#Künstliche Intelligenz · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

SCHLUSS MIT AMOK-AGENTEN! Claude Code zieht Notbremsen ein — und /fork klont deine Session

SCHLUSS MIT AMOK-AGENTEN! Claude Code zieht Notbremsen ein — und /fork klont deine Session

Wer Claude Code intensiv nutzt, kennt das Grusel-Szenario: Ein Agent verrennt sich, spawnt immer neue Subagenten oder feuert eine Websuche nach der anderen ab — und du schaust zu, wie Kontingent und Geduld schmelzen. Das jüngste Update vom 17. Juli zieht genau hier Notbremsen ein. Und es bringt mit /fork eine Funktion mit, auf die viele Power-User gewartet haben.

NEU: /fork klont deine Session in den Hintergrund

Der Befehl /fork kopiert deine laufende Unterhaltung ab sofort in eine eigene Hintergrund-Session — sichtbar als eigene Zeile in der Agenten-Übersicht — während du im Original einfach weiterarbeitest. Du kannst also einen Lösungsweg ausprobieren, ohne den aktuellen Stand zu riskieren. Der bisherige In-Session-Subagent, den /fork früher startete, heißt jetzt /subtask.

Dazu passt der überarbeitete /resume-Befehl: In der Agenten-Ansicht öffnet er jetzt einen Picker mit vergangenen Sessions — sogar bereits aus der Liste gelöschte tauchen dort wieder auf und lassen sich als Hintergrund-Session fortsetzen.

NOTBREMSE 1: Schluss mit Such-Marathons

Neu ist ein sessionweites Limit für WebSearch-Aufrufe: Standardmäßig ist nach 200 Suchen Schluss. Wer mehr (oder weniger) will, stellt das über die Umgebungsvariable CLAUDE_CODE_MAX_WEB_SEARCHES_PER_SESSION ein. Das klingt viel — aber genau solche Runaway-Loops, in denen ein Agent stundenlang das Web durchpflügt, waren bislang ein echter Kostenfaktor.

NOTBREMSE 2: Subagenten-Deckel

Gleiches Prinzip bei der Delegation: Pro Session sind jetzt maximal 200 Subagenten-Starts erlaubt (CLAUDE_CODE_MAX_SUBAGENTS_PER_SESSION), ein /clear setzt das Budget zurück. Damit ist das Szenario „Agent spawnt Agenten, die Agenten spawnen“ endlich gedeckelt.

EXTRA-TIPP: MCP-Calls blockieren nichts mehr

Richtig praktisch für alle mit vielen MCP-Servern: MCP-Tool-Aufrufe, die länger als 2 Minuten laufen, wandern automatisch in den Hintergrund — die Session bleibt bedienbar. Die Schwelle lässt sich über CLAUDE_CODE_MCP_AUTO_BACKGROUND_MS anpassen oder abschalten. Dazu gibt es claude auto-mode reset, um die Auto-Mode-Konfiguration mit einer Sicherheitsabfrage auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Das Update reiht sich in einen produktiven Monat ein: Erst kürzlich bekam Claude Code einen eigenen eingebauten Browser, und Anthropic hat die API-Limits kräftig angehoben.

FAZIT: Leitplanken statt Blindflug

Agentisches Coden wird erwachsen: Statt immer mehr Autonomie gibt es jetzt Werkzeuge, um Autonomie zu KONTROLLIEREN. Für dich heißt das weniger böse Überraschungen auf der Rechnung — und mit /fork ein sauberer Weg, riskante Experimente vom Hauptstrang zu trennen.

Häufige Fragen

Was ist neu in diesem Claude-Code-Update?
Die wichtigsten Neuerungen: /fork kopiert die laufende Unterhaltung in eine eigene Hintergrund-Session (der alte In-Session-Subagent heißt jetzt /subtask), /resume bekommt einen Session-Picker inklusive gelöschter Sessions, WebSearch- und Subagenten-Aufrufe sind auf je 200 pro Session gedeckelt, und MCP-Tool-Calls über 2 Minuten wandern automatisch in den Hintergrund.
Lohnt sich das Update sofort oder kann ich warten?
Wenn du Subagenten, MCP-Server oder WebSearch intensiv nutzt: sofort. Die neuen Limits schützen vor Runaway-Loops, die Zeit und Kontingent fressen. Für Gelegenheitsnutzer ist das Update unkritisch — es ändert keine bestehenden Workflows, sondern ergänzt Schutzmechanismen und neue Befehle, die du erst bei Bedarf anfasst.
Bricht das Update bestehende Konfigurationen?
Im Normalfall nein. Die Limits von je 200 Aufrufen sind großzügig bemessen und greifen nur bei extremen Sessions. Wer bewusst mehr braucht, hebt sie per Umgebungsvariable an. Einzige Umgewöhnung: Wer /fork bisher für In-Session-Subagenten genutzt hat, verwendet dafür jetzt /subtask — das alte Verhalten hat einen neuen Namen.
Wie führe ich das Update durch?
Claude Code aktualisiert sich in der Regel selbst beim Start. Manuell geht es je nach Installationsweg über den Paketmanager, zum Beispiel mit npm. Danach zeigt die Versionsanzeige den neuen Stand, und Befehle wie /fork und /subtask stehen direkt zur Verfügung. Die Details stehen im offiziellen Changelog von Anthropic.

Quellen: Claude Code Changelog (Anthropic), GitHub anthropics/claude-code

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