#Netzwerk & Sicherheit · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ZERO-DAY-ALARM! Hacker knacken SharePoint-Server ohne Passwort — die Patch-Frist läuft HEUTE ab

ZERO-DAY-ALARM! Hacker knacken SharePoint-Server ohne Passwort — die Patch-Frist läuft HEUTE ab

Es ist das Szenario, vor dem Admins sich am meisten fürchten: Eine Lücke, die ohne Benutzername, ohne Passwort, ohne Klick funktioniert. Genau das passiert gerade mit Microsoft SharePoint. Die Schwachstelle CVE-2026-58644 wurde als Zero-Day ausgenutzt, BEVOR es überhaupt einen Patch gab. Und heute läuft die offizielle Patch-Frist der US-Cybersicherheitsbehörde CISA ab.

GEFAHR! So funktioniert der Angriff

Hinter CVE-2026-58644 steckt eine sogenannte Deserialisierungs-Lücke — Angreifer schicken dem Server manipulierte Datenpakete, die er brav auspackt und ausführt. Das Ergebnis: Remote Code Execution, also fremder Code auf deinem Server. Mit CVSS 9.8 von 10 spielt die Lücke in der obersten Liga.

Besonders fies: Die Angreifer bleiben nicht beim ersten Zugriff stehen. Sicherheitsforscher beobachten, dass nach dem Einbruch IIS-Machine-Keys gestohlen werden. Mit diesen Schlüsseln können sich die Täter dauerhaft festsetzen — selbst wenn du später patchst, kommen sie durch die Hintertür zurück und installieren Malware.

ALLE On-Prem-Versionen betroffen

Die Lücke trifft jede unterstützte SharePoint-Server-Version, die lokal läuft: die Subscription Edition, SharePoint 2019 und SharePoint 2016. Nur SharePoint Online in Microsoft 365 ist außen vor — dort patcht Microsoft selbst.

Microsoft hat die aktive Ausnutzung bestätigt. Die CISA hat CVE-2026-58644 am 16. Juli in ihren KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) aufgenommen — die Liste der Lücken, die nachweislich angegriffen werden. US-Bundesbehörden MÜSSEN bis zum 19. Juli patchen. Das ist HEUTE. Wenn Behörden nur drei Tage Zeit bekommen, weißt du, wie ernst die Lage ist.

Erst im Juli-Patchday hatte Microsoft 622 Lücken auf einen Schlag gestopft — SharePoint war schon dort ein Sorgenkind. Und bereits im Mai zeigte CVE-2026-45659, wie beliebt SharePoint bei Angreifern ist.

So rettest du deinen Server in 5 SCHRITTEN

1. Patchen — jetzt sofort. Microsoft hat Updates für alle drei Versionen veröffentlicht. Dieses Update gehört nicht ins Wartungsfenster nächste Woche, sondern auf heute.

2. Exposition prüfen. Hängt dein SharePoint direkt im Internet? Dann runter damit. Die CISA empfiehlt ausdrücklich: Wenn es öffentlich erreichbar sein muss, dann nur hinter einem Layer-7-Reverse-Proxy mit vorgeschalteter Authentifizierung.

3. Central Administration blocken. Externe Zugriffe auf die SharePoint-Zentraladministration gehören komplett gesperrt.

4. Kompromittierung prüfen. Weil die Lücke als Zero-Day lief, reicht Patchen allein nicht. Prüfe IIS-Logs auf verdächtige POST-Requests und rotiere vorsorglich die Machine Keys.

5. Netzwerk segmentieren. Farm- und Datenbank-Kommunikation nur zu den Systemen erlauben, die sie wirklich brauchen.

FAZIT: Nicht warten — handeln

SharePoint ist für Angreifer ein Volltreffer: zentral, voller Dokumente, oft aus dem Internet erreichbar und in vielen Firmen jahrelang ungepatcht. Wenn dein Unternehmen einen On-Prem-SharePoint betreibt, ist heute der Tag, an dem du den Admin anrufst — auch wenn Sonntag ist.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind von CVE-2026-58644 betroffen?
Alle unterstützten On-Premises-Versionen von SharePoint Server: die Subscription Edition, SharePoint 2019 und SharePoint 2016. SharePoint Online in Microsoft 365 ist nicht betroffen, weil Microsoft die Cloud-Variante selbst absichert. Wer eine ältere, nicht mehr unterstützte Version betreibt, bekommt keinen Patch und sollte dringend migrieren.
Wie merke ich, ob mein Server schon kompromittiert ist?
Prüfe die IIS-Logs auf ungewöhnliche POST-Requests an SharePoint-Endpunkte und achte auf neu angelegte Dateien im Web-Verzeichnis. Da Angreifer IIS-Machine-Keys stehlen, um sich dauerhaft festzusetzen, gilt: Nach dem Patchen die Machine Keys rotieren. Im Zweifel forensische Analyse durchführen, bevor du dem Server wieder vertraust.
Wie behebe ich das Problem konkret?
Installiere die aktuellen SharePoint-Sicherheitsupdates von Microsoft für deine Version. Nimm den Server danach möglichst aus der direkten Internet-Erreichbarkeit oder stelle ihn hinter einen Layer-7-Reverse-Proxy mit Authentifizierung. Blockiere externe Zugriffe auf die Central Administration und beschränke die Farm-Kommunikation auf notwendige Systeme.
Gab es schon aktive Angriffe?
Ja. Die Lücke wurde bereits als Zero-Day ausgenutzt, bevor Microsoft den Patch veröffentlichte. Microsoft hat die aktive Ausnutzung offiziell bestätigt, und die CISA hat die Schwachstelle am 16. Juli in den KEV-Katalog aufgenommen — dort landen nur Lücken mit nachgewiesenen Angriffen in freier Wildbahn.

Quellen: The Hacker News, Rapid7, SecurityWeek, CISA

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