Wenn DU Authentik oder Keycloak fuer dein Homelab zu schwergewichtig findest, gibt es eine schlanke Alternative, die im Mai 2026 ein wichtiges Update bekommt: Pocket-ID. Mit Version v1.1.0 ist der OIDC-Provider erwachsen geworden — und bleibt seinem radikalen Konzept treu: Nur Passkeys, keine Passwoerter.
PASSKEY-ONLY: Eine Authentifizierung, ein Hardware-Schluessel
Pocket-ID kennt keine Username-Password-Felder. Jeder Login laeuft ueber einen WebAuthn-Passkey — sei es ein YubiKey, dein iPhone, der Windows-Hello-Sensor oder ein Bitwarden-Passkey-Vault. Das ist nicht nur sicherer, sondern macht das gesamte Login-UX-Drama von Shibboleth-Stilformen unnoetig.
Das setzt eine harte Voraussetzung: HTTPS ist Pflicht. Passkeys verweigern jegliche Plain-HTTP-Verbindung. Wer Pocket-ID hinter einem Reverse Proxy wie Caddy 2.10 oder Traefik betreibt, ist mit Let’s-Encrypt-Cert sofort startklar.
80+ APPS PER TEMPLATE: Self-Hosting-Sahne
Pocket-ID kommt out-of-the-box mit Integrationen fuer ueber 80 Self-Hosted-Services. Darunter Schwergewichte wie Nextcloud, Portainer, Gitea/Forgejo, Jellyfin, Paperless-ngx, Vaultwarden und Outline — aber auch Spezialisten wie Beszel, Komodo, Karakeep oder Headscale/Headplane. Du musst nur den Callback-URL setzen, den Client-Secret kopieren und im Service als OIDC-Provider hinterlegen.
Die Community pflegt sogar einen Terraform-Provider, mit dem du OIDC-Clients, Users und Groups deklarativ verwaltest. Damit wird Pocket-ID zur Infrastructure-as-Code-fertigen Identity-Plattform.
NEU IN V1.1.0: Heartbeat-Telemetrie
Das einzige wirklich neue Feature in v1.1.0 ist ein Heartbeat-Request, der einmal pro Tag an einen zentralen Analytics-Server schickt, ob deine Instanz noch lebt. Damit will das Projekt herausfinden, wie viele Pocket-ID-Installationen es weltweit gibt. Du kannst den Heartbeat per Environment-Variable deaktivieren — der Code ist Open Source und auditierbar.
EXTRA-TIPP: Pocket-ID statt Authentik?
Wer Authentik bereits laufen hat, muss nicht wechseln. Pocket-ID glaenzt vor allem in kleineren Homelabs mit 1 bis 20 Services, wo Authentik-Komplexitaet (Outposts, Provider-Bindings, Flows) zu viel ist. Pocket-ID braucht 50 MB RAM, startet in unter zwei Sekunden und passt auf jeden Raspberry Pi.
FAZIT: SSO-Slim mit Passkey-Pflicht
Pocket-ID v1.1.0 ist genau der OIDC-Provider, den Homelab-Bastler seit Jahren wollten: passwortlos, leichtgewichtig, gut dokumentiert. Wenn DEINE Service-Sammlung wachsen soll, ist die Investition in einen zentralen OIDC-Provider unverzichtbar — und mit Pocket-ID ist die Huerde so niedrig wie nie.
Haeufige Fragen
Was ist Pocket-ID?
Was ist neu in Version 1.1.0?
Welche Voraussetzungen brauche ich?
Lohnt sich Pocket-ID gegenueber Authentik oder Keycloak?
Quellen: github.com/pocket-id/pocket-id (Release v1.1.0), pocket-id.org (Doku), blackvoid.club (Pocket-ID Passkey Setup Guide).