#Hardware · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

GLEICHSTAND! Raspberry Pi kostet JETZT so viel wie ein Mini-PC — die DRAM-Krise frisst deinen Spar-Vorteil auf

GLEICHSTAND! Raspberry Pi kostet JETZT so viel wie ein Mini-PC — die DRAM-Krise frisst deinen Spar-Vorteil auf

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Es ist offiziell: Die Zeiten, in denen der Raspberry Pi automatisch die günstigste Antwort auf jede Homelab-Frage war, sind vorbei. Wie Tom’s Hardware diese Woche vorrechnet, liegt ein Pi 5 mit 16 GB RAM inzwischen bei 145 US-Dollar — und damit auf den Cent gleichauf mit ähnlich ausgestatteten Intel-N100-Mini-PCs von Marken wie GMKtec. Die DRAM-Krise hat geschafft, was jahrelang undenkbar schien: Preisparität zwischen Bastel-Board und vollwertigem x86-Rechner.

SO kam es zum Gleichstand

Wir haben die Speicherpreis-Explosion hier im Blog seit Wochen verfolgt — jetzt zeigt sich die volle Wirkung. RAM- und Flash-Preise steigen seit Monaten: HBM-Hunger der KI-Industrie, Produktionsumstellung auf DDR6 und ein Oligopol aus drei Herstellern, das über 90 Prozent des Marktes kontrolliert. Der Pi 5 mit 16 GB kostet dadurch 25 Dollar mehr als noch Anfang 2025. Mini-PC-Hersteller haben zwar AUCH erhöht — aber sie kalkulieren mit ganz anderen Stückzahlen und Margen. Ergebnis: Der Abstand ist weg.

RECHNE NACH: Wann der Pi trotzdem gewinnt — und wann nicht

Der Pi bleibt unschlagbar, wenn du GPIO-Pins brauchst, also Sensoren, Relais oder Maker-Projekte anschließt. Auch beim Stromverbrauch liegt er vorn: 3 bis 8 Watt gegen 8 bis 20 Watt beim Mini-PC. Auf drei Jahre gerechnet sind das je nach Strompreis 30 bis 70 Euro Ersparnis.

Der Mini-PC gewinnt dagegen bei fast allem anderen: x86-Kompatibilität (kein ARM-Gefrickel bei Docker-Images), NVMe-Slot ab Werk, oft 2,5-Gigabit-LAN und deutlich mehr Single-Core-Power für Heimserver-Klassiker wie Nextcloud, Jellyfin oder Home Assistant mit vielen Add-ons. Wer einen Allround-Heimserver sucht, fährt mit einem Raspberry Pi 5* für reine Bastel- und GPIO-Projekte weiterhin richtig — für den 24/7-Serverbetrieb mit mehreren Diensten ist ein kräftiger Mini-PC wie der Minisforum UM890 Pro* inzwischen oft die rationalere Wahl.

EXTRA-TIPP: Gebrauchte Thin Clients

Der Geheimtipp der Stunde sind gebrauchte Thin Clients und Büro-PCs: Fujitsu Futro, Dell Wyse, Lenovo Tiny. Die gibt es oft für 50 bis 80 Euro — und sie schlagen den Pi bei Server-Aufgaben deutlich, solange dir der höhere Verbrauch egal ist.

FAZIT: Der Reflex „nimm halt einen Pi“ hat ausgedient

Der Raspberry Pi ist nicht tot — er ist nur kein Selbstläufer mehr. 2026 musst du rechnen: Einsatzzweck, Stromkosten, RAM-Bedarf. Die gute Nachricht: Die Auswahl an starker, bezahlbarer Homelab-Hardware war nie größer.

Häufige Fragen

Warum ist der Raspberry Pi so teuer geworden?
Die weltweite DRAM-Krise treibt die Speicherpreise: KI-Rechenzentren kaufen den Markt leer, die Hersteller stellen auf DDR6 um, und drei Konzerne kontrollieren über 90 Prozent der Produktion. Da RAM beim Pi einen großen Teil der Stückkosten ausmacht, schlagen die Preissteigerungen voll durch — ein Pi 5 mit 16 GB kostet jetzt 145 statt 120 Dollar.
Soll ich jetzt noch einen Pi kaufen oder lieber einen Mini-PC?
Kommt auf den Einsatz an: Für GPIO-Projekte, Sensoren und stromsparende Einzelaufgaben (Pi-hole, kleine Smart-Home-Bridge) bleibt der Pi erste Wahl. Für einen Allround-Heimserver mit Docker, Nextcloud oder Jellyfin bietet ein x86-Mini-PC mehr Leistung, NVMe und volle Software-Kompatibilität zum gleichen Preis.
Werden die Preise wieder fallen?
Kurzfristig spricht wenig dafür: Die DRAM-Engpässe sollen nach Branchenschätzungen bis weit in 2027 anhalten, und auch Flash-Speicher bleibt knapp. Wer Hardware braucht, sollte nicht auf einen Preissturz warten — eher lohnt der Blick auf Gebrauchtware und Thin Clients.
Was ist mit älteren Pi-Modellen wie dem Pi 4?
Der Pi 4 mit 8 GB bleibt ein solider Preis-Tipp, wenn du ihn günstig findest — gerade für VPN-Gateways, DNS-Filter oder Backups. Aber auch hier gilt: Preise vergleichen, denn teilweise liegt der Pi 4 nur noch knapp unter dem Pi 5.

Quellen: Tom’s Hardware · Diskussion auf Hacker News

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