Wenn es eine Plattform gibt, die Entwickler blind vertrauen, dann GitHub. Genau die hat jetzt bestätigt, selbst Opfer geworden zu sein: Rund 3.800 interne, private Repositories wurden abgegriffen. Der Einstieg war kein Server-Hack, sondern etwas, das auf Millionen Entwickler-Rechnern liegt — eine VS-Code-Erweiterung.
SCHOCK: 18 Minuten haben gereicht
Im Zentrum steht eine manipulierte Version der populären Erweiterung Nx Console (Paket nrwl.angular-console, Version 18.95.0). Sie wurde am 18. Mai 2026 in den Visual-Studio-Code-Marketplace geschoben — und war dort gerade einmal 18 Minuten online (12:30 bis 12:48 Uhr UTC). Das reichte. Nx Console hat über 2,2 Millionen Installationen, und ein GitHub-Mitarbeiter erwischte ausgerechnet die vergiftete Variante.
So lief der Angriff ab
Die manipulierte Erweiterung tat genau das, was Schadcode auf Entwickler-Maschinen am liebsten tut: Sie stahl Secrets und Entwickler-Zugangsdaten. Mit diesen Tokens hangelten sich die Angreifer durch die CI/CD-Pipelines — und exfiltrierten am Ende rund 3.800 private Code-Repositories von GitHub.
Der eigentliche Ursprung liegt noch eine Stufe tiefer: Die Täter hatten sich zuvor über einen Lieferketten-Angriff auf TanStack-npm-Pakete die GitHub-Zugangsdaten eines legitimen Nx-Entwicklers besorgt. Damit konnten sie überhaupt erst die bösartige Erweiterung veröffentlichen. Eine Kettenreaktion, bei der ein kompromittiertes npm-Paket am Ende GitHubs eigenen Tresor öffnete.
Der Wurm hat einen Namen
Zu dem Angriff bekannt hat sich TeamPCP — eine Gruppe, die sich auf Lieferketten-Angriffe gegen Open-Source-Werkzeuge und KI-Middleware spezialisiert hat. Das Werkzeug der Wahl: ein selbstreplizierender Lieferketten-Wurm namens „Mini Shai-Hulud“, der sich von Paket zu Paket weiterhangelt. Auch Grafana Labs wurde über dieselbe Wurzel getroffen — gab aber Entwarnung: Kunden-Produktivsysteme seien nicht betroffen.
EXTRA-TIPP: So schützt du dich JETZT
Das ist ein Lehrstück darüber, dass deine Editor-Erweiterungen genauso gefährlich sind wie Pakete. Worauf du achten solltest:
– Installierte VS-Code-Erweiterungen prüfen und auf verdächtige Auto-Updates achten.
– Tokens und Zugangsdaten rotieren, die auf deinen Entwickler-Maschinen liegen — npm, GitHub, Cloud.
– CI/CD-Secrets erneuern und prüfen, ob Pipelines ungewöhnliche Zugriffe hatten.
– npm-Abhängigkeiten pinnen und auf Integrität prüfen statt blind das neueste zu ziehen.
Fazit: Nicht der Server fiel, sondern die Vertrauenskette der Entwickler-Werkzeuge. Ein 18-Minuten-Fenster und ein einziger Klick auf das falsche Update haben gereicht, um GitHub selbst aufzubrechen. Behandle Erweiterungen ab sofort so misstrauisch wie fremden Code.
Häufige Fragen
Bin ich als normaler GitHub-Nutzer betroffen?
Wie erkenne ich, ob ich die vergiftete Erweiterung hatte?
Was muss ich konkret tun?
Wie konnte eine Erweiterung GitHub selbst knacken?
Quellen