ALMALINUX SCHIESST EINEN SCHARFEN PFEIL AB: Die Beta von 10.2 ist da — und sie bringt etwas zurück, das Red Hat aktiv eingestellt hat: i686-Userspace-Pakete. Konkret heißt das, dass du auf einem 64-bit-Host weiterhin 32-bit-Anwendungen laufen lassen kannst, auch wenn das Upstream-RHEL 10 das nicht mehr supportet. Plus: Python 3.14, PostgreSQL-Update, Ruby 4.0, PHP 8.4 — eine fette Bibliotheks-Verjüngung.
WARUM 32-bit IM JAHR 2026?
Klingt erstmal nach Stein-Zeit — wer braucht 32-bit-Pakete heute noch? Die Antwort: Mehr Leute, als man denkt. Industrielle Steuerungs-Software, alte Closed-Source-Engineering-Tools, Spiele aus den 2010ern, Embedded-Toolchains — alles Software, die teilweise nur als 32-bit-Binary existiert und wo der Hersteller längst nicht mehr existiert oder kein 64-bit-Build mehr liefert.
RED HAT macht den Schnitt — Alma fängt’s auf
RHEL 10 hat im letzten Jahr die i686-Pakete aus dem Standard-Repo geworfen. Wer auf 32-bit-Apps angewiesen war, musste auf RHEL 9 bleiben oder selbst Pakete backporten. AlmaLinux geht den anderen Weg: Sie bauen die i686-Pakete weiter und liefern sie als Teil ihrer 10.x-Linie. Damit positionieren sie sich erneut als die nutzerfreundlichere RHEL-Alternative.
WAS NOCH BEI 10.2 IST
- Python 3.14: Die jüngste Python-Hauptversion — viele kleinere Sprach-Verbesserungen, schnellere Interpreter, neue Standard-Library-Funktionen.
- PostgreSQL-Update: Neueste Stable-Linie, mit den jüngsten Security-Patches.
- Ruby 4.0: Großer Versions-Sprung — für Rails-Entwickler interessant.
- PHP 8.4: Aktuelle PHP-Linie für WordPress-Hosts oder Web-Apps.
- Standard-Pakete: systemd, glibc, OpenSSL etc. auf neuestem Stand.
SO ZIEHST du die Beta
Auf einer Test-VM (NICHT produktiv!):
wget https://repo.almalinux.org/almalinux/10.2-beta/isos/x86_64/AlmaLinux-10.2-beta-x86_64-boot.iso
Oder via Anaconda-Installer normal als Boot-ISO. Bestehende Alma-10.1-Hosts kannst du via dnf system-upgrade auf die Beta heben — aber wirklich nur in einer Spielwiese, das ist NICHT für deinen Mailserver gedacht.
WANN kommt 10.2 STABLE?
Der typische AlmaLinux-Beta-Zyklus läuft ein bis zwei Monate. Wenn alles glatt geht und keine Show-Stopper auftauchen, ist 10.2 Stable im Juni/Juli 2026 zu erwarten — kurz nach dem Upstream-RHEL-10.2-Release.
WER auf 10.x bleiben SOLLTE
Wenn du einen langlaufenden produktiven Server fährst, der gerade stabil läuft: lass die Finger von Beta-Releases. AlmaLinux 10.1 bekommt weiterhin Security-Updates. Wer aber gerade neue Maschinen aufsetzt und die kommenden 5-7 Jahre damit auskommen will, sollte 10.2 Stable abwarten und damit anfangen.
FAZIT: Beta für Bastler, Stable für Hauptproduktion
10.2 Beta ist eine Ansage: AlmaLinux differenziert sich aktiv von RHEL durch nützliche Extras wie i686-Support und schnellere Library-Updates. Für Homelabs und Test-Setups jetzt einen Blick wert. Für Produktion: 10.1 weiter fahren, im Sommer auf 10.2 Stable wechseln. So bleibst du sauber und nutzt trotzdem die neuesten Verbesserungen.
Häufige Fragen
Wer braucht überhaupt noch 32-bit-Pakete?
Kann ich AlmaLinux 10.2 Beta produktiv einsetzen?
Wie unterscheidet sich AlmaLinux von Rocky Linux?
Was passiert, wenn ich von 10.1 auf 10.2 Beta upgrade?
dnf system-upgrade ist das möglich, aber nur auf einer Test-VM machen. Bestehende Pakete werden auf 10.2-Beta-Versionen gehoben — Auto-Downgrade ist nicht trivial, also vorher Snapshot ziehen.Quellen: