Wer Claude Code intensiv nutzt, kennt das Grusel-Szenario: Ein Agent verrennt sich, spawnt immer neue Subagenten oder feuert eine Websuche nach der anderen ab — und du schaust zu, wie Kontingent und Geduld schmelzen. Das jüngste Update vom 17. Juli zieht genau hier Notbremsen ein. Und es bringt mit /fork eine Funktion mit, auf die viele Power-User gewartet haben.
NEU: /fork klont deine Session in den Hintergrund
Der Befehl /fork kopiert deine laufende Unterhaltung ab sofort in eine eigene Hintergrund-Session — sichtbar als eigene Zeile in der Agenten-Übersicht — während du im Original einfach weiterarbeitest. Du kannst also einen Lösungsweg ausprobieren, ohne den aktuellen Stand zu riskieren. Der bisherige In-Session-Subagent, den /fork früher startete, heißt jetzt /subtask.
Dazu passt der überarbeitete /resume-Befehl: In der Agenten-Ansicht öffnet er jetzt einen Picker mit vergangenen Sessions — sogar bereits aus der Liste gelöschte tauchen dort wieder auf und lassen sich als Hintergrund-Session fortsetzen.
NOTBREMSE 1: Schluss mit Such-Marathons
Neu ist ein sessionweites Limit für WebSearch-Aufrufe: Standardmäßig ist nach 200 Suchen Schluss. Wer mehr (oder weniger) will, stellt das über die Umgebungsvariable CLAUDE_CODE_MAX_WEB_SEARCHES_PER_SESSION ein. Das klingt viel — aber genau solche Runaway-Loops, in denen ein Agent stundenlang das Web durchpflügt, waren bislang ein echter Kostenfaktor.
NOTBREMSE 2: Subagenten-Deckel
Gleiches Prinzip bei der Delegation: Pro Session sind jetzt maximal 200 Subagenten-Starts erlaubt (CLAUDE_CODE_MAX_SUBAGENTS_PER_SESSION), ein /clear setzt das Budget zurück. Damit ist das Szenario „Agent spawnt Agenten, die Agenten spawnen“ endlich gedeckelt.
EXTRA-TIPP: MCP-Calls blockieren nichts mehr
Richtig praktisch für alle mit vielen MCP-Servern: MCP-Tool-Aufrufe, die länger als 2 Minuten laufen, wandern automatisch in den Hintergrund — die Session bleibt bedienbar. Die Schwelle lässt sich über CLAUDE_CODE_MCP_AUTO_BACKGROUND_MS anpassen oder abschalten. Dazu gibt es claude auto-mode reset, um die Auto-Mode-Konfiguration mit einer Sicherheitsabfrage auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.
Das Update reiht sich in einen produktiven Monat ein: Erst kürzlich bekam Claude Code einen eigenen eingebauten Browser, und Anthropic hat die API-Limits kräftig angehoben.
FAZIT: Leitplanken statt Blindflug
Agentisches Coden wird erwachsen: Statt immer mehr Autonomie gibt es jetzt Werkzeuge, um Autonomie zu KONTROLLIEREN. Für dich heißt das weniger böse Überraschungen auf der Rechnung — und mit /fork ein sauberer Weg, riskante Experimente vom Hauptstrang zu trennen.
Häufige Fragen
Was ist neu in diesem Claude-Code-Update?
Lohnt sich das Update sofort oder kann ich warten?
Bricht das Update bestehende Konfigurationen?
Wie führe ich das Update durch?
Quellen: Claude Code Changelog (Anthropic), GitHub anthropics/claude-code