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SSDs im NAS waren lange eine Glaubensfrage. Schnell? Ja. Aber halten die den Dauerbetrieb aus, wenn Tag und Nacht Daten drüberlaufen? SanDisk beantwortet das jetzt mit zwei neuen Baureihen — und einer Zahl, die man zweimal lesen muss.
ZWEI REIHEN, ZWEI ANSÄTZE
Am 20. August hat SanDisk die NAS 600 und die NAS 800 vorgestellt. Der Unterschied ist klar gezogen:
- NAS 600 — klassische 2,5-Zoll-SATA-SSD. Kapazitäten von 500 GB bis 4 TB, bis zu 2.500 TBW Schreibleistung, rund 560 MB/s lesend. Preise laut Hersteller zwischen 179 und 999 US-Dollar.
- NAS 800 — M.2-2280 mit PCIe 5.0. Von 960 GB bis 7,68 TB, bis zu 14.900 MB/s und bis zu 14 Petabyte Schreibleistung. Preise von 309 bis 2.199 US-Dollar.
14 Petabyte sind vierzehntausend Terabyte. Wenn du jeden Tag ein volles Terabyte auf das Laufwerk schreibst, reicht das rechnerisch für gut 38 Jahre. Solche Werte kennt man sonst aus dem Rechenzentrum.
WOFÜR DAS GEDACHT IST
SanDisk positioniert die Reihen für Prosumer, Kreative und kleine Unternehmen — also für NAS-Systeme, die nicht nur Dateien ablegen, sondern arbeiten: Videoschnitt direkt vom Netzlaufwerk, viele parallele Zugriffe, Datenbanken, Virtualisierung.
Beide Reihen füllen die Lücke, die durch das Auslaufen der WD-Red-SSDs entstanden ist. SanDisk war bis Februar 2025 Teil von Western Digital und ist seitdem eigenständig — die NAS-Laufwerke sind der erklärte Nachfolger dieser Linie.
DER REALITÄTS-CHECK FÜRS HOMELAB
Jetzt der ehrliche Teil. Für die meisten Homelabs ist das zu viel Laufwerk.
- Preis pro Terabyte: Bei diesen Preisen bleibt die klassische Festplatte für reine Massenablage konkurrenzlos. Filme, Fotoarchive, Backups — dafür brauchst du keine 14-Petabyte-Ausdauer.
- Wo es sich lohnt: Als Cache oder als schneller Pool für VMs und Container. Genau dort entsteht die Schreiblast, für die diese Laufwerke gebaut sind.
- PCIe 5.0 verpufft oft: Die meisten NAS-Gehäuse bieten M.2-Steckplätze mit PCIe 3.0 oder 4.0. Die 14.900 MB/s siehst du dort schlicht nicht. Und selbst wenn — über ein 10-Gigabit-Netzwerk kommen davon rund 1.200 MB/s beim Client an.
Wer heute ein NAS aufbaut, das solche Laufwerke überhaupt sinnvoll ausreizen kann, braucht ein Gehäuse mit M.2-Schächten und schnellem Netzwerk — Geräte wie das UGREEN NASync DXP4800 Plus* zielen genau auf diese Klasse.
WANN ES SIE GIBT
Der Marktstart ist für September angekündigt. Deutsche Preise standen zum Ankündigungszeitpunkt noch nicht fest; die genannten Beträge sind US-Listenpreise ohne Steuern.
EXTRA-TIPP: NICHT AUF TBW STARREN
Die Ausdauer-Zahl ist beeindruckend, aber selten der Engpass. Prüfe vor dem Kauf lieber zwei andere Dinge:
- Passt der Formfaktor? Viele NAS-Gehäuse haben nur zwei M.2-Steckplätze, oft für Cache reserviert.
- Passt das Netzwerk? Ohne mindestens 2,5-Gigabit-Anbindung bremst das Kabel, nicht das Laufwerk.
FAZIT: STARKE HARDWARE FÜR EINEN SCHMALEN ANWENDUNGSFALL
Die NAS 600 und NAS 800 sind saubere, ausdauernde Laufwerke — und für die meisten Heim-NAS trotzdem überdimensioniert. Wer VMs, Container oder Videoschnitt über sein NAS fährt, bekommt hier echten Mehrwert. Wer Filme und Backups ablegt, ist mit Festplatten weiterhin besser bedient.