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Wer seine Mediensammlung ernsthaft verfolgt, hat meist drei Dienste offen: einen für Filme und Serien, einen für Bücher, einen für Spiele. Jeder mit eigenem Konto, eigenen Daten, eigener Datensammelei. Floppy will genau das zusammenführen — auf deiner eigenen Hardware.
Alles unter einem Dach — auch Musik und Podcasts
Floppy versteht sich als Alternative zu Trakt, Letterboxd und TV Time, deckt aber deutlich mehr ab. Verfolgt werden:
- Filme, Serien und Anime
- Bücher
- Spiele
- Musik und Podcasts
Bemerkenswert ist der letzte Punkt: Musik und Podcasts sind bei Floppy vollwertige Medientypen und keine nachträglich angeflanschte Notlösung. Genau daran scheitern die meisten Tracker.
Was das Projekt praktisch macht
Die Funktionen, die im Alltag zählen:
- eine Fortschrittsansicht, die dir sagt, was als Nächstes dran ist
- ein durchsuchbarer Gesamtverlauf statt getrennter Listen je Medientyp
- Jahresrückblick-Statistiken und teilbare Listen
- Verwaltung eigener Sammlungen — was du wirklich besitzt
- Kalender und iCal-Feeds für kommende Veröffentlichungen
- Benachrichtigungen über Apprise
- Mehrbenutzer-Konten mit OIDC und Anmeldung über soziale Netzwerke
Der eigentliche Trumpf: Es redet mit deinem Medienserver
Floppy klinkt sich in die Wiedergabe von Jellyfin, Plex und Emby ein. Was du auf deinem eigenen Medienserver schaust, landet automatisch im Verlauf — kein manuelles Abhaken.
Genauso wichtig ist der Weg hinein: Importiert werden kann aus Trakt, Simkl, MyAnimeList, AniList, Kitsu, Steam, Goodreads, StoryGraph, Hardcover, IMDb, HowLongToBeat und Grouvee. Wer schon seit Jahren woanders sammelt, muss also nicht bei null anfangen — und genau daran scheitern Umzüge sonst.
Woher es kommt: eine Abspaltung mit Ansage
Floppy ist keine Neuentwicklung aus dem Nichts, sondern eine Abspaltung von Yamtrack, die inzwischen unter eigenem Namen als eigenständiges Projekt weiterläuft. Betreut wird sie von einem eigenen Maintainer, aufbauend auf der Vorarbeit des ursprünglichen Entwicklers.
Das ist ehrlich kommuniziert und praktisch relevant: Wer Yamtrack bereits betreibt, kennt den Aufbau und findet sich sofort zurecht.
So probierst du es aus
Floppy läuft in Docker und speichert alles auf deiner eigenen Hardware. Für Unraid gibt es einen Eintrag in den Community Apps, auf jedem anderen System reicht ein Container samt Datenverzeichnis.
Ressourcen braucht das Projekt kaum — es verwaltet Metadaten, es kodiert keine Videos um. Ein Raspberry Pi 5* neben dem eigentlichen Medienserver reicht dafür locker, wenn du deine Dienste sauber trennen willst.
Zwei Hinweise vorab: Lege das Datenverzeichnis von Anfang an in dein Backup, denn ein über Jahre gewachsener Medienverlauf ist praktisch nicht wiederherstellbar. Und stelle den Dienst nicht ohne Absicherung ins offene Internet — ein Reverse Proxy mit Zugangsschutz oder ein VPN sind hier Pflicht, wie bei jedem selbst gehosteten Dienst.
FAZIT: Für Sammler mit Ordnungssinn
Floppy löst kein dringendes Problem — aber ein hartnäckiges. Wer seine Mediengewohnheiten dokumentiert und keine Lust hat, das auf drei fremden Plattformen zu tun, bekommt hier ein erstaunlich vollständiges Werkzeug. Als junges Projekt gilt: erst mit Testdaten spielen, dann umziehen.