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Die freie Firewall-Distribution IPFire baut ihr Fundament um: Mit 2.29 Core Update 203 fliegt der langjährige DNS-Resolver Unbound raus — ersetzt durch den Knot Resolver. Das ist weit mehr als ein Software-Tausch: Die Entwickler krempeln die komplette Namensauflösung deiner Firewall um und schalten dabei Funktionen frei, für die du bisher Zusatz-Tools brauchtest.
DAS steckt im neuen Resolver
Der Knot Resolver bringt eine ganze Liste an Neuerungen mit, die es in IPFire so bisher nicht gab:
Verschlüsseltes Upstream-DNS: Anfragen an vorgelagerte DNS-Server laufen jetzt per DNS over TLS — dein Internet-Provider sieht nicht mehr im Klartext, welche Domains dein Netz auflöst. DNS-Firewall: Unerwünschte Domains lassen sich direkt im Resolver blocken — die Basis für Werbe-, Tracking- und Malware-Filter ohne Extra-Software. Dazu kommen SafeSearch für Suchmaschinen, Conditional Forwarding (bestimmte Domains gezielt an interne Server weiterleiten, praktisch für VPN- und Firmen-Setups), lokale Overrides, eine engere DHCP-Integration, ein persistenter Cache, der Neustarts überlebt, und ein geteilter Zustand über mehrere Worker-Prozesse für mehr Tempo unter Last.
WARUM der Wechsel eine große Sache ist
DNS ist das Adressbuch deines Netzwerks — und traditionell eines der größten Datenschutz-Lecks: Jede aufgerufene Domain wandert unverschlüsselt durchs Netz, wenn du nichts dagegen tust. Dass eine Firewall-Distribution Verschlüsselung und Filterung ab Werk mitbringt, macht sauberes, privates DNS für Einsteiger deutlich zugänglicher. Bisher haben sich viele dafür Pi-hole oder AdGuard Home neben die Firewall gestellt — mit dem neuen Resolver kann IPFire einen Teil davon selbst übernehmen.
SO gehst du das Update an
Bei einem Unterbau-Wechsel dieser Größe gilt: Erst Backup, dann Update. Sichere deine Konfiguration im Webinterface, spiele Core Update 203 ein und prüfe danach in Ruhe die DNS-Einstellungen — insbesondere, ob deine bisherigen Upstream-Server DNS over TLS sprechen, und ob eigene Sonderkonfigurationen (lokale Zonen, Weiterleitungen) korrekt übernommen wurden. Teste anschließend aus dem LAN ein paar Auflösungen, bevor du das Thema abhakst.
EXTRA-TIPP: Alte Hardware wird zur Profi-Firewall
IPFire läuft auf fast jeder x86-Hardware — ein ausgemusterter Büro-PC mit zweiter Netzwerkkarte reicht für den Einstieg. Wer eine sparsame, leise Dauerlauf-Box will, greift zu einem kompakten Mini-PC wie dem Intel NUC 13 Pro*: wenig Stromverbrauch, genug Leistung für Firewall, DNS-Filter und VPN gleichzeitig — und dein Router-Zwang hat ein Ende.
FAZIT
Core Update 203 ist eines der wichtigsten IPFire-Updates seit Jahren: mehr Privatsphäre, mehr Kontrolle, weniger Zusatz-Gefrickel. Wer IPFire einsetzt, sollte zeitnah — aber mit Backup — updaten.
Häufige Fragen
Was ist neu in IPFire 2.29 Core Update 203?
Soll ich sofort updaten oder warten?
Bricht das Update meine bestehende DNS-Konfiguration?
Wie führe ich das Update durch?
Quellen: Tux Machines · 9to5Linux