#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

NOTFALL-PATCH! Kritische ServiceNow-Lücke wird JETZT ausgenutzt — Angreifer kapern ganze Systeme ohne Passwort

NOTFALL-PATCH! Kritische ServiceNow-Lücke wird JETZT ausgenutzt — Angreifer kapern ganze Systeme ohne Passwort

Wer ServiceNow einsetzt, sollte diesen Beitrag nicht bis heute Abend liegen lassen. Eine kritische Sicherheitslücke im ServiceNow AI Platform wird aktiv ausgenutzt — und sie ist besonders gefährlich, weil Angreifer dafür kein einziges Passwort brauchen.

DAS IST DAS PROBLEM: Aus der Sandbox direkt aufs System

Die Lücke trägt die Kennung CVE-2026-6875. Dahinter steckt eine Code-Injection: Angreifer brechen aus der Skript-Sandbox von ServiceNow aus und führen eigenen Code auf der Ziel-Instanz aus. Jeder, der Netzwerkzugang zu einer verwundbaren Instanz hat, kann die Lücke auslösen — ohne Zugangsdaten, ohne Phishing, ohne Vorlauf.

Der Einstieg läuft über einen Endpunkt, der bereits vor der Anmeldung erreichbar ist. Entdeckt wurde die Schwachstelle von Forschern bei Searchlight Cyber, gemeldet Anfang April 2026, öffentlich gemacht und gepatcht am 13. Juli. Nur wenige Tage später bestätigten Sicherheitsdienste die ersten aktiven Angriffe.

GEFAHR: Die Schutzmauern reichen nicht

Besonders unangenehm: Angreifer nutzen verschiedene Angriffsketten, um ans selbe Ziel zu kommen. Ein Threat-Intelligence-Anbieter bestätigte eine zweite Ausbruchs-Methode, die genau an den Abwehrmaßnahmen vorbeigeht, die man auf den zuerst veröffentlichten Proof-of-Concept ausgerichtet hatte. Wer sich also nur gegen die erste Variante gewappnet hat, ist womöglich trotzdem verwundbar.

WAS AUF DEM SPIEL STEHT

Ein erfolgreicher Angriff kann zur kompletten Übernahme einer ServiceNow-Instanz führen: Zugriff auf Daten in Tabellen, Anlegen von Administrator-Konten und sogar Befehle auf angebundenen MID-Server-Proxys. Für Unternehmen, die ihr komplettes IT-Service-Management über ServiceNow abwickeln, wäre das ein Super-GAU.

SO REAGIERST DU RICHTIG — in wenigen Minuten

  • Patch einspielen. ServiceNow hat am 13. Juli Updates bereitgestellt. Sie einzuspielen ist der einzige zuverlässige Schutz.
  • Version prüfen. Kläre, welche Instanz-Version du fährst und ob sie im verwundbaren Bereich liegt.
  • Zugriffe kontrollieren. Beschränke den Netzwerkzugang zur Instanz, wo möglich, und prüfe Logs auf verdächtige Aufrufe des Vor-Login-Endpunkts.

FAZIT: Schnelligkeit schlägt alles

Diese Lücke ist ein Lehrstück dafür, wie kurz das Fenster zwischen Veröffentlichung und Angriff geworden ist: keine zwei Wochen vom Patch bis zur aktiven Ausnutzung. Wer ServiceNow betreibt, sollte das Update heute priorisieren — nicht nächste Woche.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind betroffen?
Betroffen sind ungepatchte Instanzen der ServiceNow AI Platform. ServiceNow hat am 13. Juli 2026 Patches veröffentlicht. Prüfe im Now-Support-Portal die genaue Fix-Version für deine Instanz und gleiche sie mit deinem Stand ab.
Wie merke ich, ob ich verwundbar bin?
Wenn deine Instanz noch nicht auf den Stand vom 13. Juli oder neuer gebracht wurde, gilt sie als gefährdet. Prüfe zusätzlich deine Logs auf ungewöhnliche Aufrufe des vor der Anmeldung erreichbaren Endpunkts sowie auf neu angelegte Admin-Konten.
Reicht ein WAF-Filter als Schutz?
Nur bedingt. Angreifer nutzen mehrere Angriffsketten, von denen mindestens eine an Filtern vorbeigeht, die auf den ersten Proof-of-Concept abgestimmt sind. Ein WAF-Filter kann Zeit kaufen, ersetzt aber nicht den offiziellen Patch.
Gab es schon erfolgreiche Angriffe?
Ja. Mehrere Sicherheitsdienste bestätigten aktive Ausnutzung wenige Tage nach der Veröffentlichung. ServiceNows Advisory formulierte den Stand zur eigenen Kenntnis zurückhaltend — unabhängige Anbieter meldeten die Angriffe aber deutlich.

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