TL;DR — was 10.2 final mitbringt
- AlmaLinux 10.2 GA ist final live (nach 10.2 Beta vom 18. Mai).
- RHEL-10.2-Kompatibilität komplett — Repos, Pakete, Kompat-Layer.
- 32-Bit-Pakete wieder im offiziellen Repo — die hat Red Hat in RHEL 10 gekippt.
- Kernel-Update, Security-Backports, frische OpenSSL-Stack-Kette.
- Release am 26. Mai 2026.
Du fährst Server auf RHEL-Klon und planst gerade den Distro-Sprung von 9.x auf 10.x? Jetzt ist der Zeitpunkt. AlmaLinux hat die finale Version von 10.2 freigeschaltet — und einen Bonus eingebaut, den die meisten Klone gar nicht haben.
Was 10.2 unter der Haube tut
AlmaLinux 10.2 ist 1:1 kompatibel zu RHEL 10.2. Das heißt für dich:
- EPEL 10 läuft — die EPEL-Pakete für RHEL 10.x kommen direkt rüber.
- Container-Images mit AlmaLinux 10.2 sind 1:1 austauschbar mit RHEL-UBI-Images.
- Migration von CentOS Stream 10, RHEL 10, Rocky 10 funktioniert ohne System-Reboot mit dem AlmaLinux-Migrationstool.
32-Bit ist zurück
Red Hat hat in RHEL 10 die 32-Bit-Multilib-Pakete gekippt. AlmaLinux hat genau diese Pakete extra für 10.x wieder eingepflegt — wer alte Software, Steam, Wine oder Spiele-Servertechnologie braucht, kann AlmaLinux nehmen und bleibt auch 2026+ noch 32-Bit-fähig. Rocky und EuroLinux ziehen das nicht durch — das ist AlmaLinux-Alleinstellungsmerkmal.
Kernel und Security
Der mitgelieferte Kernel ist auf dem 7.x-Stable-Branch, mit allen Sicherheits-Backports der letzten Wochen. Heißt konkret: Die Dirty-Frag-Lücke (CVE bekannt seit Mai) ist gepatcht, OpenSSL ist auf 3.5.x, glibc auf 2.42, und das übliche User-Land hat den Mai-Patch-Tuesday-Stand.
Wer wechseln sollte — und wer warten kann
Wechseln: Wer auf AlmaLinux 9.x sitzt und Spiele-Server, Steam-Hosts, alte Wine-Apps fährt — 10.2 mit 32-Bit ist die richtige Bahn.
Warten: Wer auf 9.6 ist und nichts spezielles braucht. Die 9er-Linie bekommt noch viele Monate Updates, und Distro-Sprünge sind immer ein Wochenend-Job.
Wie du updatest oder migrierst
# Frische Installation
# ISO von almalinux.org herunterladen
# Migration von CentOS Stream / Rocky / RHEL
sudo curl -O https://repo.almalinux.org/almalinux/almalinux-deploy.sh
sudo bash almalinux-deploy.sh
# Bestehende 10.x auf 10.2 aktualisieren
sudo dnf upgrade -y
sudo reboot
# Versionsprüfung
cat /etc/os-release
Wo AlmaLinux glänzt
- VPS-Hoster-Image: Bei Hetzner, Netcup und IONOS direkt als Image wählbar.
- Container-Base-Image:
quay.io/almalinuxorg/almalinux:10.2. - Server-VPS: Mit dnf-automatic und SELinux-Default = Set-and-forget.
- Cluster-Use: Kubernetes-Master-Nodes laufen produktionsreif drauf.
Häufige Fragen
Was kostet AlmaLinux?
Nichts. AlmaLinux ist 100% Open Source, mit kommerziellem Support optional über AlmaLinux Foundation und Partner verfügbar.
Kann ich von Rocky Linux 10 wechseln?
Ja. Das almalinux-deploy.sh-Script erkennt Rocky 10 automatisch und macht den In-Place-Switch.
Brauche ich 32-Bit wirklich?
Nur, wenn du alte Software, Wine, 32-Bit-Spiele-Server oder Legacy-Apps fährst. Wer reine Server-Workloads hat, kommt ohne aus.
Wann kommt AlmaLinux 10.3?
Üblicherweise im 6-Monats-Rhythmus — also voraussichtlich Herbst 2026.
Bekomme ich Live-Patching?
Ja, AlmaLinux unterstützt KernelCare und kpatch — wer ohne Reboot patchen will, hat zwei Optionen.
Quellen
- almalinux.org/blog/
- linuxiac.com/
- 9to5linux.com/