#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

SHAREPOINT-ALARM! CVE-2026-45659 reisst JETZT JEDEN Site-Member zum Code-Executor — DEIN Intranet steht offen

SHAREPOINT-ALARM! CVE-2026-45659 reisst JETZT JEDEN Site-Member zum Code-Executor — DEIN Intranet steht offen

Microsoft hat am 26. Mai eine Lücke gepatcht, die du nicht ignorieren solltest, wenn du SharePoint On-Premises betreibst: CVE-2026-45659. Eine Deserialisierungs-Lücke, die Remote Code Execution erlaubt — und das mit minimalen Voraussetzungen.

SCHOCK: ein SITE-MEMBER-ACCOUNT reicht

Klassischer Microsoft-Bug: Untrusted Data wird deserialisiert, ohne sauber zu prüfen, was da reinkommt. Das Resultat: jeder authentifizierte Angreifer mit Site-Member-Berechtigung kann Code remote ausführen — keine Admin-Rechte, keine User-Interaktion nötig.

Was heisst Site-Member? Der minimal autorisierte Nutzer in deiner SharePoint-Site. In den meisten Firmen sind das hunderte Mitarbeiter. Wenn EIN Account kompromittiert ist, hat der Angreifer Root auf dem SharePoint-Server.

CVSS 8.8: das ist KEIN ZAHLENSPIEL

Die Lücke ist mit CVSS 8.8 bewertet, low-complexity. Microsoft selbst hat sie zunächst als less likely to be exploited eingestuft — aber bereits am Tag des Patches haben Sicherheitsforscher einen Proof-of-Concept auf GitHub veröffentlicht. Der Exploit lässt sich in einen einzigen HTTP-Request giessen.

Und: Der CVE wurde aus Versehen aus der offiziellen Mai-2026-Security-Updates-Übersicht weggelassen. Wer nur den offiziellen Patch-Tuesday-Bericht liest, übersieht ihn glatt.

BETROFFENE VERSIONEN

  • SharePoint Server Subscription Edition — alle Builds vor dem Mai-2026-Update
  • SharePoint Server 2019 — alle Builds vor dem Mai-2026-Update
  • SharePoint Enterprise Server 2016 — separate KB für die Enterprise-Server-Variante

SharePoint Online (Microsoft 365) ist NICHT betroffen — Microsoft patcht den Service serverseitig.

SO patchst du in 15 MINUTEN

  1. Patch-Status prüfen: Zentrale Verwaltung → Upgrade and Migration → Check product and patch installation status.
  2. KB-Artikel laden: Microsoft hat KBs für jede SharePoint-Version. Für Enterprise Server 2016 ist ein separater Enterprise-Server-KB nötig — den meisten ist das nicht klar.
  3. Wartungsfenster, Backup, Patch einspielen. SharePoint Config-Wizard nach dem Update laufen lassen.
  4. Logs prüfen: Suche nach ungewöhnlichen POST-Requests an die SharePoint-API, vor allem mit serialisierten Payloads.

EXTRA-TIPP: WAF-Regel als Notbremse

Falls du nicht sofort patchen kannst: Eine WAF-Regel, die BinaryFormatter-Pattern in POST-Bodies blockiert, fängt einen Grossteil der Exploits ab. Cloudflare, F5 und Fortinet haben in den Stunden nach dem PoC-Release entsprechende virtual-patch-Regeln rausgeschoben.

FAZIT: PATCH MUSS NOCH HEUTE LAUFEN

SharePoint On-Prem ist 2026 immer noch in tausenden Firmen produktiv. Eine Site-Member-Lücke mit RCE und PoC im Netz ist eine Einladung an Ransomware-Crews. Wenn du auf SharePoint sitzt: Patch heute, prüfe morgen die Logs.

Häufige Fragen

Welche SharePoint-Versionen sind betroffen?
SharePoint Server Subscription Edition, SharePoint Server 2019 und SharePoint Enterprise Server 2016. SharePoint Online im Microsoft-365-Service ist nicht betroffen — Microsoft patcht das zentral.
Wie merke ich, ob mein System verwundbar ist?
Über die Zentrale Verwaltung → Upgrade and Migration → Check product and patch installation status. Microsoft listet die nötige Build-Nummer pro Version. Wer noch unter der Mai-2026-Build liegt, ist verwundbar.
Wie behebe ich das Problem konkret?
Mai-2026-Sicherheitsupdate für die jeweilige SharePoint-Version einspielen. Bei Enterprise Server 2016 zusätzlich den separaten Enterprise-Server-KB nicht vergessen. Nach dem Patch den SharePoint-Config-Wizard laufen lassen und IIS neu starten.
Gab es schon aktive Angriffe?
Stand 27. Mai 2026 sind keine breit beobachteten Angriffe bestätigt. Aber: Ein PoC liegt auf GitHub, und SharePoint ist ein klassisches Ransomware-Ziel. Mit Site-Member als Voraussetzung ist die Hürde niedrig. Patchen sofort, parallel die Site-Member-Accounts auf Anomalien prüfen.

Quellen: helpnetsecurity.com, thehackernews.com, radar.offseq.com.

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