Es war ein international abgestimmter Schlag: In der Operation Saffron haben Ermittler aus 18 Ländern am 19. und 20. Mai einen VPN-Dienst zerschlagen, der jahrelang als bevorzugtes Tarnwerkzeug der Cyberkriminellen galt. Sein Name: First VPN.
Ein VPN, EXTRA für Verbrecher gebaut
First VPN war kein normaler Privatsphäre-Dienst. Er war von Grund auf für kriminelle Nutzung ausgelegt: anonyme Bezahlung, versteckte Infrastruktur und alles, damit zahlende Kunden ihre Identität bei Ransomware-Angriffen, Betrug und Datendiebstahl verschleiern konnten. Aktiv war der Dienst seit etwa 2014 und betrieb 32 Exit-Server in 27 Ländern.
WER ihn nutzte
Mindestens 25 Ransomware-Gruppen — darunter die berüchtigte Avaddon-Bande — verließen sich auf First VPN, um Netzwerke auszukundschaften und in Systeme einzudringen. Daneben diente das VPN dazu, das Internet nach Schwachstellen zu scannen, Botnetze zu betreiben, DDoS-Angriffe zu fahren und Betrugsmaschen zu verschleiern.
SO lief der Großeinsatz
Geleitet wurde die Operation von französischen und niederländischen Behörden, unterstützt von Europol und Eurojust. An zwei Tagen liefen mehrere Aktionen parallel: Die Ermittler vernahmen den Administrator des Dienstes, führten eine Hausdurchsuchung in der Ukraine durch, nahmen 33 Server vom Netz und beschlagnahmten die Infrastruktur.
Besonders brisant für die Szene: Die gesammelten Daten enthüllten Tausende Nutzer aus dem Cybercrime-Ökosystem. Die Behörden teilten 83 Geheimdienst-Pakete zu 506 Nutzern mit Partnerländern. Für viele Kriminelle dürfte das ungemütlich werden.
Diese 18 LÄNDER zogen mit
Beteiligt waren Kanada, Dänemark, Estland, Frankreich, Deutschland, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Ukraine, Großbritannien und die USA. Auch die Sicherheitsfirma Bitdefender unterstützte den Einsatz technisch.
WICHTIG: Das hat nichts mit deinem VPN zu tun
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Seriöse VPN-Dienste sind völlig legal und ein sinnvoller Baustein für deine Privatsphäre. First VPN war ein gezielt für Kriminelle gebauter „Bulletproof“-Dienst — das genaue Gegenteil eines vertrauenswürdigen Anbieters. Wer seine Daten schützen will, fährt mit einem etablierten VPN mit transparenter No-Logs-Politik goldrichtig.
FAZIT: Operation Saffron ist ein seltener Treffer mitten ins Herz der Ransomware-Logistik. Nicht eine einzelne Bande wurde getroffen, sondern ein Werkzeug, auf das 25 von ihnen angewiesen waren — plus eine Datenspur, die noch lange nachwirken dürfte.
Häufige Fragen
Was war First VPN genau?
Sind normale VPN-Dienste jetzt in Gefahr?
Was bedeutet der Schlag für die Ransomware-Szene?
Quellen: