#Hardware · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

DAUERLAUF-HAMMER! Diese neuen SSDs sollen 14 Petabyte aushalten — und zielen direkt auf dein NAS

DAUERLAUF-HAMMER! Diese neuen SSDs sollen 14 Petabyte aushalten — und zielen direkt auf dein NAS

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SSDs im NAS waren lange eine Glaubensfrage. Schnell? Ja. Aber halten die den Dauerbetrieb aus, wenn Tag und Nacht Daten drüberlaufen? SanDisk beantwortet das jetzt mit zwei neuen Baureihen — und einer Zahl, die man zweimal lesen muss.

ZWEI REIHEN, ZWEI ANSÄTZE

Am 20. August hat SanDisk die NAS 600 und die NAS 800 vorgestellt. Der Unterschied ist klar gezogen:

  • NAS 600 — klassische 2,5-Zoll-SATA-SSD. Kapazitäten von 500 GB bis 4 TB, bis zu 2.500 TBW Schreibleistung, rund 560 MB/s lesend. Preise laut Hersteller zwischen 179 und 999 US-Dollar.
  • NAS 800M.2-2280 mit PCIe 5.0. Von 960 GB bis 7,68 TB, bis zu 14.900 MB/s und bis zu 14 Petabyte Schreibleistung. Preise von 309 bis 2.199 US-Dollar.

14 Petabyte sind vierzehntausend Terabyte. Wenn du jeden Tag ein volles Terabyte auf das Laufwerk schreibst, reicht das rechnerisch für gut 38 Jahre. Solche Werte kennt man sonst aus dem Rechenzentrum.

WOFÜR DAS GEDACHT IST

SanDisk positioniert die Reihen für Prosumer, Kreative und kleine Unternehmen — also für NAS-Systeme, die nicht nur Dateien ablegen, sondern arbeiten: Videoschnitt direkt vom Netzlaufwerk, viele parallele Zugriffe, Datenbanken, Virtualisierung.

Beide Reihen füllen die Lücke, die durch das Auslaufen der WD-Red-SSDs entstanden ist. SanDisk war bis Februar 2025 Teil von Western Digital und ist seitdem eigenständig — die NAS-Laufwerke sind der erklärte Nachfolger dieser Linie.

DER REALITÄTS-CHECK FÜRS HOMELAB

Jetzt der ehrliche Teil. Für die meisten Homelabs ist das zu viel Laufwerk.

  • Preis pro Terabyte: Bei diesen Preisen bleibt die klassische Festplatte für reine Massenablage konkurrenzlos. Filme, Fotoarchive, Backups — dafür brauchst du keine 14-Petabyte-Ausdauer.
  • Wo es sich lohnt: Als Cache oder als schneller Pool für VMs und Container. Genau dort entsteht die Schreiblast, für die diese Laufwerke gebaut sind.
  • PCIe 5.0 verpufft oft: Die meisten NAS-Gehäuse bieten M.2-Steckplätze mit PCIe 3.0 oder 4.0. Die 14.900 MB/s siehst du dort schlicht nicht. Und selbst wenn — über ein 10-Gigabit-Netzwerk kommen davon rund 1.200 MB/s beim Client an.

Wer heute ein NAS aufbaut, das solche Laufwerke überhaupt sinnvoll ausreizen kann, braucht ein Gehäuse mit M.2-Schächten und schnellem Netzwerk — Geräte wie das UGREEN NASync DXP4800 Plus* zielen genau auf diese Klasse.

WANN ES SIE GIBT

Der Marktstart ist für September angekündigt. Deutsche Preise standen zum Ankündigungszeitpunkt noch nicht fest; die genannten Beträge sind US-Listenpreise ohne Steuern.

EXTRA-TIPP: NICHT AUF TBW STARREN

Die Ausdauer-Zahl ist beeindruckend, aber selten der Engpass. Prüfe vor dem Kauf lieber zwei andere Dinge:

  1. Passt der Formfaktor? Viele NAS-Gehäuse haben nur zwei M.2-Steckplätze, oft für Cache reserviert.
  2. Passt das Netzwerk? Ohne mindestens 2,5-Gigabit-Anbindung bremst das Kabel, nicht das Laufwerk.

FAZIT: STARKE HARDWARE FÜR EINEN SCHMALEN ANWENDUNGSFALL

Die NAS 600 und NAS 800 sind saubere, ausdauernde Laufwerke — und für die meisten Heim-NAS trotzdem überdimensioniert. Wer VMs, Container oder Videoschnitt über sein NAS fährt, bekommt hier echten Mehrwert. Wer Filme und Backups ablegt, ist mit Festplatten weiterhin besser bedient.

Häufige Fragen

Wann sind die SanDisk-NAS-SSDs verfügbar?
SanDisk hat die Reihen am 20. August 2026 vorgestellt, der Marktstart ist für September angekündigt. Deutsche Preise standen zum Ankündigungszeitpunkt noch nicht fest — die kommunizierten Beträge sind US-Listenpreise ohne Steuern und können hierzulande abweichen.
Was kosten die Laufwerke?
Laut Hersteller liegt die NAS 600 als SATA-Variante zwischen 179 und 999 US-Dollar für 500 GB bis 4 TB. Die NVMe-Reihe NAS 800 reicht von 309 bis 2.199 US-Dollar für 960 GB bis 7,68 TB. Der Preis pro Terabyte liegt damit deutlich über dem klassischer NAS-Festplatten.
Lohnt sich eine SSD im NAS überhaupt?
Für reine Massenablage wie Filme, Fotoarchive und Backups bleiben Festplatten wirtschaftlicher. Sinnvoll wird eine SSD als Cache oder als schneller Pool für virtuelle Maschinen, Container und Videoschnitt — also überall dort, wo viele parallele Zugriffe und hohe Schreiblast auftreten.
Bringt PCIe 5.0 in meinem NAS etwas?
In den meisten Fällen nicht. Viele NAS-Gehäuse binden ihre M.2-Steckplätze mit PCIe 3.0 oder 4.0 an, die Spitzenwerte lassen sich dort nicht abrufen. Zusätzlich begrenzt das Netzwerk: Selbst 10-Gigabit-Ethernet liefert nur rund 1.200 MB/s beim Client an.

Quellen

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