#Home Automation · 4 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

MILLIARDEN-DEAL! Schneider Electric will Shelly schlucken — das bedeutet es für dein Smart Home

MILLIARDEN-DEAL! Schneider Electric will Shelly schlucken — das bedeutet es für dein Smart Home

Das ist ein Paukenschlag für die Smart-Home-Szene: Der französische Elektrotechnik-Gigant Schneider Electric verhandelt über die Übernahme der Shelly Group — jenes bulgarischen Herstellers, dessen kleine WLAN-Relais in Zehntausenden Bastler-Haushalten hinter Lichtschaltern und in Verteilerdosen stecken. Zuerst berichtete Bloomberg, kurz darauf bestätigte Shelly die Gespräche offiziell per Börsenmitteilung.

1,3 MILLIARDEN für den Bastler-Liebling

Laut Bloomberg liegt das diskutierte Angebot bei rund 70 Euro je Aktie — das würde die in Sofia ansässige Shelly Group mit etwa 1,3 Milliarden Euro (rund 1,5 Milliarden US-Dollar) bewerten. Verhandelt wird demnach auch über die großen Aktienpakete der Gründer. Wichtig: Shelly betont ausdrücklich, dass keine Gewissheit besteht, dass am Ende ein formelles Angebot steht. Weder Konditionen noch Zeitplan sind fixiert.

DARUM ist Shelly für die Community so besonders

Shelly hat sich seinen Kultstatus mit einer simplen Formel erarbeitet: kleine, günstige Geräte mit offener lokaler Schnittstelle. HTTP-API, MQTT, keine Cloud-Pflicht — genau deshalb sind die Relais die Standard-Empfehlung für alle, die ihr Smart Home per Home Assistant lokal steuern wollen, statt einer Hersteller-Cloud zu vertrauen.

Schneider Electric wiederum ist ein 180-Jahre-Konzern mit Milliarden-Umsatz, dem Smart-Home-System Wiser und einem klaren Fokus auf Energiemanagement. Eine Übernahme würde Schneiders Position im Smart-Home- und IoT-Markt deutlich stärken — und Shelly Zugang zu Vertriebskanälen verschaffen, von denen ein Mittelständler nur träumen kann.

Die bange Frage: Bleibt die OFFENE Philosophie?

Hier beginnt der Teil, der die Community elektrisiert — und der bis auf Weiteres Spekulation bleibt: Übersteht Shellys Offenheit einen Konzern-Einstieg? Die Sorgenliste ist schnell geschrieben: Cloud-Zwang, Abo-Modelle, abgekündigte lokale APIs. Die Hoffnungsliste allerdings auch: Schneider könnte Shellys Technik in Profi-Vertriebswege bringen, die Fertigung skalieren und dem Nischen-Champion Stabilität geben.

Ein warnendes Beispiel, wie schnell sich Plattform-Politik ändern kann, gab es erst kürzlich: Samsung macht die SmartThings-API ab Oktober kostenpflichtig. Genau solche Schwenks sind der Grund, warum viele Bastler auf lokal steuerbare Hardware wie Shelly setzen.

FAZIT: Beobachten, nicht panisch werden

Noch ist nichts unterschrieben. Deine verbauten Shellys funktionieren heute wie gestern, und die lokale API verschwindet nicht über Nacht. Mittelfristig entscheidend wird, ob Schneider die offene DNA respektiert — daran wird sich der Deal in der Community messen lassen. Wer jetzt ein Projekt plant, muss nicht umdenken: Selbst im schlimmsten Fall bleiben bereits gekaufte Geräte mit aktueller Firmware lokal steuerbar.

Häufige Fragen

Ist die Übernahme von Shelly durch Schneider Electric schon fix?
Nein. Shelly hat per Börsenmitteilung bestätigt, dass Gespräche laufen — betont aber ausdrücklich, dass es keine Gewissheit gibt, dass daraus ein formelles Angebot wird. Weder Preis noch Zeitplan sind final. Bloomberg berichtet von rund 70 Euro je Aktie, was etwa 1,3 Milliarden Euro Bewertung entspricht.
Funktionieren meine Shelly-Geräte weiter, wenn der Deal kommt?
Ja. An bereits verkauften Geräten ändert eine Übernahme zunächst nichts — Firmware, lokale HTTP-API und MQTT-Anbindung bleiben bestehen. Selbst wenn ein neuer Eigentümer die Strategie ändern sollte, lassen sich Geräte mit aktueller Firmware weiterhin lokal und ohne Cloud betreiben.
Warum interessiert sich ein Konzern wie Schneider Electric für Shelly?
Shelly wächst profitabel, hat eine riesige Fangemeinde und ein Portfolio, das Schneiders Smart-Home-System Wiser nach unten abrundet: günstige Nachrüst-Module statt teurer Systeminstallationen. Dazu kommen Energiemess-Funktionen, die perfekt zu Schneiders Kerngeschäft Energiemanagement passen.
Was wäre die Alternative, wenn Shelly seine Offenheit verliert?
Der Markt für lokal steuerbare Aktoren ist zum Glück breiter geworden: Zigbee- und Matter-Geräte diverser Hersteller lassen sich herstellerunabhängig einbinden, und ESP-basierte Eigenbauten mit ESPHome oder Tasmota bieten maximale Kontrolle. Wichtig ist, beim Kauf auf lokale Schnittstellen ohne Cloud-Zwang zu achten.

Quellen: Bloomberg, Shelly Group / Börsenmitteilung, MarketScreener, Capital.bg

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