raspberry Pi 5 — alle Screenshots stammen aus der echten Installation.

Warum CasaOS (und nicht Umbrel)?

Ursprünglich wollten wir Umbrel installieren. Seit umbrelOS 1.0 lässt sich Umbrel aber nicht mehr auf einem bestehenden System installieren — es will als komplettes Betriebssystem auf die SD-Karte geflasht werden, und dein bisheriges Setup wäre weg. CasaOS dagegen installiert sich auf dein laufendes Debian oder Raspberry Pi OS drauf, bringt Docker automatisch mit und bietet einen App-Store mit über 350 Apps. Für alle, die ihren Pi nicht neu aufsetzen wollen, ist CasaOS damit die deutlich flexiblere Wahl.

Schritt 1: System prüfen

Verbinde dich per SSH mit deinem Pi und verschaffe dir einen Überblick. Unser Testgerät: ein Raspberry Pi 5 mit 8 GB RAM und 128-GB-SD-Karte unter Debian 13 (Trixie):

Terminal-Ausgabe: Raspberry Pi 5 Model B, Debian 13 Trixie, 8 GB RAM, 117 GB Speicher
Systemcheck auf dem Pi: Modell, OS-Version, RAM und freier Speicherplatz. (Klick zum Vergrößern)

CasaOS braucht offiziell nur 1 GB RAM und ein paar GB freien Speicher — ein Pi 4 reicht also auch. Wichtig: Port 80 muss frei sein, denn dort läuft später die Weboberfläche.

Schritt 2: CasaOS mit einem Befehl installieren

Die gesamte Installation erledigt das offizielle Skript:

curl -fsSL https://get.casaos.io | sudo bash

Das Skript prüft zuerst Architektur, RAM und Speicherplatz, installiert dann Docker samt Abhängigkeiten und lädt die CasaOS-Komponenten herunter. Auf unserem Pi 5 dauerte das rund 5 Minuten:

CasaOS-Installationsskript: Systemchecks bestanden, Docker installiert, CasaOS läuft unter der lokalen IP
Die Installation läuft vollautomatisch durch — am Ende zeigt das Skript die Adresse der Weboberfläche an. (Klick zum Vergrößern)

Hinweis: Wie immer bei curl | sudo bash gilt: Du führst ein Skript mit Root-Rechten aus dem Internet aus. Wirf bei Bedarf vorher einen Blick auf den Quellcode im GitHub-Repo von CasaOS.

Schritt 3: Ersteinrichtung im Browser

Öffne im Browser die IP-Adresse deines Pi (bei uns http://192.168.90.228). Beim ersten Aufruf begrüßt dich CasaOS mit einem Willkommensbildschirm — klicke auf „Loslegen“ und vergib Benutzername und Passwort für dein lokales Admin-Konto. Das war schon die ganze Einrichtung.

Schritt 4: Das Dashboard

CasaOS-Dashboard mit Systemstatus-Widgets: CPU, RAM, Speicher und Netzwerk
Das CasaOS-Dashboard: CPU, RAM, Speicher und Netzwerk auf einen Blick — im Leerlauf nur 1–2 % CPU-Last. (Klick zum Vergrößern)

Das Dashboard zeigt dir live CPU-Last, RAM-Belegung, Speicher und Netzwerk-Traffic. Direkt nach der Installation belegt CasaOS gerade einmal gut 1 GB RAM inklusive System — auf einem 8-GB-Pi bleibt also reichlich Luft für Apps. Mit dabei: ein Dateimanager („Files“), mit dem du ohne Terminal auf die Daten deines Pi zugreifst.

Schritt 5: Apps aus dem Store installieren

CasaOS App Store mit über 350 Apps, darunter AdGuard Home, Audiobookshelf und Actual Budget
Über 350 Apps per Ein-Klick-Installation: von AdGuard Home über Audiobookshelf bis Actual Budget. (Klick zum Vergrößern)

Der App-Store ist das Herzstück: über 350 Apps lassen sich per Klick installieren — unter der Haube sind das Docker-Container, um deren Konfiguration sich CasaOS kümmert. Ein paar Klassiker für den Einstieg:

  • AdGuard Home — netzwerkweiter Werbe- und Tracker-Blocker (Pi-hole-Alternative)
  • Nextcloud — deine private Cloud für Dateien, Kalender und Kontakte
  • Jellyfin — Medienserver für Filme, Serien und Musik
  • Syncthing — Dateisynchronisation zwischen deinen Geräten
  • Home Assistant — Smart-Home-Zentrale

Sicherheitshinweise

CasaOS ist für das lokale Netzwerk gedacht: Die Weboberfläche läuft unverschlüsselt über HTTP auf Port 80. Gib den Pi nicht per Portfreigabe ins Internet — wenn du von unterwegs zugreifen willst, nutze ein VPN wie WireGuard oder Tailscale. Für den Notfall: Mit casaos-uninstall wirst du CasaOS rückstandslos wieder los.

Häufige Fragen

Läuft CasaOS auch auf dem Raspberry Pi 4 oder Zero 2?
Auf dem Pi 4 läuft CasaOS problemlos, auch mit 2–4 GB RAM. Auf dem Zero 2 W (512 MB RAM) wird es eng — das System startet zwar, aber für größere Apps wie Nextcloud oder Jellyfin reicht der Speicher nicht.
Was ist der Unterschied zu Umbrel?
Umbrel (umbrelOS) muss seit Version 1.0 als eigenes Betriebssystem geflasht werden und ersetzt dein bisheriges System komplett. CasaOS installiert sich dagegen auf ein bestehendes Debian/Raspberry Pi OS und lässt sich auch wieder deinstallieren. Funktional sind sich beide ähnlich: App-Store, Docker-Basis, Weboberfläche.
Braucht CasaOS eine eigene SD-Karte oder SSD?
Nein, CasaOS nutzt den vorhandenen Speicher. Für dauerhaften Betrieb mit schreibintensiven Apps (Datenbanken, Nextcloud) empfiehlt sich aber eine SSD per USB 3 oder NVMe-HAT statt der SD-Karte — das ist schneller und langlebiger.
Wie installiere ich Apps, die nicht im Store sind?
Über „Benutzerdefinierte Installation“ kannst du beliebige Docker-Images einbinden — inklusive Port-, Volume- und Umgebungsvariablen-Konfiguration über die Weboberfläche.

Quellen: CasaOS (offizielle Website), CasaOS auf GitHub, Umbrel

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