#Netzwerk & Sicherheit · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

WEBSITE-ALARM! Ein UNSICHTBARES Plugin kapert JETZT WordPress-Seiten — und legt einen Geheim-Admin an

WEBSITE-ALARM! Ein UNSICHTBARES Plugin kapert JETZT WordPress-Seiten — und legt einen Geheim-Admin an

Wenn du WordPress selbst hostest, solltest du jetzt genau hinschauen: Sicherheitsforscher haben eine besonders heimtückische Backdoor entdeckt, die sich in einem Ordner versteckt, den fast niemand kontrolliert. Sie läuft bei jedem Seitenaufruf mit, taucht im Adminbereich nicht auf — und legt sich einen eigenen Geheim-Administrator an.

Der Ordner, den kaum jemand prüft

Die Malware nistet sich im Verzeichnis /wp-content/mu-plugins/ ein — den sogenannten „Must-Use-Plugins“. Der Trick dahinter ist gemein: Dateien in diesem Ordner werden von WordPress bei jedem einzelnen Seitenaufruf automatisch geladen. Sie erscheinen aber nicht in der normalen Plugin-Liste und lassen sich dort nicht abschalten. Die Schaddatei trägt den unauffälligen Namen wp-index.php — sieht auf den ersten Blick aus wie eine harmlose WordPress-Datei.

Getarnt und in der Datenbank versteckt

Damit klassische Datei-Scanner nichts finden, arbeitet die Backdoor besonders raffiniert. Ihre Kommunikation mit dem Kontrollserver ist mit ROT13 verschleiert. Und die eigentliche Schad-Ladung wird gar nicht als Datei abgelegt, sondern direkt in der Datenbank gespeichert — unter dem Schlüssel _hdra_core in den WordPress-Optionen. So rutscht sie an Sicherheits-Scans vorbei, die nur nach veränderten Dateien suchen.

Ein Geist-Admin namens „officialwp“

Ist die Backdoor aktiv, holt sie sich Nachschub von einer versteckten Adresse und öffnet den Angreifern einen verborgenen Dateimanager. Dann wird es richtig unangenehm: Die Malware legt einen neuen Administrator mit dem Namen officialwp an und ändert die Passwörter gängiger Konten wie admin, root oder wpsupport auf einen eigenen Wert. Damit sperrt sie im Zweifel sogar dich aus deiner eigenen Seite aus.

Sie kommt zurück — es sei denn, du bist gründlich

Wer nur die Hauptdatei löscht, feiert zu früh: Die Kampagne installiert zusätzlich ein Schad-Plugin namens wp-bot-protect.php, das die Backdoor bei Bedarf wiederherstellt. Zum sauberen Aufräumen gehört deshalb alles auf einmal: wp-index.php und wp-bot-protect.php entfernen, den Datenbank-Eintrag _hdra_core löschen, den Admin officialwp entfernen und danach alle Passwörter neu setzen.

FAZIT: Ordner prüfen, bevor es andere tun

Diese Kampagne zeigt, warum der mu-plugins-Ordner regelmäßig auf die Prüfliste gehört. Ein sauberes, aktuelles Backup, eine Zwei-Faktor-Absicherung für Admin-Logins und ein kurzer Blick in die Datenbank sind der beste Schutz. Wer heute zehn Minuten investiert, spart sich im Ernstfall eine komplett gekaperte Seite.

Häufige Fragen

Wie merke ich, ob meine Seite betroffen ist?
Achte auf drei Spuren: eine Datei namens wp-index.php im Ordner /wp-content/mu-plugins/, einen unbekannten Administrator mit dem Namen officialwp und einen verdächtigen Eintrag mit dem Schlüssel _hdra_core in der wp_options-Tabelle deiner Datenbank. Auch eine plötzlich auftauchende Datei wp-bot-protect.php ist ein Warnsignal.
Warum sieht man das Plugin nicht im Adminbereich?
Weil es ein sogenanntes Must-Use-Plugin ist. Dateien im mu-plugins-Ordner werden von WordPress bei jedem Seitenaufruf automatisch geladen, tauchen aber nicht in der normalen Plugin-Liste auf und lassen sich dort nicht deaktivieren. Genau das macht die Malware so unauffällig.
Wie entferne ich die Backdoor konkret?
Nimm die Seite kurz vom Netz, sichere ein sauberes Backup und lösche die fremden Dateien wp-index.php und wp-bot-protect.php aus dem mu-plugins-Ordner. Entferne den Eintrag _hdra_core aus der Datenbank, lösche den Admin officialwp und setze anschließend alle Administrator-Passwörter sowie deine Sicherheitsschlüssel neu.
Gab es schon aktive Angriffe?
Ja. Sicherheitsforscher haben die Kampagne im Juni 2026 an kompromittierten Live-Seiten entdeckt. Die Angreifer nutzen die Backdoor, um sich dauerhaften Zugriff zu sichern, einen versteckten Dateimanager zu betreiben und Passwörter gängiger Admin-Konten auf einen eigenen Wert zu ändern.

Quellen

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