Vier Jahre hat es gedauert. Vier Jahre, in denen die Taskleiste von Windows 11 unten kleben musste, während Nutzer in Foren mit einer Mischung aus Resignation und Wut daran erinnerten, dass Windows das seit Jahrzehnten konnte. Jetzt kommt sie zurück — mit dem Vorschau-Update KB5120998.
DAS UPDATE IN ZAHLEN
Microsoft hat KB5120998 am 28. August für Windows 11 25H2 und 24H2 veröffentlicht. Es handelt sich um ein optionales, kumulatives Vorschau-Update ohne Sicherheitskorrekturen. Nach der Installation stehen die Systeme auf Build 26200.9278 beziehungsweise 26100.9278. Insgesamt stecken 35 Änderungen drin.
DIE TASKLEISTE DARF ENDLICH UMZIEHEN
Die wichtigste Neuerung findest du unter Einstellungen > Personalisierung > Taskleiste > Verhalten der Taskleiste > Taskleistenposition. Dort wählst du zwischen unten, oben, links und rechts.
Und — das ist der eigentlich wichtige Teil — die meisten Anpassungsoptionen funktionieren laut Microsoft in jeder Position weiter. Dazu zählt ausdrücklich auch die Einstellung, Symbole nie zu gruppieren. Wer sich in den vergangenen Jahren mit Drittanbieter-Werkzeugen beholfen hat, um genau das zu bekommen, kann diese jetzt vermutlich deinstallieren.
Warum das mehr ist als Nostalgie
Auf einem breiten 16:9- oder 21:9-Monitor ist eine senkrechte Taskleiste schlicht die klügere Wahl: Bildschirmhöhe ist die knappe Ressource, Bildschirmbreite hast du im Überfluss. Wer den ganzen Tag mit Terminals, Editoren oder Tabellen arbeitet, gewinnt damit eine Zeile Nutzfläche — jeden Tag, in jedem Fenster.
DAS STARTMENÜ WIRD VERSTELLBAR
Zweite spürbare Änderung: Unter Einstellungen > Personalisierung > Start > Startmenügröße kannst du zwischen klein, groß und automatisch (Standard) wählen. Damit lässt sich das Menü an die eigene Bildschirmgröße und an die tatsächliche Anzahl angehefteter Programme anpassen, statt eine feste Vorgabe hinzunehmen.
Nebenbei wurde der Bereich „Empfohlen“ in „Zuletzt verwendet“ umbenannt — eine kleine Änderung, die aber ehrlicher beschreibt, was dort eigentlich steht.
WAS SONST NOCH DRIN STECKT
Neben Taskleiste und Startmenü hat Microsoft an der Windows-Suche und am Datei-Explorer gearbeitet. Der Rest der 35 Punkte verteilt sich auf Fehlerkorrekturen quer durchs System — die Art von Änderungen, die man erst bemerkt, wenn ein alter Ärger plötzlich weg ist.
SOLLTEST DU ES JETZT INSTALLIEREN?
Vorschau-Updates sind optional und werden erst installiert, wenn du in Windows Update aktiv auf „Herunterladen und installieren“ klickst. Die Faustregel:
Auf dem Arbeitsrechner: lieber warten. Die Änderungen landen ohnehin im nächsten regulären Pflicht-Update, dann durchgetestet.
Auf dem privaten Rechner: Kann man machen. Vorschau-Updates sind keine Insider-Builds, sondern der Release-Kandidat des kommenden Monats-Updates. Ein aktuelles Backup ist trotzdem nie verkehrt.
FAZIT
Es ist bezeichnend, dass die meistgefeierte Neuerung dieses Updates eine Funktion ist, die Windows schon einmal hatte. Aber gefeiert wird sie zu Recht: Die senkrechte Taskleiste ist auf modernen Breitbild-Monitoren objektiv die bessere Lösung — und dass die Anpassungsoptionen diesmal mitkommen, war keineswegs selbstverständlich.