#Homelab · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

SCHALTER UMGELEGT! Backblaze verschlüsselt deine Backups ab September von selbst — ohne Aufpreis

SCHALTER UMGELEGT! Backblaze verschlüsselt deine Backups ab September von selbst — ohne Aufpreis

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Gute Nachrichten für alle, die ihr Off-Site-Backup bei Backblaze B2 liegen haben: Ab dem 14. September 2026 verschlüsselt der Anbieter neu hochgeladene und kopierte Objekte automatisch — mit AES-256 und Backblaze-verwalteten Schlüsseln (SSE-B2). Ohne Aufpreis, ohne Umbau, ohne Leistungseinbußen.

WAS SICH KONKRET ÄNDERT

  • Neue Buckets bekommen die Voreinstellung sofort.
  • Bestehende Buckets werden schrittweise umgestellt. Sobald ein Bucket dran ist, laufen neue Uploads und Kopien automatisch über SSE-B2.
  • Kosten: keine. SSE-B2 ist im Preis enthalten.
  • Geschwindigkeit: laut Anbieter kein Einfluss auf Upload- oder Download-Tempo.
  • Anwendungen: keine Änderung nötig — bestehende Skripte, rclone-Konfigurationen und Backup-Tools laufen weiter.

Wichtig zur Einordnung: Bereits gespeicherte Objekte werden nicht rückwirkend verschlüsselt. Die Voreinstellung greift für Neues. Wer alte Daten auch verschlüsselt haben will, muss sie neu hochladen oder innerhalb des Buckets kopieren.

WAS DIESE VERSCHLÜSSELUNG LEISTET — UND WAS NICHT

Hier lohnt es sich, ehrlich zu sein, weil der Begriff „verschlüsselt“ gern mehr verspricht, als er hält.

SSE-B2 schützt gegen: physischen Zugriff auf die Laufwerke im Rechenzentrum. Wer eine Platte entwendet oder eine ausgemusterte Platte in die Finger bekommt, kann damit nichts anfangen.

SSE-B2 schützt nicht gegen: Zugriff über dein eigenes Konto. Denn Backblaze verwaltet die Schlüssel und entschlüsselt beim Abruf automatisch. Wer deinen Application Key hat, bekommt Klartext. Die Verschlüsselung ersetzt also keinen guten Zugangsschutz.

Wer die Schlüssel selbst behalten will, hat weiterhin zwei Wege: SSE-C, bei dem du deinen eigenen Schlüssel bei jeder Anfrage mitgibst — oder, deutlich alltagstauglicher, clientseitige Verschlüsselung, bevor die Daten überhaupt das Haus verlassen. Genau das machen Werkzeuge wie Restic, Borg oder rclone crypt. Dann liegt bei Backblaze nur noch verschlüsselter Datenmüll — und die neue Voreinstellung ist eine zusätzliche Schicht obendrauf, mehr nicht.

EINORDNUNG: Die Branche zieht nach

Backblaze folgt damit einem Muster, das große Objektspeicher-Anbieter längst umgesetzt haben. Amazon S3 verschlüsselt seit Anfang 2023 alle neuen Objekte standardmäßig. Dass B2 nachzieht, ist wenig überraschend — für die vielen Homelabs, die B2 als günstiges S3-kompatibles Ziel nutzen, ist es trotzdem eine echte Verbesserung. Denn die Voreinstellung hilft genau denen, die sich mit Verschlüsselungsoptionen bisher nicht beschäftigt haben.

DER PUNKT, DER WICHTIGER IST ALS DIE VERSCHLÜSSELUNG

Server-seitige Verschlüsselung ist nett. Sie rettet dich aber nicht, wenn dein Backup schlicht nicht funktioniert.

Die 3-2-1-Regel bleibt der eigentliche Maßstab: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine außer Haus. B2 deckt bei den meisten Homelabs das „außer Haus“ ab. Die lokale zweite Kopie fehlt erstaunlich oft — dabei ist sie diejenige, die dich bei einem versehentlich gelöschten Ordner am schnellsten rettet. Eine robuste externe SSD wie die Samsung T7 Shield* erledigt diesen Part ohne großen Aufwand.

Wer lieber mit fertiger Software arbeitet statt mit Skripten, findet in Acronis True Image* eine Lösung, die Images, Zeitpläne und Cloud-Ziel in einer Oberfläche zusammenbringt.

Und die wichtigste Regel bleibt unbequem: Ein Backup, das du noch nie zurückgespielt hast, ist kein Backup. Nimm dir einmal im Quartal eine halbe Stunde und hol eine einzelne Datei aus dem Cloud-Bucket zurück. Das ist die einzige Prüfung, die zählt.

FAZIT

Eine unspektakuläre, aber richtige Änderung: mehr Schutz als Voreinstellung, kein Preisaufschlag, kein Aufwand. Du musst dafür nichts tun — außer kurz zu prüfen, ob du irgendwo eigene SSE-C-Schlüssel im Einsatz hast, die weiterhin Vorrang behalten.

Häufige Fragen

Muss ich etwas umstellen?
Nein. Die Änderung ist rückwärtskompatibel. Bestehende Anwendungen, Skripte und Backup-Werkzeuge laufen unverändert weiter. Nur wenn du eigene Schlüssel über SSE-C nutzt, solltest du prüfen, dass diese Konfiguration wie gewünscht Vorrang behält.
Werden meine alten Backups auch verschlüsselt?
Nein, die Voreinstellung gilt nur für neu hochgeladene und neu kopierte Objekte. Bestehende Daten bleiben so, wie sie sind. Wer sie ebenfalls verschlüsselt haben möchte, muss sie neu hochladen oder innerhalb des Buckets kopieren.
Kostet die Verschlüsselung extra?
Nein. Backblaze berechnet für SSE-B2 keinen Aufpreis. Auch auf Upload- und Download-Geschwindigkeit soll die Umstellung laut Anbieter keinen Einfluss haben.
Reicht das als Schutz meiner Daten?
Es schützt gegen physischen Zugriff auf die Laufwerke, nicht gegen kompromittierte Zugangsdaten. Da Backblaze die Schlüssel verwaltet, sieht jeder mit deinem Application Key den Klartext. Für echte Vertraulichkeit verschlüsselst du besser schon auf dem eigenen Rechner, etwa mit Restic, Borg oder rclone crypt.

Quellen

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