Zwei Wochen nach Gemini 4 Argon legt Google nach: Gemini 4 Carbon ist angekündigt. Laut Ars Technica ist es nicht das lang erwartete Flash-Pendant, sondern eine Verbesserung von Argon. Und wie bei Argon gilt: Google hält das Modell erst einmal zurück.
WAS GOOGLE VERSPRICHT
Google nennt einen „signifikanten Sprung“ bei Programmieren, agentischen Aufgaben und wissenschaftlicher Analyse. Besonders betont wird die IT-Sicherheit:
- Deutliche Fortschritte beim Finden, Prüfen und Beheben von Schwachstellen.
- Doppelt so oft Code ohne Sicherheitslücken wie Argon.
- Laut dem Chrome-Team zehnmal bessere Patches als Modelle anderer Anbieter.
- Plus 89 Punkte bei der WebDev Arena, jetzt Platz vier der Bestenliste.
DIE BENCHMARKS: KNAPP VORN
Google zeigt Zahlen, nach denen Carbon an der Spitze liegt. Es schlägt Argon in jedem veröffentlichten Test, aber mit schmalen Abständen. Auch gegen GPT-6 Astra, Claude Opus 5.5 und Claude Fable 5.1 liegt Carbon in fast jedem Test vorn. Ars Technica merkt an: Alle Spitzenmodelle landen in diesen Tests in derselben Nachbarschaft, der Vorsprung beträgt nur wenige Punkte. Ob Carbon wirklich ein neues Modell ist oder ein verbessertes Argon nach dem Training, bleibt offen.
PROMPT-INJECTION: NULL PROZENT
Im Grey-Swan-Test widerstand Carbon laut Google jedem Prompt-Injection-Angriff. Das ergibt 0 Prozent Erfolgsquote für Angreifer. Zum Vergleich nennt Google Argon mit 0,7 Prozent, Claude Opus 5.5 mit 1 Prozent und GPT-6 Astra mit 8,5 Prozent. Das sind Herstellerangaben aus einem einzelnen Test.
WARUM DU ES NICHT SOFORT NUTZEN KANNST
Google begründet die Zurückhaltung mit den Fähigkeiten bei Coding und Cybersecurity. Das Modell brauche einen „deliberativen Ansatz“. Google arbeitet dafür im freiwilligen Testrahmen der US-Regierung. Danach soll Carbon über das Fairwinds-Programm für Cyberverteidigung ausgerollt werden. Einen Termin für die breite Freigabe nennt Google nicht. Bei Argon dauerte es etwa zwei Wochen.
WAS ES KOSTEN SOLL
Wahrscheinlich kommt Carbon zuerst für AI-Ultra-Abonnenten und Entwickler über die Gemini-API. Wie bei Argon gibt es zunächst einen Einführungspreis von 2 Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Token. Nach der Einführungsphase verdoppelt sich der Preis. Argons Rabatt gilt bis Ende November. Für Carbon nennt Google kein Enddatum und wollte auf Nachfrage keines nennen.
WAS DAS FÜR DICH BEDEUTET
- Nichts überstürzen: Es gibt noch keinen Zugang, plane noch nicht um.
- Eigene Tests: Ein Vorsprung von wenigen Punkten sagt wenig über deine Aufgaben. Teste mit echten Fällen.
- Kosten: Rechne mit dem doppelten Preis nach der Einführungsphase.
- Sicherheit: Prompt-Injection bleibt ein Risiko, auch wenn ein Test 0 Prozent zeigt.
FAZIT: Rennen ohne Zielband
Die Spitzenmodelle rücken eng zusammen, und Freigaben werden vorsichtiger. Für Anwender zählt weniger der Benchmark als die Verfügbarkeit, der Preis und die eigene Aufgabe. Sobald Google das Modell öffnet, lohnt sich ein eigener Vergleich.