Wer mit KI bastelt, hat oft schnell eine kleine Werkbank im Heimnetz stehen — und genau die kann jetzt zum Einfallstor werden. Die US-Sicherheitsbehörde CISA hat am 21. Mai die Schwachstelle CVE-2025-34291 in Langflow in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Lücken (KEV) aufgenommen. Das bedeutet: Diese Lücke ist kein Laborfall mehr, sondern wird real angegriffen. Für US-Behörden läuft die Patch-Frist bis zum 4. Juni 2026 — ein deutliches Signal auch für alle anderen.
Was ist Langflow?
Langflow ist ein beliebtes Open-Source-Werkzeug, mit dem man KI-Agenten und Workflows per Drag-and-drop zusammenklickt. Es setzt auf das LangChain-Ökosystem auf und ist gerade in der Self-Hosting-Szene populär, weil man damit ohne viel Code eigene KI-Pipelines bauen kann. Genau diese Beliebtheit macht die Lücke gefährlich: Viele Instanzen laufen auf privaten Servern, oft erreichbar im Heimnetz oder sogar im Internet.
GEFAHR: Der Angriff kommt über den Browser
Technisch ist CVE-2025-34291 ein Origin-Validierungsfehler (CWE-346) mit dem Score CVSS 9.4. Schuld ist eine Kombination aus zwei Schwächen: eine zu großzügige CORS-Konfiguration und ein Refresh-Token-Cookie mit der Einstellung SameSite=None. Im Klartext heißt das: Besucht ein an Langflow angemeldeter Nutzer eine präparierte Webseite, kann diese im Hintergrund die Sitzungsdaten an den Angreifer weiterreichen.
Mit diesen gültigen Tokens spricht der Angreifer dann die geschützten API-Endpunkte an, hebt seine Rechte an und führt am Ende beliebigen Code mit den Rechten des Langflow-Dienstes aus. Das alles, ohne sich selbst jemals anmelden zu müssen.
Warum die CISA-Aufnahme so viel Gewicht hat
Die KEV-Liste (Known Exploited Vulnerabilities) ist so etwas wie die Fahndungsliste für Lücken, die nachweislich ausgenutzt werden. Was hier landet, gehört ganz oben auf die To-do-Liste. Die Frist bis zum 4. Juni gilt zwar formal nur für US-Bundesbehörden (über die Direktive BOD 22-01), ist aber ein klarer Hinweis für alle: Hier zählt Tempo.
So sicherst du deine Instanz in 5 MINUTEN ab
- Update einspielen: Bring Langflow auf die vom Hersteller gepatchte Version.
- CORS einschränken: Erlaube nur vertrauenswürdige Quellen statt offener Wildcards.
- Cookies härten: Vermeide SameSite=None bei Sitzungs-Cookies.
- Nicht offen ins Netz: Stell Langflow hinter ein VPN oder einen Reverse-Proxy mit Authentifizierung statt es direkt ans Internet zu hängen.
EXTRA-TIPP: KI-Tools sind normale Software
Der Hype um KI verleitet dazu, neue Tools schnell „mal eben“ auf einen Server zu werfen. Behandle sie aber wie jede andere Webanwendung: Updates, Zugriffsschutz, kein direkter Internet-Zugang. Gerade Werkzeuge, die Code ausführen können, sind ein lohnendes Ziel.
FAZIT: Frische KI-Werkbank, alte Sicherheitsregeln
Eine drag-and-drop-Oberfläche macht den Bau von KI-Agenten leicht — aber die Absicherung bleibt deine Aufgabe. Patchen, CORS dichtmachen, Zugriff einschränken.
Häufige Fragen
Welche Langflow-Versionen sind betroffen?
Wie merke ich, ob meine Instanz angreifbar ist?
Wie wird die Lücke konkret ausgenutzt?
Gab es schon aktive Angriffe?
Was kann ich sofort tun, wenn kein Patch verfügbar ist?
Quellen:
CISA Known Exploited Vulnerabilities Catalog ·
Cyber Security News ·
GBHackers ·
Vulert
Stand: 23.05.2026. CVE-2025-34291, in CISA-KEV aufgenommen am 21.05.2026.