Lange Gesichter in der Maker-Szene: Bei einem Reddit-AMA am 21. Mai 2026 hat Raspberry-Pi-Chef Eben Upton klargestellt, dass der lang erwartete Raspberry Pi 6 frühestens 2028 kommt. Schuld ist vor allem die globale DRAM-Krise — und ein langer Entwicklungszyklus von 4 bis 4,5 Jahren ab Pi-5-Launch.
WAS UPTON GESAGT HAT: 4 bis 4,5 Jahre Zyklus
Im Subreddit r/engineering hat Upton den Pi 6 auf einen 4 bis 4,5-Jahres-Zyklus ab Pi-5-Launch gelegt — das bedeutet realistisch frühestens Anfang 2028. Hauptgrund: Die globale DRAM-Knappheit und steigende Produktionskosten. Wer auf der CES 2027 schon mit Pi 6 in der Hand rechnete, muss sich gedulden.
WAS PI 6 NICHT WERDEN WIRD: Keine NPU, keine M.2-Slots
Upton dämpft die Erwartungen aktiv: Pi 6 wird kein Hardware-Redesign. Keine integrierten M.2-Slots, keine eigene NPU, keine radikalen Form-Faktor-Änderungen. Stattdessen kommen quantitative Upgrades — schnellere CPU, mehr I/O-Bandbreite, mehr DRAM-Bandbreite. Klingt langweilig, ist aber konsistent mit Pi-Geschichte: Pi 5 war auch kein Revolutionsschritt.
WAS DAS FÜR DEIN HOMELAB BEDEUTET: Pi 5 bleibt König
Wer heute einen Pi sucht, kommt am Pi 5 nicht vorbei — und der bleibt für mindestens zwei weitere Jahre die beste Option im Pi-Ökosystem. Pi Zero 2W ist aktuell knapp wegen Nachfrage aus AI-Edge-Projekten, ein neuer Lieferant soll bis Jahresende die Versorgung sichern. Wer mehr Power braucht: Compute Module 5 oder Orange Pi 5 Max.
EXTRA-TIPP: Alternativen im Auge behalten
Mit Radxa Rock 5C, Orange Pi 5 Max oder Banana Pi BPI-F3 existieren spannende Alternativen mit RISC-V oder ARM. Wer von Pi-Software unabhängig wird, gewinnt Flexibilität. Wichtig: Software-Support und Community sind beim Original-Pi weiterhin unerreicht.
FAZIT: Auf zwei Jahre planen
Pi 6 ist verschoben — aber das Ökosystem lebt. Pi 5, Pi Zero 2W, Compute Module 5 decken nahezu alle Anwendungsfälle ab. Wer ein neues Projekt startet, sollte mit Pi 5 planen und nicht auf den nächsten großen Sprung warten.