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Während OpenAI und Anthropic sich an der Spitze duellieren, verfolgt eine wachsende Gruppe von Bastlern die entgegengesetzte Idee: KI, die das Haus nicht verlässt. Minisforum bedient genau diese Gruppe — und hat auf der IFA in Berlin zwei Geräte gezeigt, die dafür gebaut sind.
ZWEI Kisten, ein Chip
Vorgestellt wurden die AI Mini Workstation MS-S1 MAX-P495 und der AI Agent NAS N5 MAX-P495. Beide setzen auf denselben Antrieb: den AMD Ryzen AI Max+ Pro 495 mit eingebauter Radeon-8065S-Grafik.
Die Eckdaten, die zählen:
- Bis zu 131 TOPS KI-Rechenleistung
- Bis zu 192 Gigabyte gemeinsam genutzter Speicher
- Davon bis zu 160 Gigabyte als Grafikspeicher zuweisbar
- Beim NAS zusätzlich: bis zu 200 Terabyte lokaler Plattenplatz
WARUM der Speicher wichtiger ist als die TOPS
„131 Billionen Operationen pro Sekunde“ klingt gewaltig, und Marketingabteilungen lieben diese Zahl. In der Praxis entscheidet bei Sprachmodellen aber meistens etwas anderes: Passt das Modell in den schnellen Speicher — oder nicht?
Genau da liegt der eigentliche Trick dieser Bauart. Eine Grafikkarte der Mittelklasse hat 12 oder 16 Gigabyte Grafikspeicher. Was nicht hineinpasst, muss nachgeladen werden, und das bremst dramatisch. Ein System mit gemeinsam genutztem Speicher kann dagegen 160 Gigabyte als Grafikspeicher freigeben. Damit landen auch dicke Modelle komplett im schnellen Speicher.
Das Ergebnis ist kein Geschwindigkeitsrekord — eine große Grafikkarte bleibt bei roher Rechenleistung vorn. Aber du kannst Modelle überhaupt erst betreiben, die dir sonst verwehrt bleiben. Für den Heimgebrauch ist das oft der wichtigere Unterschied.
Der NAS als KI-Rückgrat
Spannend ist die Rolle, die Minisforum dem N5 zuschreibt: nicht Speicher oder Rechner, sondern beides in einem Gerät. Der Hersteller nennt als Anwendungsfälle Wissensdatenbanken mit Dokumentenrückgriff, Einbettungen, Datenbanken und dauerhaft laufende KI-Agenten.
Der Gedanke dahinter ist einleuchtend: Wenn deine Dokumente ohnehin auf dem NAS liegen, ist es unsinnig, sie für jede Anfrage über das Netz zu einem zweiten Gerät zu schicken. Rechenleistung dorthin bringen, wo die Daten schon sind — das spart Wege und hält alles im Haus.
ACHTUNG: Preis und Termin fehlen
Hier ist die Bremse. Minisforum hat weder Preise noch einen Verkaufstermin genannt. Beide Geräte standen auf der Messe, mehr nicht. Bei früheren Ankündigungen des Herstellers vergingen zwischen Messeauftritt und Marktstart regelmäßig Monate.
Für die Einordnung: Systeme mit den großen Ryzen-AI-Max-Chips und viel Speicher liegen bislang im vierstelligen Bereich. Eine Ausbaustufe mit 192 Gigabyte wird kaum ein Schnäppchen.
EXTRA-TIPP: klein anfangen, dann entscheiden
Wenn dich lokale KI reizt, du aber noch nicht weißt, ob du sie wirklich nutzt, ist ein vierstelliger Kauf ins Blaue der falsche Einstieg. Der bessere Weg: Erst mit dem anfangen, was du hast. Ein handelsüblicher Mini-PC reicht, um kleinere Modelle laufen zu lassen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Aufgaben du überhaupt lokal erledigen willst.
Ein Gerät wie der Minisforum UM890 Pro Mini-PC* spielt in einer ganz anderen Preisklasse, taugt aber prima als Übungsplatz: Container, Automatisierung, kleine Modelle — und wenn du danach merkst, dass dir Speicher und Tempo ausgehen, weißt du wenigstens genau, wofür du aufrüstest. Diese Klarheit ist am Ende mehr wert als jede TOPS-Zahl auf einem Messeschild.
FAZIT: richtige Richtung, offene Rechnung
Minisforum trifft mit der Kombination aus Speicher und lokaler KI-Rechenleistung einen echten Bedarf — die Nachfrage nach Geräten, die Modelle im eigenen Netz betreiben, wächst spürbar. Solange Preis und Termin fehlen, bleibt es aber eine Ankündigung. Notiere dir die Daten, warte die Preisliste ab, und übe in der Zwischenzeit auf kleinerer Hardware.