#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

GITHUB-SCHOCK! Eine vergiftete VS-Code-Erweiterung klaut JETZT 3.800 interne Repos — so schützt du deine Tokens

GITHUB-SCHOCK! Eine vergiftete VS-Code-Erweiterung klaut JETZT 3.800 interne Repos — so schützt du deine Tokens

Wenn es eine Plattform gibt, die Entwickler blind vertrauen, dann GitHub. Genau die hat jetzt bestätigt, selbst Opfer geworden zu sein: Rund 3.800 interne, private Repositories wurden abgegriffen. Der Einstieg war kein Server-Hack, sondern etwas, das auf Millionen Entwickler-Rechnern liegt — eine VS-Code-Erweiterung.

SCHOCK: 18 Minuten haben gereicht

Im Zentrum steht eine manipulierte Version der populären Erweiterung Nx Console (Paket nrwl.angular-console, Version 18.95.0). Sie wurde am 18. Mai 2026 in den Visual-Studio-Code-Marketplace geschoben — und war dort gerade einmal 18 Minuten online (12:30 bis 12:48 Uhr UTC). Das reichte. Nx Console hat über 2,2 Millionen Installationen, und ein GitHub-Mitarbeiter erwischte ausgerechnet die vergiftete Variante.

So lief der Angriff ab

Die manipulierte Erweiterung tat genau das, was Schadcode auf Entwickler-Maschinen am liebsten tut: Sie stahl Secrets und Entwickler-Zugangsdaten. Mit diesen Tokens hangelten sich die Angreifer durch die CI/CD-Pipelines — und exfiltrierten am Ende rund 3.800 private Code-Repositories von GitHub.

Der eigentliche Ursprung liegt noch eine Stufe tiefer: Die Täter hatten sich zuvor über einen Lieferketten-Angriff auf TanStack-npm-Pakete die GitHub-Zugangsdaten eines legitimen Nx-Entwicklers besorgt. Damit konnten sie überhaupt erst die bösartige Erweiterung veröffentlichen. Eine Kettenreaktion, bei der ein kompromittiertes npm-Paket am Ende GitHubs eigenen Tresor öffnete.

Der Wurm hat einen Namen

Zu dem Angriff bekannt hat sich TeamPCP — eine Gruppe, die sich auf Lieferketten-Angriffe gegen Open-Source-Werkzeuge und KI-Middleware spezialisiert hat. Das Werkzeug der Wahl: ein selbstreplizierender Lieferketten-Wurm namens „Mini Shai-Hulud“, der sich von Paket zu Paket weiterhangelt. Auch Grafana Labs wurde über dieselbe Wurzel getroffen — gab aber Entwarnung: Kunden-Produktivsysteme seien nicht betroffen.

EXTRA-TIPP: So schützt du dich JETZT

Das ist ein Lehrstück darüber, dass deine Editor-Erweiterungen genauso gefährlich sind wie Pakete. Worauf du achten solltest:

Installierte VS-Code-Erweiterungen prüfen und auf verdächtige Auto-Updates achten.
Tokens und Zugangsdaten rotieren, die auf deinen Entwickler-Maschinen liegen — npm, GitHub, Cloud.
CI/CD-Secrets erneuern und prüfen, ob Pipelines ungewöhnliche Zugriffe hatten.
– npm-Abhängigkeiten pinnen und auf Integrität prüfen statt blind das neueste zu ziehen.

Fazit: Nicht der Server fiel, sondern die Vertrauenskette der Entwickler-Werkzeuge. Ein 18-Minuten-Fenster und ein einziger Klick auf das falsche Update haben gereicht, um GitHub selbst aufzubrechen. Behandle Erweiterungen ab sofort so misstrauisch wie fremden Code.

Häufige Fragen

Bin ich als normaler GitHub-Nutzer betroffen?
Direkt betroffen sind GitHubs eigene interne Repositories, nicht die deiner Projekte. Gefährlich ist der Angriff vor allem für Entwickler, die die manipulierte Nx-Console-Version installiert hatten oder die von TanStack abhängige Pakete nutzen. Im Zweifel solltest du Tokens rotieren und Erweiterungen prüfen.
Wie erkenne ich, ob ich die vergiftete Erweiterung hatte?
Die manipulierte Version war nrwl.angular-console 18.95.0 und nur 18 Minuten im VS-Code-Marketplace verfügbar. Prüfe deinen Erweiterungs-Verlauf und die installierte Version. Sicherheitsdienste wie StepSecurity haben zusätzlich Erkennungshinweise veröffentlicht.
Was muss ich konkret tun?
Aktualisiere oder entferne betroffene Erweiterungen, rotiere alle lokal gespeicherten Tokens (GitHub, npm, Cloud) und erneuere deine CI/CD-Secrets. Prüfe Pipeline-Logs auf ungewöhnliche Zugriffe und pinne deine npm-Abhängigkeiten, statt automatisch die neuesten Versionen zu ziehen.
Wie konnte eine Erweiterung GitHub selbst knacken?
Über eine Kette: Ein Lieferketten-Angriff auf TanStack-npm-Pakete lieferte die Zugangsdaten eines echten Nx-Entwicklers. Damit veröffentlichten die Angreifer eine bösartige Nx-Console-Version, die bei einem GitHub-Mitarbeiter Secrets stahl — und über die CI/CD-Pipelines rund 3.800 interne Repos abgriff.

Quellen

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