#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

WINDOWS-LECK! Neuer Zero-Day klaut fremde Nutzer-Rechte — Stunden nach dem Patchday

WINDOWS-LECK! Neuer Zero-Day klaut fremde Nutzer-Rechte — Stunden nach dem Patchday

Kaum hat Microsoft am Dienstag seinen Rekord-Patchday hinter sich gebracht, legt ein Sicherheitsforscher nach: LegacyHive heißt der frische Zero-Day, den „Chaotic Eclipse“ (alias Nightmare-Eclipse) nur Stunden nach dem Update-Marathon veröffentlicht hat — samt fertigem Machbarkeitsbeweis.

UNGLAUBLICH: Fremde Registry im eigenen Konto

Die Lücke sitzt im Windows User Profile Service (ProfSvc) — der Komponente, die beim Anmelden dein Nutzerprofil lädt. Der Trick: Ein normaler Nutzer kann beeinflussen, wo Windows nach der Profildatei UsrClass.dat sucht. So lässt sich die Registry-Struktur eines anderen Kontos unter die eigene laden — der Weg zu höheren Rechten.

Technisch kombiniert der Exploit einen sauber getimten Pfad-Wechsel, eine Umleitung im Object-Manager-Namensraum und das Nachahmen eines anderen Nutzers beim Profil-Laden.

ENTWARNUNG? Der Angriff hat Hürden

Bevor Panik ausbricht: Die öffentliche Version des Exploits ist bewusst entschärft. Sie braucht die Zugangsdaten eines zweiten Standard-Nutzers und den Namen eines dritten Kontos. Der Forscher betont, die Originalversion habe diese Vorbedingungen nicht gehabt. The Register spottete bereits, der als „knochenbrechend“ angekündigte Zero-Day sei nicht der große Hammer geworden.

GEFAHR: Kein CVE, kein Patch

Trotz der Schwere hat die Lücke bislang keine CVE-Nummer, keine Microsoft-Meldung und keinen offiziellen Fix. Der Machbarkeitsbeweis funktioniert laut Autor auf allen unterstützten Windows-Desktop- und Server-Versionen, die die Juli-2026-Updates erhalten haben.

FAZIT: Beobachten statt hektisch werden

Für dich als Privatnutzer ist das Risiko überschaubar — der Angreifer braucht bereits ein Konto auf deinem System. In Unternehmen mit vielen Nutzern auf einer Maschine ist die Lage ernster. Dort lohnt es, ungewöhnliche Profil-Ladevorgänge und neu auftauchende Konten im Auge zu behalten, bis Microsoft nachbessert.

Häufige Fragen

Ist LegacyHive gefährlicher als die Patchday-Lücken?
Nein, nicht unbedingt. LegacyHive braucht bereits einen lokalen Zugang und im öffentlichen Beweis sogar zwei weitere Konten. Die am Patchday geschlossenen, aktiv ausgenutzten Zero-Days sind für die meisten Systeme das dringendere Problem — LegacyHive ist vor allem für Mehrbenutzer-Systeme relevant.
Warum gibt es keine CVE-Nummer?
Der Forscher hat den Machbarkeitsbeweis eigenständig veröffentlicht, ohne dass Microsoft die Lücke bereits mit einer CVE erfasst oder eine Meldung herausgegeben hat. Das ist bei sogenannten Full-Disclosure-Veröffentlichungen nicht ungewöhnlich, erschwert aber die Nachverfolgung.
Wie kann ich mich bis zum Patch schützen?
Halte deine Windows-Updates aktuell, vergib nur die nötigsten Konten pro Maschine und achte auf ungewöhnliche Anmelde- oder Profil-Ladevorgänge. In Firmenumgebungen helfen Überwachung des User Profile Service und strikte Rechtevergabe.

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