#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

RANSOMWARE-ALARM! Qilin-Bande schlüpft JETZT durch dein Palo-Alto-VPN — ganz ohne Passwort

RANSOMWARE-ALARM! Qilin-Bande schlüpft JETZT durch dein Palo-Alto-VPN — ganz ohne Passwort

Eine bereits im Mai gepatchte Firewall-Lücke wird jetzt zum Einfallstor für einen der gefährlichsten Ransomware-Player: Die Qilin-Bande schlüpft über CVE-2026-0257 in Palo-Alto-VPNs — und zwar ganz ohne Zugangsdaten.

SO kommen die Angreifer rein

Die Schwachstelle steckt im GlobalProtect-Portal und -Gateway von Palo Alto Networks PAN-OS. Sie lässt sich ausnutzen, wenn Authentifizierungs-Override-Cookies zusammen mit bestimmten Zertifikatskonfigurationen aktiv sind. Das Ergebnis: Ein Angreifer aus dem Internet baut eine VPN-Sitzung ohne gültiges Passwort auf. Der CVSS-Wert liegt bei 7.8 — die realen Folgen sind deutlich schlimmer.

GEFAHR: Vom VPN zur kompletten Verschlüsselung

Die Sicherheitsforscher von Arctic Wolf Labs untersuchten mehrere Einbrüche und beschreiben die Kette im Detail: Nach dem VPN-Zugang lesen die Angreifer über LSASS-Dumping und NTDS-Extraktion Zugangsdaten aus, bewegen sich per PsExec und RDP seitlich durchs Netz und installieren Fernwartungstools wie AnyDesk, Ngrok und LogMeIn. In Doppel-Erpressungsfällen ziehen sie Daten per Rclone zu MEGA ab, löschen anschließend alle Windows-Ereignisprotokolle und verschlüsseln dann die Systeme mit Qilin.

Patch da — trotzdem GEFÄHRLICH

Palo Alto Networks hat die Lücke bereits am 13. Mai geschlossen. Rapid7 beobachtete aber ab dem 17. Mai aktive Angriffe gegen zahlreiche Kunden. Das Problem: Viele Firewalls hängen weiter ungepatcht am Netz — und genau die sind jetzt Qilins Lieblingsziel.

Deine CHECKLISTE

1. Prüfe deine PAN-OS-Version und spiele den Fix gegen CVE-2026-0257 ein, falls noch nicht geschehen. 2. Deaktiviere Auth-Override-Cookies, wenn du sie nicht zwingend brauchst, und überprüfe die Zertifikatskonfiguration. 3. Suche nach Anzeichen einer Kompromittierung: unbekannte VPN-Sitzungen, plötzlich installiertes AnyDesk/Ngrok/LogMeIn und gelöschte Event-Logs. 4. Rotiere Passwörter und aktiviere überall Multi-Faktor-Authentifizierung.

FAZIT

Ein alter Patch, den man verpasst hat, kann heute zur Vollverschlüsselung führen. Wer eine Palo-Alto-Firewall betreibt, sollte den Zustand seiner GlobalProtect-Konfiguration jetzt kontrollieren — nicht erst nach dem nächsten Erpresserbrief.

Häufige Fragen

Ist meine Firewall betroffen?
Betroffen sind PAN-OS-Systeme mit GlobalProtect, bei denen Authentifizierungs-Override-Cookies zusammen mit bestimmten Zertifikatskonfigurationen aktiv sind und der Mai-Patch fehlt. Prüfe Version und Konfiguration.
Die Lücke ist doch seit Mai gepatcht — warum jetzt Alarm?
Weil viele Systeme weiterhin ungepatcht online sind und die Qilin-Ransomware-Bande sie gezielt als Einstieg missbraucht. Der Patch existiert, wird aber längst nicht überall angewendet.
Woran erkenne ich einen laufenden Angriff?
Typische Spuren sind unerklärliche VPN-Sitzungen, frisch installierte Fernwartungstools wie AnyDesk, Ngrok oder LogMeIn, Datenabflüsse via Rclone und komplett geleerte Windows-Ereignisprotokolle.
Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme?
Patch einspielen, Auth-Override-Cookies deaktivieren falls nicht benötigt, danach Zugangsdaten rotieren und MFA erzwingen.

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