Heute ist Kernel-Tag. Nachdem Linus Torvalds vor einer Woche den siebten und voraussichtlich letzten Testkandidaten freigegeben hat, wird die stabile Version von Linux 7.1 für diesen Sonntag — also heute — erwartet. Es ist ein richtig saftiges Mittel-des-Jahres-Update: ein runderneuerter NTFS-Treiber, Intel FRED standardmäßig aktiv und an vielen Ecken mehr Tempo. Wir zeigen dir, was für deinen Server zählt.
NEU: Der NTFS-Treiber kann jetzt richtig schreiben
Das auffälligste Highlight ist ein komplett neuer NTFS-Treiber mit vollem Schreibsupport. Microsofts Dateisystem ist im Alltag allgegenwärtig — von der Windows-Platte bis zur externen SSD. Mit verzögerter Speicher-Zuweisung sowie iomap- und Folio-Anbindung sollen Schreibvorgänge auf NTFS endlich flotter und stabiler laufen. Wer Windows-Datenträger unter Linux einbindet, profitiert hier direkt.
Dazu kommt ein praktischer exFAT-Bonus: Der Kernel kann nun Cluster vorab reservieren, ohne sie mit Nullen zu überschreiben — das reduziert die Fragmentierung großer Dateien.
Mehr Tempo: Intel FRED, bessere Grafik und Scheduler
Auf der Performance-Seite ist Intel FRED (Flexible Return and Event Delivery) jetzt standardmäßig aktiviert und sorgt vor allem auf den neuen Panther-Lake-Chips für mehr Leistung. Auch Intels Arc-Battlemage-Grafik — etwa die Arc B580 — läuft spürbar besser.
Unter der Haube gibt es Verbesserungen am Scheduler und zusätzliche Krypto-Optimierungen, die jetzt von Haus aus anspringen. AMD-Nutzer mit älteren Kaveri-APUs bekommen über den AMDGPU-Treiber endlich ein besseres Erlebnis. Und für stromsparende Setups wurden die Treiber amd-pstate und intel_idle nachgeschärft.
Außerdem an Bord: ARM, Netzwerk und Laptops
Für 32-Bit-ARM-Umgebungen unterstützen die offiziellen Kernel jetzt Echtzeit-Builds (RT) ganz ohne externe Patches — interessant für viele Bastel- und Industrie-Boards. Beim Netzwerk kommt unter anderem Unterstützung für den Realtek-Chip RTL8157 dazu. Und Besitzer diverser Lenovo-Notebooks aus den Reihen Legion, Flex, Slim und IdeaPad freuen sich über einen neuen Lüfter-Treiber.
Klein, aber wichtig: Linux 7.1 ist ein kurzlebiger Zweig. Direkt nach dem Release öffnet sich schon das Merge-Window für Linux 7.2 — wer auf langfristigen Support setzt, bleibt besser bei einer LTS-Version.
Fürs Homelab heißt das unterm Strich: Wer ein Rolling-Release wie Arch oder eine aktuelle Fedora-Variante fährt, bekommt mit 7.1 quasi nebenbei bessere NVMe-, Netzwerk- und Energiespar-Treiber. Wer auf Debian oder einer LTS-Ubuntu sitzt, muss nichts überstürzen — die dort gepflegten Kernel holen sich die relevanten Verbesserungen später als Backport. Ein guter Moment ist es trotzdem, ein Backup anzulegen, bevor der neue Kernel ins Haus steht.
Häufige Fragen
Was ist neu in Linux 7.1?
Sollte ich sofort updaten oder warten?
Bricht das Update meine Konfiguration?
Wie bekomme ich Linux 7.1?
Quellen: Beste Features von Linux 7.1 (Phoronix) · Linux 7.1-rc7 (Neowin)