#Homelab · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

EIGENE ADRESSE fürs Homelab! Neue .self-Domain soll dich JETZT vom Big-Tech-Netz befreien

EIGENE ADRESSE fürs Homelab! Neue .self-Domain soll dich JETZT vom Big-Tech-Netz befreien

Stell dir vor, es gäbe eine Ecke des Internets, in der es keine Domain-Spekulanten gibt, keine Konzern-Clouds und keine Bots — nur Menschen, die ihre eigenen Server betreiben. Genau das plant die Human-Centered Computing Foundation (HCCF): eine neue Top-Level-Domain namens .self, reserviert ausschließlich fürs Self-Hosting.

DAS steckt hinter .self

Die HCCF ist eine gemeinnützige Organisation und offiziell anerkannter Teilnehmer im Applicant Support Program der ICANN — der Organisation, die über neue Domain-Endungen entscheidet. Das Bewerbungsfenster für neue Top-Level-Domains ist am 30. April aufgegangen und schließt am 12. August 2026. Genau dort will die HCCF ihre Vision einreichen: ein Netz aus Geräten, die Menschen selbst kontrollieren — „human-centered“ statt konzernzentriert.

EINE Domain pro Mensch — und NIEMAND darf damit handeln

Die Regeln lesen sich wie das Gegenteil des heutigen Domain-Markts: Jede Person bekommt genau eine .self-Domain, eine Subdomain ist kostenlos garantiert. Parken, Horten und Weiterverkaufen sind verboten. Und die wichtigste Bedingung: Wer eine .self-Adresse nutzen will, muss die dahinterliegende Infrastruktur selbst betreiben — ob auf einem Raspberry Pi im Schrank, einem Server im Rechenzentrum oder einer Kombination aus beidem. Entscheidend ist, dass DU Hard- und Software kontrollierst.

Gratis-Dienste inklusive: VPN, Mail, Zertifikate

Damit das nicht nur für Profis funktioniert, will die HCCF gemeinsame Basis-Dienste bereitstellen: VPN-Tunnel für alle ohne öffentliche IP-Adresse, vertrauenswürdige Mail-Server (damit deine selbst gehostete Mail nicht im Spam-Ordner der Welt landet), dazu TLS-Zertifikate, dynamisches DNS und ein lokaler DNS-Resolver. Die passenden Open-Source-Clients sollen mitgeliefert werden. Kurz: die nervigsten Self-Hosting-Hürden, gelöst auf Community-Ebene.

FAZIT: Große Vision, langer Weg

Die Idee trifft einen Nerv — als Reaktion auf ein Netz, das immer mehr aus Bots, KI-Müll und Plattform-Zwängen besteht. Aber der Weg ist weit: Der ICANN-Prozess zieht sich über Jahre, die Finanzierung der Dienste ist offen, und ob die Endung am Ende wirklich vergeben wird, entscheidet nicht die HCCF allein. Bis dahin gilt: Konzept lesen, im Discourse-Forum der HCCF mitdiskutieren — und das Homelab schon mal warmlaufen lassen.

Häufige Fragen

Wann kann ich eine .self-Domain registrieren?
Noch gar nicht. Die HCCF reicht ihre Bewerbung im laufenden ICANN-Programm ein, dessen Fenster am 12. August 2026 schließt. Danach folgt ein mehrstufiges Prüfverfahren, das sich über Jahre ziehen kann. Selbst im besten Fall dürfte es bis zu registrierbaren .self-Domains noch deutlich dauern.
Was brauche ich für eine .self-Domain?
Eigene Infrastruktur, die du selbst kontrollierst — das kann ein Raspberry Pi zu Hause sein, ein Mini-PC im Homelab oder ein gemieteter Root-Server, auf dem du die Software selbst verwaltest. Fertige Konzern-Clouds und gemanagte Plattformen widersprechen der Grundidee der Domain.
Was kostet eine .self-Domain?
Eine Subdomain soll für jede Person kostenlos sein — inklusive der geteilten Basis-Dienste wie VPN und Mail. Wie die Preise für vollwertige Domains und der Betrieb langfristig finanziert werden, ist noch offen; die HCCF ist gemeinnützig und plant offene Governance statt Gewinnmaximierung.
Wer steckt hinter der HCCF?
Die Human-Centered Computing Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die Technik wieder auf menschliches Maß bringen will. Sie ist anerkannter Teilnehmer im Applicant Support Program der ICANN, das Non-Profits bei der Bewerbung um Top-Level-Domains finanziell und organisatorisch unterstützt.

Quellen: HCCF · GIGAZINE · Hacker News

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