15 Jahre lang schlummerte sie unbemerkt im Code — jetzt ist sie öffentlich: Eine Schwachstelle in OpenSSH kann Angreifern unter bestimmten Bedingungen vollen Root-Zugriff auf einen Server verschaffen. Der Fehler trägt die Kennung CVE-2026-35414 und einen CVSS-Wert von 8.1.
ROOT: Ein Komma öffnet die Tür
Der Auslöser ist erschreckend simpel. OpenSSH verarbeitet die principals-Option in authorized_keys in bestimmten CA-Szenarien falsch, wenn im Namen eines Zertifikats-Prinzipals ein Komma steht. Wer ein gültiges Zertifikat einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle besitzt, kann so die Zugriffskontrolle umgehen und sich als Root anmelden — auf jedem Server, der dieses Prinzip nutzt.
WER ist wirklich in Gefahr?
Wichtig zur Einordnung: Betroffen sind vor allem Umgebungen, die SSH-Zertifikate mit einer eigenen CA einsetzen — also eher Firmen und größere Flotten als der klassische Heim-Server mit einfachem Schlüssel-Login. Wer keine CA-gestützten Zertifikate verwendet, ist von diesem konkreten Weg deutlich weniger bedroht. Trotzdem gilt: Läuft das verwundbare Setup, betrifft es potenziell alle so verwalteten Server.
So schließt du die Lücke
Die gute Nachricht: Der Fehler wurde bereits Anfang April in OpenSSH 10.3 behoben. Prüfe deine Version mit ssh -V und aktualisiere auf 10.3 oder neuer. Nutze die Paketquellen deiner Distribution und starte den SSH-Dienst nach dem Update neu. Kontrolliere zusätzlich deine CA- und principals-Konfiguration auf ungewöhnliche Zeichen wie Kommas in Prinzipal-Namen.
EXTRA-TIPP: Server generell härten
Nutze diesen Anlass, um deinen Zugang grundsätzlich abzusichern: Root-Login per SSH deaktivieren, Schlüssel statt Passwörter erzwingen, den Dienst nur über eine Firewall oder ein VPN erreichbar machen und Logins protokollieren. So bleibt ein einzelner Fehler seltener zur Katastrophe.
Fazit: Eine alte Lücke, ein simpler Auslöser, eine klare Lösung. Wer CA-gestützte SSH-Zertifikate nutzt, sollte zeitnah auf 10.3+ aktualisieren — und die Gelegenheit für ein sauberes Server-Hardening nutzen.