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Am 18. August stand hier die Frage: Browser wechseln oder Alternative akzeptieren — Frist bis Ende des Monats. Die Frist ist abgelaufen. Am 31. August 2026 hat Google die letzten Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store entfernt. Darunter uBlock Origin, den mit Abstand meistgenutzten Werbeblocker des Netzes.
WAS DAS FÜR DEINEN BROWSER BEDEUTET
Erst mal die halbwegs gute Nachricht: Installierte Kopien laufen weiter. Wenn uBlock Origin bei dir aktiv ist, verschwindet es nicht über Nacht. Es filtert weiter, es blockt weiter.
Und jetzt der Haken. Die Erweiterung bekommt keine Updates mehr. Keine neuen Filterregeln über den Store, keine Fehlerbehebungen, keine Anpassungen an neue Werbetechniken. Ein Werbeblocker, der nicht mehr nachgeführt wird, verliert seine Wirkung nicht an einem Tag — aber Woche für Woche ein Stück.
Die harte Regel: Löschst du die Erweiterung, ist sie weg. Neu installieren geht nicht mehr, denn im Store liegt sie nicht mehr. Wer auf einen neuen Rechner umzieht oder sein Profil zurücksetzt, steht ohne da.
DER LETZTE TRICK IST SEIT JUNI TOT
Erfahrene Nutzer haben MV2-Erweiterungen zuletzt über eine Richtlinieneinstellung am Leben gehalten. Mit Chrome 150 vom 30. Juni 2026 ist diese Möglichkeit entfallen. Damit gibt es innerhalb von Chrome keinen offiziellen Weg mehr zurück.
WAS DIR JETZT BLEIBT — drei Wege
Weg 1: Browser wechseln. Firefox unterstützt weiterhin beide Erweiterungsformate. uBlock Origin läuft dort in voller Ausbaustufe.
Weg 2: Brave. Das Brave-Team hostet vier bekannte MV2-Erweiterungen über eine eigene Infrastruktur weiter, darunter uBlock Origin, AdGuard, uMatrix und NoScript. Ein Sonderweg, aber ein funktionierender.
Weg 3: Filtern, bevor es den Browser erreicht. Der aus meiner Sicht robusteste Ansatz im Heimnetz: ein netzwerkweiter Filter per Pi-hole oder AdGuard Home. Er wirkt für jedes Gerät im Haushalt — auch für Fernseher und Handys, in denen du gar keine Erweiterung installieren kannst. Ein sparsamer Kleinrechner wie der Raspberry Pi 5* reicht dafür völlig; Anleitungen dazu findest du hier im Blog. Ganz ersetzt das einen Blocker im Browser nicht, weil er weder Elemente auf der Seite ausblenden noch Skripte im Nachhinein bändigen kann. Als Grundschicht ist er trotzdem stark.
WARUM GOOGLE DAS TUT
Die offizielle Begründung lautet: Sicherheit und Leistung. Manifest V3 schränkt ein, was Erweiterungen mit deinem Datenverkehr anstellen dürfen — was tatsächlich sinnvolle Seiten hat, weil Erweiterungen mit weitreichenden Rechten immer wieder als Datenschleuder aufgefallen sind.
Die unbequeme Seite: Ausgerechnet die Schnittstelle, die inhaltsfilternde Erweiterungen brauchen, ist die, die beschnitten wurde. Und ausgerechnet Werbung ist das Geschäft des Herstellers. Beides kann stimmen — man darf es nur nicht getrennt betrachten.
FAZIT: Jetzt nichts löschen
Wenn du bei Chrome bleibst: Finger weg vom Deinstallieren, so lange die alte Version bei dir läuft. Wenn du wechseln willst: Firefox oder Brave. Und in jedem Fall lohnt der Blick auf einen Filter im eigenen Netz, denn der ist von der Entscheidung eines Browserherstellers schlicht nicht betroffen.