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Apple hat am 25. August zwei neue Chips gezeigt — und mindestens einer davon ist auch für Leute interessant, die sonst nichts mit Macs am Hut haben. Denn wer große Sprachmodelle lokal laufen lassen will, schaut längst nicht mehr nur auf Grafikkarten, sondern auf gemeinsam genutzten Arbeitsspeicher.
DER M6: Apples erster 2-Nanometer-Chip
Der M6 ist der erste Apple-Prozessor im 2-Nanometer-Verfahren. Kleinere Strukturen bedeuten mehr Transistoren auf gleicher Fläche — und damit mehr Leistung bei gleicher oder geringerer Leistungsaufnahme. Die Eckdaten:
- 12-Kern-CPU — zwei mehr als beim M5: zwei Super-Kerne, vier Leistungskerne, sechs Effizienzkerne
- 12-Kern-GPU mit einem Neural Accelerator in jedem Kern
- Doppelte 16-Kern-Neural-Engine
- Bis zu 32 GB Unified Memory mit bis zu 170 GB/s Bandbreite — 10 Prozent mehr als M5, das 2,5-fache des M1
- Bis zu 1,2-fache Mehrkernleistung gegenüber dem M5, bis zu 2,4-fache gegenüber dem M1
Apple beansprucht für den M6 die schnellste Einzelkernleistung überhaupt. Debütieren wird er im neuen Mac mini, der am 22. September startet.
DER M5 ULTRA: Vier Dies unter einem Deckel
Der zweite Chip ist die eigentliche Ansage. Der M5 Ultra entsteht, indem Apple zwei Dual-Die-M5-Max über die hauseigene UltraFusion-Verbindung koppelt — das erste Quad-Die-Design in der M-Reihe.
- Bis zu 36 CPU-Kerne (12 Super-Kerne, 24 Leistungskerne)
- Bis zu 80 GPU-Kerne, jeder mit Neural Accelerator
- 4,5-fache GPU-Spitzenrechenleistung für KI gegenüber dem M3 Ultra
- Bis zu 512 GB Unified Memory bei 1,2 TB/s
- Rund 1,25-fache Einzelkern- und 1,3-fache Mehrkernleistung gegenüber dem M3 Ultra
WARUM 512 GB DIE INTERESSANTESTE ZAHL IST
Für Homelab-Leute ist das die relevante Zeile. Bei einer klassischen PC-Grafikkarte ist der Grafikspeicher das Nadelöhr: Passt ein Modell nicht hinein, wird ausgelagert, und die Geschwindigkeit bricht ein. 16 oder 24 GB sind da schnell voll.
Apples Unified Memory ist dagegen ein Speicher für CPU und GPU gemeinsam. Ein Mac Studio mit 512 GB kann Modelle im Speicher halten, für die man sonst mehrere teure Rechenzentrums-Karten bräuchte. Der Haken: Bandbreite ist nicht Rechenleistung. Große Modelle passen hinein, laufen aber nicht automatisch so schnell wie auf spezialisierter Hardware. Und der Preis für die Vollausstattung dürfte den einer soliden Homelab-Ausrüstung deutlich übersteigen.
DIE X86-ALTERNATIVE FÜRS HOMELAB
Wenn es dir weniger um riesige Modelle geht als um einen kleinen, leisen Dauerläufer für Docker, Proxmox oder ein paar Dienste, ist ein Mac mini nicht die naheliegendste Wahl — allein, weil Virtualisierung und Linux-Betrieb auf Apple Silicon nach wie vor mit Einschränkungen leben. In dieser Klasse bleibt ein x86-Mini-PC wie der Minisforum UM890 Pro* die unkompliziertere Basis: acht Kerne, 32 GB aufrüstbarer Speicher, und alles läuft, was auf normalen Servern läuft.
FAZIT: Zwei Chips, zwei völlig verschiedene Zielgruppen
Der M6 ist ein solides Update für den Mac mini — schnell, sparsam, ab 22. September. Der M5 Ultra ist die eigentliche Nachricht: ein Rechner, der große Modelle im Speicher halten kann, ohne dass ein Rack dahinterstehen muss. Ob sich das rechnet, hängt an Preis und tatsächlicher Token-Geschwindigkeit — und beides muss sich erst in unabhängigen Tests zeigen.