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Es ist offiziell: Die Zeiten, in denen der Raspberry Pi automatisch die günstigste Antwort auf jede Homelab-Frage war, sind vorbei. Wie Tom’s Hardware diese Woche vorrechnet, liegt ein Pi 5 mit 16 GB RAM inzwischen bei 145 US-Dollar — und damit auf den Cent gleichauf mit ähnlich ausgestatteten Intel-N100-Mini-PCs von Marken wie GMKtec. Die DRAM-Krise hat geschafft, was jahrelang undenkbar schien: Preisparität zwischen Bastel-Board und vollwertigem x86-Rechner.
SO kam es zum Gleichstand
Wir haben die Speicherpreis-Explosion hier im Blog seit Wochen verfolgt — jetzt zeigt sich die volle Wirkung. RAM- und Flash-Preise steigen seit Monaten: HBM-Hunger der KI-Industrie, Produktionsumstellung auf DDR6 und ein Oligopol aus drei Herstellern, das über 90 Prozent des Marktes kontrolliert. Der Pi 5 mit 16 GB kostet dadurch 25 Dollar mehr als noch Anfang 2025. Mini-PC-Hersteller haben zwar AUCH erhöht — aber sie kalkulieren mit ganz anderen Stückzahlen und Margen. Ergebnis: Der Abstand ist weg.
RECHNE NACH: Wann der Pi trotzdem gewinnt — und wann nicht
Der Pi bleibt unschlagbar, wenn du GPIO-Pins brauchst, also Sensoren, Relais oder Maker-Projekte anschließt. Auch beim Stromverbrauch liegt er vorn: 3 bis 8 Watt gegen 8 bis 20 Watt beim Mini-PC. Auf drei Jahre gerechnet sind das je nach Strompreis 30 bis 70 Euro Ersparnis.
Der Mini-PC gewinnt dagegen bei fast allem anderen: x86-Kompatibilität (kein ARM-Gefrickel bei Docker-Images), NVMe-Slot ab Werk, oft 2,5-Gigabit-LAN und deutlich mehr Single-Core-Power für Heimserver-Klassiker wie Nextcloud, Jellyfin oder Home Assistant mit vielen Add-ons. Wer einen Allround-Heimserver sucht, fährt mit einem Raspberry Pi 5* für reine Bastel- und GPIO-Projekte weiterhin richtig — für den 24/7-Serverbetrieb mit mehreren Diensten ist ein kräftiger Mini-PC wie der Minisforum UM890 Pro* inzwischen oft die rationalere Wahl.
EXTRA-TIPP: Gebrauchte Thin Clients
Der Geheimtipp der Stunde sind gebrauchte Thin Clients und Büro-PCs: Fujitsu Futro, Dell Wyse, Lenovo Tiny. Die gibt es oft für 50 bis 80 Euro — und sie schlagen den Pi bei Server-Aufgaben deutlich, solange dir der höhere Verbrauch egal ist.
FAZIT: Der Reflex „nimm halt einen Pi“ hat ausgedient
Der Raspberry Pi ist nicht tot — er ist nur kein Selbstläufer mehr. 2026 musst du rechnen: Einsatzzweck, Stromkosten, RAM-Bedarf. Die gute Nachricht: Die Auswahl an starker, bezahlbarer Homelab-Hardware war nie größer.
Häufige Fragen
Warum ist der Raspberry Pi so teuer geworden?
Soll ich jetzt noch einen Pi kaufen oder lieber einen Mini-PC?
Werden die Preise wieder fallen?
Was ist mit älteren Pi-Modellen wie dem Pi 4?
Quellen: Tom’s Hardware · Diskussion auf Hacker News