Google steht offenbar kurz vor seinem großen KI-Befreiungsschlag: Laut geleakten Launch-Plänen soll Gemini 3.5 Pro bereits am Freitag, dem 17. Juli, erscheinen. Das lang verzögerte Modell wäre Googles Antwort auf einen Sommer, in dem OpenAI und Anthropic die Schlagzeilen dominiert haben.
Komplett neu trainiert — kein aufgebohrtes 2.5
Das spannendste Detail aus dem Leak: Gemini 3.5 Pro soll auf einem komplett neuen Pretraining-Lauf basieren — also von Grund auf neu trainiert worden sein, statt wie üblich aus dem Vorgänger 2.5 Pro weiterentwickelt. Das wäre ein teures Signal: Google wirft die alte Basis weg und setzt alles auf eine neue Architektur-Generation.
2 Millionen Token — doppelter Frontier-Rekord
Dazu soll das Modell ein Kontextfenster von 2 Millionen Token mitbringen — laut Bericht das Doppelte dessen, was aktuelle Frontier-Konkurrenz bietet. Zum Vergleich: Claude Sonnet 5 arbeitet mit 1 Million Token. Mit 2 Millionen Token passt ein komplettes Software-Projekt samt Dokumentation oder ein ganzer Bücherstapel in eine einzige Anfrage.
Einen Haken gibt es allerdings: Der erweiterte Denk-Modus „Deep Think“ soll hinter dem Ultra-Abo für 250 Dollar im Monat verschwinden. Die stärksten Reasoning-Fähigkeiten gäbe es damit nur für zahlungskräftige Profis.
Googles Aufholjagd hat einen Grund
Der Druck ist real: Sundar Pichai räumte erst kürzlich öffentlich ein, dass Google beim agentischen Coding hinter Anthropic und OpenAI liegt — also bei lang laufenden Aufgaben mit Tools und autonomer Ausführung. Das tiefere Problem sei die Produkt-Verbreitung: Anthropic sitze mit Claude Code direkt im Terminal der Entwickler, Google fehle die passende Oberfläche.
Gleichzeitig baut der Konzern sein Kerngeschäft radikal um: Seit dem 10. Juli werden Google-Suchergebnisse vollständig von Gemini 3.5 Flash generiert — die klassischen zehn blauen Links sind Geschichte, Quellen erscheinen direkt in der KI-Antwort. Ein stärkeres Pro-Modell wäre der logische nächste Baustein dieser Strategie.
Vorsicht: Es bleibt ein Leak
So plausibel die Details klingen: Offiziell bestätigt ist nichts. Starttermine dieser Art verschieben sich gern in letzter Minute, und Spezifikationen aus Leaks haben schon oft daneben gelegen. Am Freitag wissen wir mehr — wir bleiben dran.