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Wer seine Samsung-Geräte über Home Assistant steuert, bekommt eine unangenehme Rechnung: Samsung beendet den kostenlosen Zugang zur SmartThings-Schnittstelle. Frei bleibt der Zugriff nur noch bis zum Ende des dritten Quartals 2026 — also etwa bis zum 30. September. Ab Oktober kostet die Anbindung Geld.
DAS steht in der Ankündigung
Samsung kündigt im SmartThings-Blog eine „verbesserte API-Erfahrung“ an — und dahinter steckt ein neues Preismodell. Geplant sind kommerzielle Stufen für Firmen und ein Tarif für Einzelentwickler zu 4,99 US-Dollar pro Monat.
Dieser 4,99-Dollar-Tarif ist genau der, der die Bastler-Szene trifft. Er gilt laut den Berichten für nicht-kommerzielle Entwickler, die die Schnittstelle für Home Assistant und andere Fremd-Integrationen nutzen. Home Assistant selbst bestätigt, dass die eigene Integration von der Änderung betroffen ist.
UNGERECHT? Wen es wirklich erwischt
Die Ironie liegt auf der Hand: Firmen mit Entwicklungsbudget merken fünf Dollar im Monat nicht. Es sind die Hobby-Nutzer und Vielbastler, die die Schnittstelle als Brücke zwischen Samsungs Ökosystem und offenen Plattformen wie Home Assistant nutzen — und die jetzt für etwas zahlen, das jahrelang selbstverständlich war.
Fünf Dollar sind kein Vermögen. Der unangenehme Teil ist das Signal: Eine Cloud-Schnittstelle, die du für dein eigenes Zuhause brauchst, kann jederzeit einen Preis bekommen. Oder verschwinden.
Was noch NICHT geklärt ist
Mehrere entscheidende Punkte hat Samsung bislang offengelassen:
- Wie hoch sind die Abruf-Grenzen pro Tarif? Eine Integration, die alle paar Sekunden Zustände abfragt, verhält sich anders als eine App.
- Was kosten die kommerziellen Stufen konkret?
- Wie gehen Fremd-Integrationen praktisch mit den Kosten um — zahlt jeder Nutzer selbst, oder braucht es künftig einen eigenen Entwickler-Zugang pro Haushalt?
Bis das geklärt ist, lohnt es sich nicht, in Panik das halbe Smart Home umzubauen. Wohl aber, sich die Abhängigkeiten anzuschauen.
SO machst du dein Smart Home unabhängiger
Erstens: Inventur. Welche Geräte laufen bei dir wirklich nur über SmartThings? Bei vielen Samsung-Waschmaschinen, Kühlschränken und Fernsehern ist es tatsächlich die einzige Anbindung. Zigbee-Sensoren dagegen, die früher am SmartThings-Hub hingen, sprechen direkt mit einem Zigbee-Stick in Home Assistant.
Zweitens: Auf lokale Protokolle setzen. Alles, was Matter, Zigbee oder Z-Wave spricht, kannst du ohne Hersteller-Cloud betreiben. Diese Geräte funktionieren auch, wenn dein Internet ausfällt oder ein Konzern seine Preisliste ändert. Bei Neukäufen ist das inzwischen das wichtigste Auswahlkriterium.
Drittens: Eigene Zentrale. Home Assistant läuft ausgesprochen zuverlässig auf einem kleinen Einplatinenrechner. Ein Raspberry Pi 5* mit SSD statt SD-Karte reicht für ein mittelgroßes Zuhause locker aus und verbraucht dabei weniger Strom als eine Glühbirne. Wichtig ist vor allem, dass die Steuerlogik bei dir im Haus liegt und nicht in einem Rechenzentrum.
Viertens: Automatisierungen entkoppeln. Wenn eine Cloud-Abfrage ausfällt, sollte nicht die halbe Wohnung dunkel bleiben. Baue kritische Abläufe — Licht, Heizung, Alarm — so, dass sie ohne Internet funktionieren, und lass Komfort-Funktionen von der Cloud abhängen.
FAZIT: Der Preis ist klein, die Lehre groß
4,99 Dollar pro Monat sind verkraftbar. Aber jedes Mal, wenn ein Hersteller eine bisher offene Schnittstelle mit einem Preisschild versieht, wird deutlicher: Ein Smart Home, das nur über fremde Server funktioniert, gehört dir nicht ganz. Wer die wichtigen Funktionen lokal betreibt, kann solche Ankündigungen gelassen lesen.