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Am 20. August ist TrueNAS 26.0.0-BETA.3 erschienen. Auf den ersten Blick ist die spannendste Änderung eine, die nach Rückschritt aussieht: Der Nvidia-Grafiktreiber wird auf eine niedrigere Versionsnummer zurückgesetzt. Und genau das ist die richtige Entscheidung.
Warum eine kleinere Versionsnummer besser ist
BETA.2 lieferte einen Treiber aus dem 590er-Zweig aus — das ist bei Nvidia der Zweig für neue Funktionen. Klingt gut, hat aber einen Haken: Dieser Zweig erreicht bereits im Dezember 2026 sein Support-Ende.
BETA.3 wechselt deshalb auf 580.173.02 aus dem Zweig mit Langzeitunterstützung. Der wird bis August 2028 gepflegt. Für ein Speichersystem, das jahrelang unangetastet im Schrank stehen soll, ist das die deutlich sinnvollere Wahl: Ein NAS braucht keine brandneuen Grafikfunktionen, es braucht Treiber, die auch in zwei Jahren noch Sicherheitsupdates bekommen.
Wer eine GPU im NAS betreibt — etwa zum Umkodieren von Videos oder für kleine KI-Aufgaben — profitiert davon direkt.
dRAID bekommt endlich richtige Ersatzlaufwerke
Die zweite Neuerung ist etwas für alle mit vielen Platten: dedizierte Ersatzlaufwerke für dRAID-Pools, dazu die Aktivierung von Ersatzlaufwerken für Special- und Dedup-vdevs.
Kurz erklärt: dRAID ist die modernere Variante des klassischen RAIDZ. Der große Vorteil liegt in der Wiederherstellung — nach einem Plattenausfall verteilt dRAID die Arbeit auf alle Laufwerke gleichzeitig, statt eine einzelne Ersatzplatte zum Flaschenhals zu machen. Bei großen Verbünden verkürzt das die kritische Phase nach einem Ausfall von Tagen auf Stunden.
Dass sich nun auch für Special-vdevs — jene schnellen Zwischenspeicher für Metadaten, die auf SSDs liegen — Ersatzlaufwerke aktivieren lassen, schließt eine unangenehme Lücke. Ein ausgefallenes Special-vdev kann im schlimmsten Fall den ganzen Pool mitreißen.
Unter der Haube: Kernel und OpenZFS frisch
Dazu kommen aktualisierte Fassungen von Linux-Kernel und OpenZFS. TrueNAS 26 fährt insgesamt auf der neuen OpenZFS-Generation — das ist der eigentliche Grund, warum diese Ausgabe für Speicher-Interessierte spannend ist.
An Fehlerbehebungen bringt BETA.3 unter anderem:
- Aktualisierungsprobleme mit Active Directory und Enterprise-Profilen behoben
- ein Cloud-Backup-Fehler, der sämtliche geplanten Aufgaben lahmlegte
- Abstürze im Fibre-Channel-Zielmodus
- diverse Probleme bei Containern, virtuellen Maschinen und Netzwerk
Vor allem der Backup-Fehler ist ein gutes Argument fürs Update — allerdings nur auf Testsystemen.
WARNUNG: Das ist eine Vorabversion
TrueNAS bezeichnet Early Releases ausdrücklich als Test- und Rückmeldeversionen. Sie gehören nicht auf ein System, auf dem deine Fotos, Backups oder Firmendaten liegen.
Wenn du mitspielen willst, dann so: eine virtuelle Maschine unter Proxmox mit durchgereichten Testplatten oder ein alter Rechner mit ein paar ausgemusterten Laufwerken. ZFS ist robust, aber ein Pool, der einmal mit einer Beta-Version angefasst wurde, lässt sich nicht ohne Weiteres auf die stabile Ausgabe zurückstufen.
EXTRA-TIPP: Arbeitsspeicher ist bei ZFS kein Luxus
Wer ein ZFS-System aufbaut, spart am falschen Ende, wenn er beim Arbeitsspeicher knausert. ZFS nutzt freien Speicher als Lesecache, und genau daraus zieht es einen großen Teil seiner Geschwindigkeit. Wer Deduplizierung einsetzt, braucht ohnehin deutlich mehr.
Für einen Selbstbau im Homelab ist ein Kit wie das Crucial Pro DDR5 32GB* ein solider Ausgangspunkt — genug Reserve für einen ordentlichen Cache, ohne gleich in Server-Preisregionen zu landen.
FAZIT: Eine Beta, die Reife zeigt
Bewusst auf einen älteren, länger gepflegten Treiber zu wechseln, ist keine spektakuläre Ankündigung — aber ein gutes Zeichen. Wer TrueNAS 26 testen will, hat mit BETA.3 die bislang runde Fassung. Wer produktiv arbeitet, wartet auf die stabile Ausgabe.