#Linux & Open Source · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

FIREWALL-UMBAU! IPFire wirft Unbound raus — dein DNS bekommt jetzt Verschlüsselung ab Werk

FIREWALL-UMBAU! IPFire wirft Unbound raus — dein DNS bekommt jetzt Verschlüsselung ab Werk

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Die freie Firewall-Distribution IPFire baut ihr Fundament um: Mit 2.29 Core Update 203 fliegt der langjährige DNS-Resolver Unbound raus — ersetzt durch den Knot Resolver. Das ist weit mehr als ein Software-Tausch: Die Entwickler krempeln die komplette Namensauflösung deiner Firewall um und schalten dabei Funktionen frei, für die du bisher Zusatz-Tools brauchtest.

DAS steckt im neuen Resolver

Der Knot Resolver bringt eine ganze Liste an Neuerungen mit, die es in IPFire so bisher nicht gab:

Verschlüsseltes Upstream-DNS: Anfragen an vorgelagerte DNS-Server laufen jetzt per DNS over TLS — dein Internet-Provider sieht nicht mehr im Klartext, welche Domains dein Netz auflöst. DNS-Firewall: Unerwünschte Domains lassen sich direkt im Resolver blocken — die Basis für Werbe-, Tracking- und Malware-Filter ohne Extra-Software. Dazu kommen SafeSearch für Suchmaschinen, Conditional Forwarding (bestimmte Domains gezielt an interne Server weiterleiten, praktisch für VPN- und Firmen-Setups), lokale Overrides, eine engere DHCP-Integration, ein persistenter Cache, der Neustarts überlebt, und ein geteilter Zustand über mehrere Worker-Prozesse für mehr Tempo unter Last.

WARUM der Wechsel eine große Sache ist

DNS ist das Adressbuch deines Netzwerks — und traditionell eines der größten Datenschutz-Lecks: Jede aufgerufene Domain wandert unverschlüsselt durchs Netz, wenn du nichts dagegen tust. Dass eine Firewall-Distribution Verschlüsselung und Filterung ab Werk mitbringt, macht sauberes, privates DNS für Einsteiger deutlich zugänglicher. Bisher haben sich viele dafür Pi-hole oder AdGuard Home neben die Firewall gestellt — mit dem neuen Resolver kann IPFire einen Teil davon selbst übernehmen.

SO gehst du das Update an

Bei einem Unterbau-Wechsel dieser Größe gilt: Erst Backup, dann Update. Sichere deine Konfiguration im Webinterface, spiele Core Update 203 ein und prüfe danach in Ruhe die DNS-Einstellungen — insbesondere, ob deine bisherigen Upstream-Server DNS over TLS sprechen, und ob eigene Sonderkonfigurationen (lokale Zonen, Weiterleitungen) korrekt übernommen wurden. Teste anschließend aus dem LAN ein paar Auflösungen, bevor du das Thema abhakst.

EXTRA-TIPP: Alte Hardware wird zur Profi-Firewall

IPFire läuft auf fast jeder x86-Hardware — ein ausgemusterter Büro-PC mit zweiter Netzwerkkarte reicht für den Einstieg. Wer eine sparsame, leise Dauerlauf-Box will, greift zu einem kompakten Mini-PC wie dem Intel NUC 13 Pro*: wenig Stromverbrauch, genug Leistung für Firewall, DNS-Filter und VPN gleichzeitig — und dein Router-Zwang hat ein Ende.

FAZIT

Core Update 203 ist eines der wichtigsten IPFire-Updates seit Jahren: mehr Privatsphäre, mehr Kontrolle, weniger Zusatz-Gefrickel. Wer IPFire einsetzt, sollte zeitnah — aber mit Backup — updaten.

Häufige Fragen

Was ist neu in IPFire 2.29 Core Update 203?
Das Update ersetzt den DNS-Resolver Unbound durch Knot Resolver. Neu sind unter anderem DNS over TLS zu Upstream-Servern, eine DNS-Firewall zum Blocken von Domains, SafeSearch, Conditional Forwarding, lokale Overrides, DHCP-Integration, ein persistenter Cache und geteilter Zustand über mehrere Worker.
Soll ich sofort updaten oder warten?
Zeitnah updaten ist sinnvoll, denn Firewall-Systeme sollten aktuell bleiben. Weil hier aber eine zentrale Komponente ausgetauscht wird, gilt: vorher ein Konfigurations-Backup anlegen und das Update in einem Zeitfenster einspielen, in dem ein kurzer Netzausfall verschmerzbar ist.
Bricht das Update meine bestehende DNS-Konfiguration?
Die Migration übernimmt die Einstellungen weitgehend automatisch. Prüfen solltest du trotzdem: eingetragene Upstream-Server (unterstützen sie DNS over TLS?), eigene lokale Zonen und Weiterleitungen. Nach dem Update ein paar Testauflösungen aus dem LAN machen, dann bist du auf der sicheren Seite.
Wie führe ich das Update durch?
Im IPFire-Webinterface unter „System“ das Core Update 203 herunterladen und installieren, anschließend neu starten. Alternativ per Konsole mit pakfire. Vorher wie immer: Backup der Konfiguration über das Webinterface ziehen.

Quellen: Tux Machines · 9to5Linux

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