#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ZERO-DAY-HAMMER! Public-Exploit kapert JETZT SharePoint-Server — und klaut die Master-Schlüssel

ZERO-DAY-HAMMER! Public-Exploit kapert JETZT SharePoint-Server — und klaut die Master-Schlüssel

Wer noch einen eigenen SharePoint-Server im Haus betreibt, sollte jetzt alles stehen und liegen lassen. Seit dem 20. Juli kursiert ein öffentlicher Exploit für die Lücke CVE-2026-50522 — und Angreifer nutzen ihn bereits im großen Stil.

GEFAHR: Code-Ausführung ganz ohne Login

Die Schwachstelle steckt in der unsicheren Deserialisierung von Daten. Ein Angreifer schickt eine präparierte Anfrage an den Endpunkt /_trust/default.aspx — verpackt als gefälschtes Anmelde-Token. Verarbeitet der Server diese Daten, führt er fremden Code im Kontext des SharePoint-Dienstkontos aus. Und das komplett ohne gültiges Passwort. Der CVSS-Wert von 9.8 spricht für sich.

SCHOCK: Ein Patch allein reicht nicht

Das eigentlich Fiese: Die Angreifer stehlen in einer einzigen Anfrage die Machine-Keys des Servers. Mit diesen Schlüsseln können sie sich gültige Tokens selbst ausstellen — auch dann noch, wenn du die Lücke längst gepatcht hast. Genau deshalb warnen Sicherheitsforscher: Update einspielen ist Pflicht, aber nur der erste Schritt. Ohne einen Wechsel der Machine-Keys bleibt die Hintertür offen.

Beobachtet wird die Ausnutzung unter anderem von den Honeypot-Netzen des Sicherheitsteams watchTowr, das binnen Stunden nach Veröffentlichung des Proof-of-Concept erfolgreiche Angriffe registrierte. Ein funktionsfähiger PowerShell-Exploit des Forschers „Janggggg“ liegt öffentlich auf GitHub.

So schützt du deinen Server in 3 SCHRITTEN

1. Spiele den Sicherheitspatch aus dem Juli-Patchday ein — falls noch nicht geschehen, sofort. 2. Rotiere die Machine-Keys (ValidationKey und DecryptionKey) und starte danach die betroffenen Dienste neu. 3. Durchsuche die Logs nach verdächtigen POST-Anfragen an /_trust/default.aspx und prüfe auf neu angelegte Konten oder Webshells.

Wichtig: Betroffen sind ausschließlich selbst gehostete SharePoint-Server. Wer SharePoint über Microsoft 365 in der Cloud nutzt, muss hier nichts tun.

FAZIT

Ein öffentlicher Exploit plus Machine-Key-Diebstahl ist die gefährlichste Kombination, die man sich vorstellen kann — weil die Angreifer auch nach dem Patch drinbleiben können. Handle heute, nicht morgen.

Häufige Fragen

Bin ich betroffen, wenn ich SharePoint über Microsoft 365 nutze?
Nein. Die Lücke betrifft nur On-Premises-SharePoint-Server, die du selbst betreibst. SharePoint Online in Microsoft 365 ist nicht Ziel dieses Angriffs.
Reicht es, einfach nur den Patch zu installieren?
Nein. Weil Angreifer die Machine-Keys stehlen, können sie sich auch nach dem Update noch gültige Tokens ausstellen. Du musst die Machine-Keys zusätzlich rotieren und die Dienste neu starten.
Woran erkenne ich, ob ich schon angegriffen wurde?
Prüfe die Webserver-Logs auf ungewöhnliche POST-Anfragen an /_trust/default.aspx, suche nach neu angelegten Admin-Konten, unbekannten Dateien im SharePoint-Verzeichnis und Webshells.
Steht die Lücke auf der CISA-KEV-Liste?
Zum Zeitpunkt der ersten Angriffswelle war CVE-2026-50522 noch nicht im KEV-Katalog gelistet — die aktive Ausnutzung ist trotzdem belegt. Warte also nicht auf eine offizielle Frist, sondern patche jetzt.

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