Die Asahi-Linux-Crew hat zugegeben, was viele Enthusiasten schon ahnen: Apples M4-Chip macht den Linux-Port deutlich schwieriger als die Vorgänger. Phoronix hat den Stand zum Jahresende 2025 dokumentiert; im Frühjahr 2026 sieht es ähnlich aus: M3-, M4- und M5-Support ist Stück für Stück möglich, aber langsam.
WAS macht den M4 so schwierig?
Apple hat mit dem M4 Änderungen in der Boot-Sicherheits-Architektur eingezogen, die Asahis bisheriger Bootloader-Strategie quer hängen. Genau die Stelle, wo Apple seine Cryptographic-Hardware verankert, ist auch der Punkt, an dem Asahi Linux den Übergang zwischen Apple-Firmware und Linux-Kernel anlegt. Wenn Apple das umbaut, müssen die Asahi-Maintainer reverse-engineeren, was geändert wurde — und wie sie kompatibel andocken.
WAS funktioniert bereits?
Auf Asahis Feature-Support-Seite zur M4-Reihe sind die Kategorien sauber aufgelistet: CPU, RAM, USB-C-Datentransfer und Speicher sind verfügbar, ebenso ein Großteil der Grundfunktionen. DisplayPort hat experimentellen Code, Bluetooth und Wi-Fi 6E laufen mit Einschränkungen. Was noch fehlt: Hardware-Video-Decoder, die GPU-Vollunterstützung und Thunderbolt-DMA.
WARUM das wichtig ist
Linux auf Apple-Silicon-Hardware ist KEIN Hobby-Projekt — Asahi liefert die einzige Linux-Erfahrung jenseits des Apple-Ökosystems auf dieser Hardware. Für Entwickler, die ein Apple-Notebook mögen, aber Linux brauchen, ist das überlebenswichtig. Sich auf andere Linux-Hardware (Lenovo, Framework) auszuweichen ist möglich, aber wer den M-Chip-Form-Faktor schätzt, hat keine echte Alternative.
SO ist der aktuelle Stand
Wer ein M1- oder M2-MacBook hat: Asahi ist hervorragend nutzbar, Fedora Asahi Remix 43 macht beide Geräte zu sauberen Linux-Workstations. M3 funktioniert mit Einschränkungen, M4 nur experimentell. Auf M5-Hardware ist Asahi noch nicht in einer reifen Form verfügbar. Wer 2026 ein Mac-Linux-Setup plant, sollte beim M2 (gebraucht) oder M1 Pro/Max kaufen, nicht beim aktuellen Modell.
EXTRA-TIPP: M1/M2-Macs sind 2026 günstig
Refurbished M1-MacBook-Airs (16 GB RAM) liegen auf den Apple-Refurb-Seiten oft bei 800–900 Euro. Für eine reine Linux-Workstation mit guter Laufzeit und ARM-Architektur ein scharfes Preis-Leistungs-Niveau — vorausgesetzt, du nimmst Asahis Beschränkungen in Kauf (keine Microsoft Teams ohne Workarounds, beschränkte VR-Software).
FAZIT
Asahi Linux ist 2026 ein hochfunktionales Projekt — auf M1/M2 ausgereift, auf M3 brauchbar, auf M4 in Entwicklung. Wer Linux auf Apple-Hardware will, kann das tun. Wer M4 oder neuer hat, sollte sich auf Geduld einstellen.
Quellen: asahilinux.org/docs/platform/feature-support/m4, phoronix.com, linux-magazine.com, tech2geek.net.