#Homelab · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

CODEC-REVOLUTION! AV2 ist FINAL — 40 Prozent kleinere Streams für Jellyfin, YouTube und dein NAS

CODEC-REVOLUTION! AV2 ist FINAL — 40 Prozent kleinere Streams für Jellyfin, YouTube und dein NAS

Fünf Jahre Entwicklung, ein Ergebnis: Die Alliance for Open Media (AOMedia) hat die finale v1.0-Spezifikation von AV2 veröffentlicht. Der Nachfolger des überall verbauten AV1-Codecs ist damit offiziell fertig — und er tritt mit einer Kampfansage an: bis zu 40 Prozent weniger Bandbreite bei gleicher Bildqualität.

UNGLAUBLICH: Was 40 Prozent wirklich bedeuten

AV1 läuft heute bei YouTube, Netflix und Amazon — Milliarden Streams täglich. Wenn AV2 dieselbe Qualität mit 40 Prozent weniger Daten liefert, heißt das: 4K-Streams in der Datenmenge von gestrigem Full-HD. Für Streaming-Riesen sind das Milliarden an gesparten Traffic-Kosten. Für dich heißt es perspektivisch: bessere Qualität über dieselbe Leitung — auch im VPN-Tunnel zum heimischen Media-Server.

OFFEN UND GRATIS: Der Lizenz-Trumpf bleibt

Wie AV1 ist AV2 royalty-free — keine Patentgebühren, keine Lizenz-Fallen wie bei H.265/HEVC. Hinter AOMedia stehen Google, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Netflix und Nvidia. Die neue Version bringt neben der Kompression auch besseren Umgang mit Screen-Content (wichtig für Remote-Desktop und Game-Streaming), Optimierungen für AR/VR und einen größeren Qualitätsbereich vom Mini-Stream bis zum Kino-Master.

GEDULD: Warum dein NAS noch nichts davon hat

Jetzt die ehrliche Einordnung: Eine fertige Spezifikation ist der Startschuss, nicht die Ziellinie. Bei AV1 dauerte es Jahre, bis Hardware-Decoder in CPUs, GPUs und Fernsehern ankamen. Genau so wird es bei AV2 laufen. Die VideoLAN-Entwickler arbeiten bereits an dav2d, einem CPU-Decoder nach dem Vorbild des bewährten dav1d. Erst wenn Intel, AMD, Nvidia und die TV-Chiphersteller AV2 in Silizium gießen, wird der Codec massentauglich — realistisch reden wir über 2028 und später.

FÜR DEIN HOMELAB: Das solltest du JETZT tun

Kurz gesagt: nichts. Wer heute eine Medienbibliothek für Jellyfin oder Plex aufbaut, fährt mit AV1 (für moderne Clients) und H.264/H.265 (für Kompatibilität) weiter richtig. Re-Encoding auf AV2 wäre Verschwendung — es gibt schlicht noch keine Abspielgeräte. Aber merk dir das Datum: Beim nächsten NAS- oder GPU-Kauf in zwei, drei Jahren wird „AV2-Decode in Hardware“ ein echtes Kaufargument sein.

FAZIT: Der wichtigste Codec-Release seit 2018

AV2 zementiert die offene, gebührenfreie Video-Zukunft. Die Spec ist final, die Tools kommen — und die Streaming-Welt hat ihren Fahrplan für die nächsten zehn Jahre.

Häufige Fragen

Was ist AV2 und wer steckt dahinter?
AV2 ist der Nachfolger des offenen Video-Codecs AV1, entwickelt von der Alliance for Open Media (AOMedia) — einem Konsortium, zu dem unter anderem Google, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Netflix und Nvidia gehören. Die finale v1.0-Spezifikation wurde Ende Mai 2026 veröffentlicht und ist wie AV1 komplett royalty-free, also ohne Patentgebühren nutzbar.
Wie viel besser ist AV2 als AV1?
AOMedia gibt bis zu 40 Prozent Bandbreitenersparnis bei gleicher Bildqualität gegenüber AV1 an. Dazu kommen besserer Umgang mit Bildschirminhalten (Screen-Content), Verbesserungen für AR/VR-Anwendungen und ein größerer nutzbarer Qualitätsbereich. Reale Werte hängen wie immer vom Encoder und Material ab.
Wann kann ich AV2 auf meinem Media-Server nutzen?
Realistisch nicht vor 2028. Erst müssen Software-Decoder wie das in Arbeit befindliche dav2d von VideoLAN reifen, dann folgen Browser-Support und vor allem Hardware-Decoder in CPUs, GPUs, Smartphones und Fernsehern. Für Jellyfin- und Plex-Bibliotheken bleibt AV1 plus H.264/H.265 auf Jahre die richtige Wahl.
Sollte ich meine Videos jetzt auf AV2 umwandeln?
Nein. Es gibt noch keine Endgeräte mit AV2-Hardware-Decoding und kaum Software-Support — ein Re-Encode würde nur CPU-Zeit verbrennen und Kompatibilität kosten. Behalte den Codec beim nächsten Hardware-Kauf im Hinterkopf, mehr ist aktuell nicht nötig.

Quellen: Phoronix, AV2-Spezifikation (AOMedia), Neowin

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