Greg Kroah-Hartman hat am 17. Mai 2026 ein dichtes LTS-Bundle ausgerollt: Kernel 7.0.9 (Stable), 6.18.32 (LTS), 6.12.90 (LTS), 6.6.140 (LTS) — alle vier am selben Tag, alle als reine Wartungs-Pakete. Für Server-Admins ist das die Art von Release, die man entspannt einplant statt panisch durchzieht.
WAS ist drin?
Vier Schwerpunkte:
- AMD- und Intel-Grafik-Treiber: Stop von sporadischen Abstürzen und Memory-Leaks, die in den 7.0er- und 6.18er-Linien aufgetaucht waren.
- SPI- und Regulator-Driver-Cleanup: Use-after-free-Bugs ausgeräumt — die sind nicht kritisch im Sinne von „aus dem Netz exploitable“, aber sie können Hänger auf Embedded-Systemen verursachen.
- Camera-Pipeline-Fixes: Verhindern Stream-Hangs in Frigate-/MotionEye-Setups, die ihre USB- oder CSI-Kameras über V4L2 anbinden.
- Networking-Stack-Deadlocks: Mehrere Edge-Cases im TCP-Pfad und im Bridging-Code beseitigt.
Earlier in May, der Mai-LTS-Train hatte schon einen kritischen Memory-Bug in IPsec/UDP-Handling beseitigt, der verschlüsselten UDP-Traffic unter Last hätte korrumpieren können. Die 17.-Mai-Welle ist die zweite Mai-Welle.
WARUM gleich VIER Versionen?
Greg pflegt vier parallele LTS-Schienen plus die aktuelle Stable. Wenn ein Bug-Fix sich auf alle vier auswirkt, dann gehen alle vier in einem Rutsch raus. Das ist gut für Distro-Maintainer, die so eine kohärente Wave bekommen, und gut für Admins, die in einer einzigen Wartungs-Nacht den Sprung machen können.
UNGLAUBLICH: Linux 7.0 ist der aktuelle Stable
Linux 7.0 ist am 12. April 2026 freigegeben worden — die erste Major-Version-Nummer-Erhöhung seit langer Zeit. Der Versionssprung war primär kosmetisch (Torvalds hat keinen großen technischen Bruch eingefügt), aber er markiert den Übergang in eine neue Kernel-Ära mit deutlich erweitertem Rust-Support und neuen Scheduler-Optionen.
SO UPDATEST du auf DEINEN Servern
Distro-spezifisch:
- Debian/Ubuntu:
apt update && apt upgrade linux-image-generic— die LTS-Schienen sind über die Backport-Pakete erreichbar, Hauptlinien laufen über die Standard-Repos. - RHEL/CentOS Stream/Rocky/Alma:
dnf update kernel— die Enterprise-Distros pflegen jeweils eigene Backports, deshalb Versionsnummern nicht 1:1 vergleichen. - Arch/Manjaro:
pacman -Syu— Rolling-Release, neue Kernel-Pakete kommen schnell. - Proxmox VE 9.1: Im Web-UI auf Updates, Pakete einspielen, planmäßiger Reboot.
Nach dem Update: Reboot. Live-Patching ist auf manchen Distros möglich (kpatch, ksplice), bei vier parallelen LTS-Schienen aber selten praktikabel.
EXTRA-TIPP: 6.18 ist der neue LTS-Sweet-Spot
Wer einen LTS-Server neu aufsetzt, sollte 2026 auf 6.18.x abzielen, nicht mehr auf 6.12 oder 6.6. Die 6.18er-Linie hat die meisten Treiber-Updates für aktuelle Hardware bekommen und wird vom Kernel-Team bis weit ins kommende Jahr gepflegt.
FAZIT
Kein Drama, kein Zero-Day, keine Schlagzeile. Stabile, breite Pflege der LTS-Schienen. Genau das, was Linux-Server-Admins lieben — und genau das, was eine gesunde Kernel-Community ausmacht.
Quellen: kernel.org, Tux Machines Mai 2026, LinuxCompatible, Wikipedia Linux kernel version history.