#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

RAZZIA-HAMMER! Ermittler zerschlagen JETZT die Lieblings-VPN von 25 Ransomware-Banden

RAZZIA-HAMMER! Ermittler zerschlagen JETZT die Lieblings-VPN von 25 Ransomware-Banden

Es war ein international abgestimmter Schlag: In der Operation Saffron haben Ermittler aus 18 Ländern am 19. und 20. Mai einen VPN-Dienst zerschlagen, der jahrelang als bevorzugtes Tarnwerkzeug der Cyberkriminellen galt. Sein Name: First VPN.

Ein VPN, EXTRA für Verbrecher gebaut

First VPN war kein normaler Privatsphäre-Dienst. Er war von Grund auf für kriminelle Nutzung ausgelegt: anonyme Bezahlung, versteckte Infrastruktur und alles, damit zahlende Kunden ihre Identität bei Ransomware-Angriffen, Betrug und Datendiebstahl verschleiern konnten. Aktiv war der Dienst seit etwa 2014 und betrieb 32 Exit-Server in 27 Ländern.

WER ihn nutzte

Mindestens 25 Ransomware-Gruppen — darunter die berüchtigte Avaddon-Bande — verließen sich auf First VPN, um Netzwerke auszukundschaften und in Systeme einzudringen. Daneben diente das VPN dazu, das Internet nach Schwachstellen zu scannen, Botnetze zu betreiben, DDoS-Angriffe zu fahren und Betrugsmaschen zu verschleiern.

SO lief der Großeinsatz

Geleitet wurde die Operation von französischen und niederländischen Behörden, unterstützt von Europol und Eurojust. An zwei Tagen liefen mehrere Aktionen parallel: Die Ermittler vernahmen den Administrator des Dienstes, führten eine Hausdurchsuchung in der Ukraine durch, nahmen 33 Server vom Netz und beschlagnahmten die Infrastruktur.

Besonders brisant für die Szene: Die gesammelten Daten enthüllten Tausende Nutzer aus dem Cybercrime-Ökosystem. Die Behörden teilten 83 Geheimdienst-Pakete zu 506 Nutzern mit Partnerländern. Für viele Kriminelle dürfte das ungemütlich werden.

Diese 18 LÄNDER zogen mit

Beteiligt waren Kanada, Dänemark, Estland, Frankreich, Deutschland, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Ukraine, Großbritannien und die USA. Auch die Sicherheitsfirma Bitdefender unterstützte den Einsatz technisch.

WICHTIG: Das hat nichts mit deinem VPN zu tun

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Seriöse VPN-Dienste sind völlig legal und ein sinnvoller Baustein für deine Privatsphäre. First VPN war ein gezielt für Kriminelle gebauter „Bulletproof“-Dienst — das genaue Gegenteil eines vertrauenswürdigen Anbieters. Wer seine Daten schützen will, fährt mit einem etablierten VPN mit transparenter No-Logs-Politik goldrichtig.

FAZIT: Operation Saffron ist ein seltener Treffer mitten ins Herz der Ransomware-Logistik. Nicht eine einzelne Bande wurde getroffen, sondern ein Werkzeug, auf das 25 von ihnen angewiesen waren — plus eine Datenspur, die noch lange nachwirken dürfte.

Häufige Fragen

Was war First VPN genau?
First VPN war ein seit etwa 2014 aktiver VPN-Dienst, der gezielt für kriminelle Zwecke gebaut wurde. Er bot anonyme Bezahlung und versteckte Infrastruktur, damit Kunden ihre Identität bei Ransomware-Angriffen, Betrug und Datendiebstahl verschleiern konnten — ein sogenanntes Bulletproof-VPN.
Sind normale VPN-Dienste jetzt in Gefahr?
Nein. Die Aktion richtete sich ausschließlich gegen einen für Kriminelle gebauten Dienst. Seriöse VPNs für Privatsphäre und Sicherheit sind legal und unberührt. Achte bei der Wahl auf eine transparente No-Logs-Politik und einen etablierten Anbieter.
Was bedeutet der Schlag für die Ransomware-Szene?
Er trifft die gemeinsame Logistik vieler Banden auf einmal. Mindestens 25 Gruppen nutzten First VPN. Zusätzlich sicherten die Ermittler Daten zu Tausenden Nutzern und teilten 83 Intelligence-Pakete zu 506 Nutzern mit Partnerländern — das kann weitere Ermittlungen auslösen.

Quellen:

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