Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Microsoft — Eigentümer von GitHub und Betreiber der eigenen Cloud Azure — holt sich ausgerechnet beim Erzrivalen Amazon Web Services zusätzliche Rechenkapazität. Der Grund: Der KI-Coding-Boom hat GitHub an die Belastungsgrenze gebracht.
DER AUSLÖSER: GitHub wackelt unter der KI-Last
GitHub hat in den letzten Monaten mit Ausfällen und Zuverlässigkeitsproblemen gekämpft. Laut Berichten gab es allein im Mai 2026 neun Störungen. Der GitHub-CTO räumte ein, dass die Plattform ihr „Drei-Neunen“-Versprechen (99,9 % Verfügbarkeit) gegenüber Enterprise-Kunden im Februar und März 2026 gerissen hat. Microsoft hat daraufhin zusätzliche AWS-Kapazität bereitgestellt.
UNGLAUBLICHE ZAHLEN: So heftig wächst die KI-Entwicklung
Die Dimension ist atemberaubend. GitHub-COO Kyle Daigle nannte im April 2026 275 Millionen Commits pro Woche — auf Kurs für 14 Milliarden im Jahr 2026, nach rund 1 Milliarde im gesamten Jahr 2025. Besonders die KI-Agenten treiben das an: Von ihnen geöffnete Pull Requests sprangen von rund 4 Millionen im September 2025 auf über 17 Millionen im März 2026.
VERPLANT: Aus 10-fach wurde 30-fach
GitHub hatte ursprünglich geplant, die Kapazität im Oktober 2025 um das Zehnfache zu erhöhen. Doch bis Februar 2026 wurde klar: Es braucht das Dreißigfache. Diese Lücke zeigt, wie unerwartet schnell die KI-getriebene Nachfrage explodiert ist — schneller, als selbst ein Tech-Riese nachbauen kann.
WAS HEISST DAS LANGFRISTIG?
Die AWS-Anmietung ist eine Brücke, kein Strategiewechsel: Azure bleibt das langfristige Ziel, eine vollständige Migration peilt Microsoft für 2027 an. Bis dahin kauft man sich Stabilität — notfalls beim Wettbewerber. Für dich als Nutzer heißt das vor allem: Plane kritische Pipelines mit Puffer und verlasse dich nicht blind auf 100 % Verfügbarkeit.
FAZIT: Dass Microsoft bei Amazon anklopft, ist mehr als eine Randnotiz — es ist ein Symbol dafür, wie sehr KI gerade die gesamte Software-Infrastruktur umpflügt.
Häufige Fragen
Ist GitHub jetzt unzuverlässig?
Warum nutzt Microsoft nicht einfach Azure?
Was treibt diese enorme Last?
Muss ich als Hobby-Entwickler etwas tun?
Quellen: