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Der Raspberry Pi war jahrelang die günstige Basis fürs Homelab. Damit ist es vorerst vorbei. Weil die Preise für Arbeitsspeicher (DRAM) durch die Decke gehen, ist ein komplett ausgestatteter Pi 5 inzwischen fast so teuer wie ein fertiger Mini-PC mit Intel-Chip.
DIE ZAHLEN: Vier Cent Unterschied
Bekannt gemacht hat den Fall der Bastler und Autor Jeff Geerling, Tom’s Hardware hat unabhängig nachgerechnet. Das Ergebnis ist verblüffend: Ein voll bestücktes Pi-5-Kit mit 16 GB lag bei rund 246,95 US-Dollar — ein vergleichbarer Mini-PC mit N100, 16 GB RAM und 512 GB SSD bei 246,99 Dollar. Vier Cent Unterschied. Vor einem Jahr trennten die beiden noch rund 50 Dollar.
Schuld ist die DRAM-Krise: Der Speicher, der auf dem Pi verbaut ist, ist dramatisch teurer geworden. Rechnet man Gehäuse, Netzteil und einen NVMe-HAT dazu, landet ein brauchbarer Pi-5-Aufbau schnell bei rund 150 Dollar aufwärts — der Ruf als Billig-Fundament ist dahin.
DAS BEDEUTET ES FÜR DEIN HOMELAB
Bei nahezu gleichem Preis stellt sich die Frage neu: Rechenpower oder Sparsamkeit? Ein Intel-Mini-PC liefert deutlich mehr Leistung, Docker-Container und mehrere virtuelle Maschinen laufen entspannter. Der Pi bleibt dagegen ungeschlagen beim Stromverbrauch — für einen Dauerläufer, der nur Home Assistant oder ein, zwei Dienste hostet, ist das ein echtes Argument.
Suchst du eine kompakte, sparsame Basis für ein einzelnes Projekt, ist der Raspberry Pi 5* weiter eine runde Sache — nur eben nicht mehr konkurrenzlos billig. Willst du dagegen mehrere Dienste, VMs oder einen kleinen Proxmox-Knoten betreiben, holst du fürs gleiche Geld mit einem Mini-PC wie dem Minisforum UM790 Pro* spürbar mehr Rechenleistung ins Rack.
EXTRA-TIPP: Alte Hardware schlägt Neukauf
Geerlings Fazit für 2026: Vorhandenes wiederverwenden. Ein ausgemusterter Büro-PC oder ein alter Laptop hat oft mehr Dampf als ein neuer Pi — und kostet nichts. Wer den Homelab-Einstieg sucht, sollte erst den Keller durchforsten, bevor er neu bestellt.
FAZIT: Die Wahl ist wieder spannend
Der Pi ist nicht schlechter geworden — die Konkurrenz ist nur billiger im Vergleich. Kläre vor dem Kauf drei Dinge: Wie viel Leistung brauchst du wirklich? Wie wichtig ist dir niedriger Stromverbrauch? Und was liegt vielleicht schon ungenutzt herum? Danach fällt die Entscheidung fast von allein.