#Netzwerk & Sicherheit · 3 Min. Lesezeit · Tim Rinkel

ROOT-ALARM! Diese 9,6er-Lücke reißt JETZT deinen Load-Balancer auf — patch SOFORT

ROOT-ALARM! Diese 9,6er-Lücke reißt JETZT deinen Load-Balancer auf — patch SOFORT

Wenn dein Load-Balancer die Firma am Laufen hält, solltest du jetzt ganz genau hinschauen. Im Progress Kemp LoadMaster klafft eine Lücke, durch die ein Angreifer ganz ohne Passwort Befehle als Root auf dem Gerät ausführen kann. Und das ist keine Theorie mehr: Die ersten Angriffe laufen bereits.

SO SCHLIMM ist die Lücke wirklich

Die Schwachstelle trägt die Kennung CVE-2026-8037 und einen Schweregrad von 9,6 von 10 — das ist tiefrot. Es handelt sich um eine OS-Command-Injection: Über den API-Endpunkt /accessv2 lässt sich ungefiltert eingeschleuster Text in einen Shell-Befehl schmuggeln. Der wird dann direkt auf dem Gerät ausgeführt. Kein Login, keine Hürde.

Technisch steckt der Fehler in der Funktion escape_quotes(): Sie legt einen Speicherbereich an, vergisst aber, ihn sauber abzuschließen. Dadurch liest das Gerät über die eigentlichen Daten hinaus — und genau diese Lücke nutzen Angreifer aus, um ihren eigenen Befehl einzuschleusen.

GEFAHR: Die Angriffe haben schon begonnen

Die Sicherheitsfirma eSentire meldet aktive Ausnutzungsversuche seit dem 29. Juni 2026. Bisher blieben die beobachteten Angriffe erfolglos — aber es gibt bereits einen öffentlichen Proof-of-Concept und detaillierte technische Analysen. Erfahrungsgemäß heißt das: Die ernsthaften Angriffe kommen jetzt erst richtig ins Rollen. Wer wartet, spielt mit dem Feuer.

Bist DU betroffen?

Verwundbar sind alle Geräte mit aktivierter API in diesen Versionen: GA 7.2.63.1 und älter sowie LTSF 7.2.54.17 und älter. Der LoadMaster ist ein Load-Balancer, der oft direkt am Internet-Rand steht — also genau dort, wo Angreifer als Erstes klopfen.

So rettest du dein System in 5 MINUTEN

Progress hat den Fehler bereits behoben, indem der Speicher jetzt sauber genullt und korrekt abgeschlossen wird. Deine Aufgabe: Sofort updaten auf GA 7.2.63.2 oder LTSF 7.2.54.18. Kannst du nicht sofort patchen, deaktiviere die API oder schotte die Verwaltungsschnittstelle strikt vom offenen Internet ab. Und prüfe deine Logs auf verdächtige Zugriffe auf /accessv2.

Häufige Fragen

Welche Versionen sind betroffen?
Betroffen sind Progress Kemp LoadMaster in der GA-Version 7.2.63.1 und älter sowie der LTSF-Version 7.2.54.17 und älter — jeweils nur, wenn die API-Funktion auf dem Gerät aktiviert ist. Ohne aktive API ist der verwundbare Endpunkt nicht erreichbar.
Wie merke ich, ob mein Gerät angegriffen wurde?
Prüfe die Logs auf ungewöhnliche Zugriffe auf den Endpunkt /accessv2 und auf unerwartete Prozesse oder Systembefehle. Da der Angriff ohne Login funktioniert, tauchen keine fehlgeschlagenen Login-Versuche auf — achte stattdessen auf auffällige API-Aufrufe von unbekannten Adressen.
Wie behebe ich das Problem konkret?
Aktualisiere umgehend auf GA 7.2.63.2 oder LTSF 7.2.54.18. Ist ein sofortiges Update nicht möglich, deaktiviere die API oder sperre den Verwaltungszugang komplett vom Internet ab, bis du patchen kannst.
Gab es schon aktive Angriffe?
Ja. Die Sicherheitsfirma eSentire beobachtet seit dem 29. Juni 2026 aktive Ausnutzungsversuche. Diese blieben zunächst erfolglos, doch mit dem inzwischen öffentlichen Proof-of-Concept steigt die Gefahr weiterer Angriffe deutlich.

Quellen: The Hacker News, eSentire, watchTowr Labs.

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