KI schreibt jetzt auch die Schadsoftware. Sicherheitsforscher haben einen Einbruch analysiert, bei dem ein Angreifer ein per Vibe-Coding erzeugtes PowerShell-Skript einsetzte, um ein Active Directory zu kartieren.
ENTLARVT: Das Skript verriet sich selbst
Die Forscher von Huntress fanden im Skript einen verräterischen Titel: „100% Working AD Information Gathering Script – FULLY FIXED“. Genau so klingt es, wenn jemand das Endergebnis eines Prompt-und-Fehler-Korrigier-Zyklus mit einem Chatbot einfach herauskopiert. Vibe-Coding heißt: Software nicht mehr per Hand tippen, sondern per Zuruf so lange von der KI erzeugen lassen, bis das Ergebnis passt.
So lief der Angriff
Der Täter verschaffte sich per RDP mit vorab gestohlenen Zugangsdaten Zugriff auf einen Domänen-Server und legte seine Werkzeuge unter C:\ProgramData\ ab. Das Skript suchte den Domain Controller, kartierte Nutzer, Rechner und Domänen, exportierte mehrere Dateien und erstellte am Ende einen AD_Report.html, um den Erfolg zu messen. Der Vorfall ereignete sich am 3. Juni 2026.
FAZIT: KI hilft — aber nicht beim Tarnen
Die unangenehme Nachricht: KI rüstet auch mittelmäßige Angreifer auf, die sich damit maßgeschneiderte Einmal-Skripte bauen. Die gute Nachricht: KI kann den Code zwar endlos umschreiben, aber die Grund-Verhaltensmuster einer AD-Enumeration nicht verstecken. Die tatsächlichen Systemaufrufe bleiben gleich – und damit erkennbar. Wer RDP absichert, gestohlene Zugänge schnell sperrt und AD-Abfragen überwacht, hält die Tür zu.
Häufige Fragen
Was bedeutet „vibe-gecodet“?
Wie sind die Angreifer reingekommen?
Macht KI solche Angriffe gefährlicher?
Wie schütze ich mein Netzwerk?
Quellen: Huntress, The Hacker News.