#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ORDNER-FALLE! Cursor führt fremden Code aus — schon beim ÖFFNEN eines Projekts

ORDNER-FALLE! Cursor führt fremden Code aus — schon beim ÖFFNEN eines Projekts

Du klonst ein spannendes Projekt von GitHub, öffnest den Ordner in Cursor — und in genau diesem Moment läuft fremder Code auf deinem PC. Kein Klick, kein Warnfenster, keine Nachfrage. So einfach ist die Lücke, die Sicherheitsforscher jetzt öffentlich gemacht haben.

SCHOCK: Das Öffnen ist der ganze Angriff

Der Fehler steckt darin, wie Cursor beim Laden eines Projekts nach der Git-Software sucht. Die IDE schaut an mehreren Stellen nach — und eine davon ist der Projektordner selbst. Liegt dort eine Datei namens git.exe, startet Cursor sie sofort. Und zwar mit deinen Rechten: Zugriff auf deinen Quellcode, deine SSH-Schlüssel und deine Cloud-Tokens.

Das Fiese: Cursor ruft die Datei immer wieder auf, solange das Projekt offen bleibt. Zum Beweis benannten die Forscher von Mindgard einfach den Windows-Taschenrechner in git.exe um und legten ihn ins Repo — beim Öffnen ging das Programm auf.

GEFAHR: Sieben Monate gemeldet, kein Patch

Mindgard hat die Lücke bereits am 15. Dezember 2025 an Cursor gemeldet. Sieben Monate später — am 15. Juli 2026 — haben die Forscher die kompletten technischen Details veröffentlicht, weil es immer noch keinen Patch und keine offizielle Warnung gibt. Die letzte Bestätigung erfolgte gegen Cursor 3.2.16, die aktuelle Version ist 3.11 vom 10. Juli.

So schützt du dich in 5 Minuten

Für zu Hause: Öffne unbekannte Repos nur in einer isolierten Umgebung — einer virtuellen Maschine oder der Windows Sandbox. Was dort ausgeführt wird, kann deinem echten System nichts anhaben.

Im Unternehmen: Admins können per AppLocker oder Windows App Control verbieten, dass eine git.exe aus Entwickler-Ordnern startet. Das schließt genau diesen Weg.

EXTRA-TIPP: Miss jedem geklonten Fremd-Repo grundsätzlich Misstrauen entgegen. Schau vor dem Öffnen kurz in den Ordner — eine .exe im Wurzelverzeichnis eines Code-Projekts hat dort nichts zu suchen.

Häufige Fragen

Bin ich betroffen, wenn ich nur eigene Projekte öffne?
Das Risiko entsteht vor allem beim Öffnen fremder oder geklonter Repositories. Solange du ausschließlich eigene, vertrauenswürdige Projekte öffnest, in denen keine untergeschobene git.exe liegt, ist die Gefahr gering. Vorsicht gilt bei allem, was von außen kommt.
Betrifft die Lücke auch Mac und Linux?
Die veröffentlichten Details und der Machbarkeitsbeweis beziehen sich auf Windows, wo Programme als git.exe im Ordner liegen. Der grundsätzliche Suchpfad-Fehler ist die Wurzel des Problems — verlässlich abgesichert bist du erst, wenn Cursor offiziell nachbessert.
Gibt es schon ein Update, das das behebt?
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 15. Juli 2026 gibt es weder einen Patch noch eine offizielle Sicherheitsmeldung von Cursor. Bis dahin helfen nur die Schutzmaßnahmen: isolierte Umgebung und das Blockieren von git.exe aus Arbeitsordnern.

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