Das ging schnell. Erst vor drei Wochen kam Sonnet 5, gestern der neue Sprachmodus — und jetzt legt Anthropic das nach, worauf viele gewartet haben: Claude Opus 5. Das Modell reicht in vielen Tests fast an das Spitzenmodell Fable 5 heran, kostet in der Standard-Variante aber nur die Hälfte beim Eingabepreis.
DAS KOSTET DICH Opus 5
Die Preise bleiben auf dem Niveau des Vorgängers Opus 4.8: 5 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 25 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Für Fable 5 zahlst du beim Input das Doppelte. Wer mehr Tempo braucht, schaltet einen Fast Mode zu: Der verdoppelt die Preise auf 10 beziehungsweise 50 US-Dollar und läuft dafür rund zweieinhalb Mal so schnell.
In der API läuft das Modell unter dem Namen claude-opus-5. Es bringt ein Kontextfenster von einer Million Token mit — genug für ganze Code-Basen oder Aktenberge in einem Rutsch.
UNGLAUBLICH: Die Zahlen aus den Tests
Anthropic nennt vier Ergebnisse, die zeigen, wo Opus 5 einschlägt:
- Auf Frontier-Bench mehr als doppelt so viele Punkte wie Opus 4.8 — bei niedrigeren Kosten pro Aufgabe.
- Im Coding-Test CursorBench landet Opus 5 bei maximaler Anstrengung innerhalb von 0,5 Prozent der Bestleistung von Fable 5, kostet pro Aufgabe aber nur die Hälfte.
- Bei ARC-AGI 3 — einem Test mit völlig neuen, ungesehenen Aufgaben — verdreifacht das Modell das Ergebnis des nächstbesten Konkurrenten.
- Im Computer-Steuerungs-Test OSWorld schlägt Opus 5 sogar die Bestmarke von Fable 5 — für etwas mehr als ein Drittel der Kosten.
Wichtig zum Einordnen: Das sind Herstellerangaben aus eigenen Messungen. Unabhängige Nachmessungen brauchen wie immer ein paar Wochen.
SO ÄNDERT SICH DEIN ALLTAG
Opus 5 ist ab sofort das Standardmodell in Claude Max und ersetzt in Claude Code das bisherige Opus als Voreinstellung. Du musst also nichts umstellen — beim nächsten Start rechnet die neue Version.
Gleichzeitig wird Claude Code umgebaut: dynamischere Arbeitsabläufe, verschachtelte Unter-Agenten, besserer Umgang mit MCP-Servern, zuverlässigere Ausführung langer Läufe und mehr Barrierefreiheit. Für Firmenkunden kommen dazu genauere Auswertungen im Admin-Bereich, Rechte pro Modell und Warnungen bei ausufernden Kosten.
Warum der Preis die eigentliche Nachricht ist
Bislang galt die Regel: Wer die stärkste KI wollte, zahlte den Spitzenpreis. Opus 5 bricht das auf. Ein Modell, das in mehreren Tests fast auf Fable-5-Höhe liegt, aber deutlich günstiger rechnet, macht lange Agenten-Läufe erst bezahlbar — also genau die Aufgaben, bei denen eine KI stundenlang selbstständig arbeitet, statt einen einzelnen Chat zu beantworten.
Für dich als Selbst-Hoster oder Homelab-Bastler heißt das: Automatisierungen, die vorher an der Rechnung gescheitert sind, werden jetzt realistisch. Ein Skript, das nachts Logs durchkämmt, Backups prüft und einen Bericht schreibt, kostet bei halbem Eingabepreis eben auch nur halb so viel.
EXTRA-TIPP: Erst Limit, dann Vollgas
Bevor du Opus 5 auf einen langen Agenten-Lauf loslässt: Setz dir im Konto ein Ausgaben-Limit. Ein Modell mit einer Million Token Kontext kann in einer einzigen Anfrage sehr viel Text verarbeiten — und genau dort entsteht die Rechnung. Die neuen Kosten-Warnungen helfen, aber ein hartes Limit ist die bessere Bremse.
FAZIT: Der beste Kompromiss im Anthropic-Regal
Fable 5 bleibt das Maß der Dinge, wenn es auf jedes letzte Prozent ankommt. Für alles andere — Programmieren, Recherche, Agenten, Computer-Steuerung — ist Opus 5 ab heute die vernünftigere Wahl. Nahe an der Spitze, halber Eingabepreis, gleiche Bedienung.