OpenAI setzt noch einen drauf: Am 22. Juli hat das Unternehmen Project Camellia vorgestellt — einen gigantischen Rechenzentrums-Campus im Effingham County im US-Bundesstaat Georgia. Die Eckdaten sprengen alles Bisherige: 3,2 Gigawatt Leistung, ein Gelände von 1.400 Acres — umgerechnet rund 570 Hektar oder etwa 800 Fußballfelder — und Investitionen von über 30 Milliarden Dollar.
3,2 GIGAWATT: So viel Strom wie Millionen Haushalte
Zur Einordnung: 3,2 Gigawatt entsprechen grob der Leistung von drei großen Kraftwerksblöcken. Der Versorger Georgia Power liefert die Elektrizität in Phasen — beginnend 2028 bis 2032. Der Campus wird also fast ein Jahrzehnt lang hochgefahren, während OpenAI parallel an weiteren Standorten baut. Es ist das nächste Kapitel im Infrastruktur-Wettrüsten der KI-Giganten: Auch Anthropic verhandelt über Milliarden-Rechenpower, und OpenAI arbeitet nebenbei am eigenen KI-Chip.
SÜSSES PFLASTER: Millionen für die Nachbarschaft
Damit die Region mitzieht, verspricht OpenAI 80 Millionen Dollar an Gemeinde-Leistungen — plus ein ungewöhnliches Extra: Codex-Guthaben im Wert von 71 Millionen Dollar für Studierende in Georgia. Der KI-Riese verschenkt also Zugang zu seinem Coding-Werkzeug an den Nachwuchs direkt vor der Haustür — geschicktes Marketing und Talent-Pipeline in einem.
WAS DAS FÜR DICH BEDEUTET: Die Rechnung zahlt auch dein Homelab
Warum solltest du dich als Homelab-Betreiber für ein Rechenzentrum in Georgia interessieren? Ganz einfach: Der KI-Bau-Boom saugt DRAM, NAND und Netzteile vom Weltmarkt. Die Folgen spürst du längst im Geldbeutel — von drastisch gestiegenen Hetzner-Preisen bis zum RAM-Zuschlag bei Ubiquiti. Jedes neue Gigawatt-Projekt verlängert diese Knappheit. Wer ohnehin RAM- oder Speicher-Upgrades plant, sollte die Preiskurven im Auge behalten — Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.
FAZIT: Größenwahn mit Ansage
Project Camellia zeigt, wohin die Reise geht: KI-Infrastruktur wird in Kraftwerks-Dimensionen gedacht, Investitionen in Dutzenden Milliarden sind die neue Normalität. Ob sich diese Wetten auszahlen, entscheidet sich erst in Jahren — sicher ist nur, dass der Kampf um Strom, Chips und Speicher weiter eskaliert.