#Künstliche Intelligenz · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

STAATS-ALARM! China ruft zum Claude-Code-Rauswurf auf — das steckt WIRKLICH hinter dem Backdoor-Verdacht

STAATS-ALARM! China ruft zum Claude-Code-Rauswurf auf — das steckt WIRKLICH hinter dem Backdoor-Verdacht

Der Streit um Claude Code erreicht die nächste Eskalationsstufe: Nach dem Rauswurf bei Alibaba schaltet sich jetzt die chinesische Regierung ein. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) warnt offiziell vor einer angeblichen Sicherheits-Backdoor in Anthropics Coding-Tool — und ruft Nutzer im ganzen Land zum Deinstallieren oder Updaten auf.

STAATS-WARNUNG: Das wirft Peking Anthropic vor

Am Mittwoch meldete die Cybersecurity-Plattform des Ministeriums: Das „KI-Coding-Tool Claude Code enthält eine Sicherheits-Backdoor, die eine ernste Bedrohung darstellt“. Der Vorwurf: Das Tool könne sensible Informationen ohne Zustimmung des Nutzers an einen entfernten Server senden.

Eine amtliche Warnung dieser Art ist ein NOVUM. Bisher lief der Konflikt zwischen Anthropic und China auf Firmenebene — jetzt spricht ein Ministerium.

WELCHE Versionen betroffen sind

Die Warnung nennt die Claude-Code-Versionen 2.1.91 bis 2.1.196 — das sind alle Releases zwischen dem 2. April und dem 29. Juni. Die aktuelle Version 2.1.204 ist laut der Meldung NICHT betroffen. Die Empfehlung aus Peking: betroffene Versionen deinstallieren oder sofort aktualisieren.

Anthropic kontert: „Das war ein Experiment“

Anthropic weist den Backdoor-Vorwurf zurück. Auf Anfrage erklärte das Unternehmen, bei der beanstandeten Funktion habe es sich um ein Experiment aus dem Frühjahr gehandelt — einen Schutzmechanismus gegen sogenannte Distillation, also das massenhafte Abzapfen von Claude-Antworten, um damit eigene KI-Modelle zu trainieren.

Genau dieser Mechanismus flog vor wenigen Tagen bei Alibaba auf: Forscher des Konzerns entdeckten versteckte Umgebungs-Checks im Tool — Alibaba verbannt Claude Code deshalb ab dem 10. Juli aus seinen internen Systemen.

KI-ZOFF mit Vorgeschichte

Der Konflikt schwelt seit Wochen: Bereits im Juni hatte Anthropic Alibaba beschuldigt, Claude über rund 25.000 Fake-Konten illegal angezapft zu haben — angeblich für „adversarial distillation“ des hauseigenen Qwen-Labs. Die jetzige Staats-Warnung wirkt wie die Retourkutsche auf offener Bühne: Erst der Konzern-Bann, einen Tag später die Ministeriums-Meldung.

Wichtig für die Einordnung: Unabhängig bestätigt ist der Backdoor-Vorwurf nicht. Fest steht nur, dass Anthropic zeitweise Telemetrie-Checks gegen Modell-Kopierer eingebaut hatte — wie weit die gingen, sagen beide Seiten unterschiedlich.

Was du JETZT tun solltest

Für dich als Nutzer ist die Sache einfacher als der Politik-Streit klingt:

Öffne dein Terminal und prüfe mit claude --version, welche Version du nutzt. Liegt sie zwischen 2.1.91 und 2.1.196, hol dir mit einem Update die aktuelle Version — das dauert keine Minute und du bekommst nebenbei alle Bugfixes der letzten Wochen mit. Wer automatische Updates aktiv hat, ist in der Regel längst auf einem aktuellen Stand.

Und wenn dich interessiert, wie vorsichtig Claude Code inzwischen selbst geworden ist: Heute Morgen haben wir über den neuen Standard-Modus mit Nachfrage-Pflicht berichtet.

Häufige Fragen

Hat Claude Code wirklich eine Backdoor?
Das ist umstritten. Chinas Ministerium spricht von einer Backdoor, die Daten an einen entfernten Server senden könne. Anthropic erklärt, es habe sich um ein zeitlich begrenztes Experiment gegen Modell-Kopierer (Distillation) gehandelt. Eine unabhängige technische Analyse, die den Backdoor-Vorwurf bestätigt, liegt bisher nicht vor.
Welche Versionen sind betroffen?
Die Warnung nennt Claude Code 2.1.91 bis 2.1.196 — alle Versionen, die zwischen dem 2. April und dem 29. Juni 2026 erschienen sind. Neuere Versionen (aktuell 2.1.204) gelten laut der Meldung als nicht betroffen.
Was sollte ich als Nutzer konkret tun?
Prüfe im Terminal mit claude –version deine installierte Version. Liegt sie im genannten Bereich, aktualisiere auf die aktuelle Version. Mehr ist nicht nötig — ein genereller Verzicht auf das Tool lässt sich aus der aktuellen Faktenlage nicht ableiten.
Warum warnt ausgerechnet China?
Die Warnung kommt einen Tag nach Alibabas Ankündigung, Claude Code ab dem 10. Juli intern zu verbannen — und mitten im Streit um angeblichen Claude-Datenklau durch Alibabas Qwen-Lab. Beobachter werten die Ministeriums-Meldung deshalb auch als politisches Signal im KI-Wettstreit zwischen den USA und China.

Quellen: CNBC, The Register, South China Morning Post, CBS News

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